Medwedew startet stark in French Open

Medwedew braust in zweite French-Open-Runde

Dienstag, 24. Mai 2022 | 18:03 Uhr

Daniil Medwedew hat sich am Dienstag in bester Spiellaune gezeigt und steht in der zweiten Runde der French Open. Der als Nummer zwei gesetzte Russe, der in Wimbledon wegen des Ukraine-Krieges nicht antreten darf, fertigte den Argentinier Facundo Bagnis nach nur 98 Minuten mit dreimal 6:2 ab. Der Australian-Open-Finalist dieses Jahres bekundete, dass er diesmal weiter kommen möchte als im Vorjahr, als er im Viertelfinale gescheitert war.

Medwedew hatte in Roland Garros davor gleich vier Erstrunden-Niederlagen erlitten. Doch daran, dass er Paris oder Frankreich nicht mag, liegt es nicht. Immerhin hat er in Paris, allerdings indoor in Bercy, schon einen Titel geholt. In fließendem Französisch beantwortete der auch sonst eloquente Weltranglisten-Zweite die Fragen noch auf dem Platz. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er dieses Jahr am liebsten bis zum Schluss im Turnier bleiben möchte.

“Ich liebe Roland Garros, besonders seit letztem Jahr”, sagte Medwedew lächelnd. “Davor war ich mir da nicht so sicher, als ich am Sonntag ausgeschieden bin, ehe am Montag das Turnier so richtig begonnen hat.” Nach seiner Operation wegen eines Leistenbruchs gehe es ihm gut. Er sei wieder bei 100 Prozent, sagte der US-Open-Sieger, der dieses Jahr schon kurz Nummer 1 der Welt gewesen ist. Die verpatzte Generalprobe in Genf (Aus im Auftaktmatch gegen Altstar Richard Gasquet) hat er jedenfalls mit einer starken Leistung vergessen gemacht. Medwedew trifft nun in der zweiten Runde auf den Serben Laslo Djere.

Zur kuriosen Situation, dass Medwedew für Wimbledon gesperrt ist, wegen der Gegenmaßnahme der ATP (keine Punkte) nach dem Rasen-Klassiker aber Nummer 1 werden könnte, sagte er lächelnd. “Ja, das ist sehr eigenartig. Ich wäre wirklich glücklich, in Wimbledon zu spielen. Ich liebe Wimbledon und spiele auch gern auf Rasen. Wenn es keine Punkte gibt, werde ich Nummer eins, toll für mich. Es ist wie es ist, ich kann keine der Entscheidungen ändern.” Was die beiden Entscheidungen aber aus seiner Sicht unterscheide sei, dass die der ATP logisch nachvollziehbar ist. “Ich sage nicht, welche Entscheidung richtig ist, aber zumindest in der Erklärung war die ATP logischer.”

Für eine Überraschung sorgte der Däne Holger Rune, der den als Nummer 14 gesetzten Kanadier Denis Shapovalov mit 6:3,6:1,7:6(4) nach Hause schickte. Der 19-jährige Rune gilt allerdings als großes Talent und hat 2022 in München schon seinen ersten Tour-Titel geholt und dabei in der zweiten Runde Alexander Zverev ausgeschaltet.

Einen emotionalen Abschied gab Jo-Wilfried Tsonga beim 7:6(6),6:7(4),2:6,6:7(0) gegen den Norweger Casper Ruud. Unter dem Applaus der Zuschauer schlug der 37-jährige Franzose ein letztes Mal auf, dann war die Karriere des Publikumslieblings beendet. Tsonga hatte schon vor den French Open angekündigt, dass die diesjährige Auflage sein letztes Turnier sein würde. Gegen Ruud zeigte die ehemalige Nummer fünf der Welt zunächst noch einmal sein Können, ehe der Norweger seine Favoritenrolle ausspielte. Tsonga stand wegen Schulterproblemen sogar kurz vor der Aufgabe, biss aber durch. Einen seiner am Ende 18 ATP-Titel holte er 2011 in Wien.

Aus österreichischer Sicht ist nun auch das Doppel, früher eine starke Domäne der ÖTV-Männer, schon nach der ersten Runde wieder Geschichte. Philipp Oswald verlor an der Seite seines mexikanischen Partners Hans Hach Verdugo gegen das als Nummer zwölf gesetzte Duo Marcelo Arevalo/Jean-Julien Rojer (ESA/NED) mit 6:7(5),3:6. Der Weltranglisten-60. Oswald verliert damit Mitte Juni weitere 90 Zähler.

Von: apa

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