Medwedews Markenzeichen: Cool in der Siegespose

Medwedew souverän ins Finale der Australian Open

Freitag, 19. Februar 2021 | 13:05 Uhr

Daniil Medwedew ist letztlich ungefährdet in sein zweites Major-Endspiel eingezogen. Der als Nummer 4 gesetzte Russe besiegte den Griechen Stefanos Tsitsipas am Freitag im Halbfinale der Australian Open in Melbourne nach 2:09 Stunden mit 6:4,6:2,7:5. Im Finale trifft Medwedew am Sonntag (09:30 Uhr MEZ/live ServusTV) auf Top-Favorit Novak Djokovic (SRB-1). Auch wenn der “Djoker” schon achtmal in Melbourne gewonnen hat, Medwedew hat gute Chancen auf seinen ersten Major-Titel.

“Ich bin sehr glücklich, im Finale zu sein. Ich bin ein bisschen ängstlich und angespannt geworden”, gestand Medwedew mit Blick auf das Finish im dritten Satz. “Es war wirklich nicht leicht und ein bisschen so wie bei Rafa. Es kann sich schnell drehen”, erinnerte sich der Russe an die Aufholjagd des Griechen nach 0:2 in Sätzen gegen Nadal im Viertelfinale. “Ich bin froh, dass ich in engen Momenten mein Spiel noch einmal verbessern konnte.”

Der 1,98-m-Mann übernahm im Halbfinale gegen den 22-jährigen Tsitsipas von Beginn an das Heft in die Hand. Ein Break zum 3:2 bedeutete im ersten Satz die Vorentscheidung zum 6:4 nach 39 Minuten. Im zweiten Durchgang musste Tsitsipas gar zweimal den Aufschlag hergeben.

Im dritten Satz wehrte der Außenseiter zunächst zwei Bälle zum Doppelbreak und 1:4 ab und schaffte das Rebreak zum 3:3. Das Publikum hatte der Grieche, den viele in Australien lebende Landsleute oder griechisch-stämmige Fans unterstützten, da ganz auf seiner Seite. In den engen nächsten Games war es aber der “Bär” Medwedew (Medwed heißt auf Deutsch “Bär”), dem nach einem tollen Rückhand-Passierschlag das Break zum 6:5 gelang. Er verwertete dann den ersten Matchball zum sechsten Sieg im siebenten Duell mit Tsitsipas. Es war seit den US Open schon der zwölfte Sieg im zwölften Match gegen einen Top-Ten-Spieler für Medwedew.

Der 25-Jährige erhält damit zum zweiten Mal nach den US Open 2019 die Chance, sich im letzten Turniermatch zum insgesamt dritten russischen Major-Sieger nach Jewgenij Kafelnikow und Marat Safin zu küren. 2019 hatte er gegen Rafael Nadal ein 0:2 in Sätzen aufgeholt, dann aber in fünf verloren.

Er hat nun schon 20 Matches in Folge gewonnen, darunter auch den Titel bei den ATP Finals in London, wo er der Reihe nach die Nummern eins bis drei (im Finale Dominic Thiem) geschlagen hat.

Medwedew ist ab Montag selbst erstmals in den Top 3 und wird neben Thiem auch Nadal überholen. Selbst bei einem Titelgewinn am Sonntag wird er Nummer 2 im ATP-Ranking sein. Im Head-to-Head mit Djokovic, der um seinen 18. Grand-Slam-Titel kämpft, liegt der 33-jährige Serbe knapp mit 4:3 voran.

Medwedew gab sich im Interview auf dem Platz locker. Er habe aus seinem ersten Major-Finale viel an Erfahrung mitgenommen. “Nun geht es wieder gegen einen der ganz Großen. Hoffentlich kann ich ein paar Dinge zu meinen Gunsten drehen, wenn es eng wird.”

Den Druck sieht er trotz seines ihm noch fehlenden Grand-Slam-Titels ganz bei Djokovic. Zumindest gibt er es vor. “Ich habe nicht viel Druck, er hat hier noch nie ein Finale verloren. Er möchte Roger (Federer) und Rafa näher kommen bei den Grand-Slam-Titeln. Er hat mehr zu verlieren als ich”, behauptete Medwedew.

Von: apa

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