Torschütze Hernandez will gegen Schweden cool bleiben

Mexiko bleibt “demütig” – Punkt gegen Schweden muss her

Sonntag, 24. Juni 2018 | 12:23 Uhr

Mexikos Fußball-Nationalteam muss in der Gruppenphase der WM in Russland noch einmal liefern. Wegen des späten Siegestreffers von Deutschland gegen Schweden (2:1) stehen die Mexikaner auch nach zwei Siegen noch nicht im Achtelfinale. Zum Abschluss am Mittwoch (16.00 Uhr) gegen Schweden muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Punkt her. Dafür winkt “El Tri” der Gruppensieg.

“Wir sind mit viel Kritik nach Russland gekommen, aber wir arbeiten hart und haben viel Talent”, betonte Mexikos Rekordtorschütze Javier “Chicharito” Hernandez nach dem 2:1 am Samstag gegen Südkorea, bei dem er seinen 50. Länderspieltreffer erzielte. “Wir bleiben demütig, aber wir haben Deutschland und Südkorea geschlagen. Jetzt müssen wir gegen Schweden cool und gelassen bleiben.”

Die Mexikaner haben von ihren vergangenen sechs WM-Spielen nur eines verloren – im Achtelfinale 2014 gegen die Niederlande (1:2). Vor vier Jahren waren sie nach einem 0:0 gegen Gastgeber Brasilien in der Gruppenphase ungeschlagen geblieben. Sollte das auch 2018 gelingen, würde Mexiko ein Achtelfinal-Duell mit Brasilien erspart bleiben, falls der Rekordweltmeister seinen Pool gewinnt.

Der Fokus liegt vorerst aber nur auf Schweden. “Wir können es uns nicht erlauben, jetzt überschwänglich zu werden. Wir müssen weiter unseren Job erledigen”, sagte “Chicharito”. Der 30-Jährige, Clubkollege von ÖFB-Star Marko Arnautovic bei West Ham, weiß aber auch: “Hier kann etwas Großes entstehen. Ich habe viel Vertrauen in diese Mannschaft.”

Als einziges Team neben Brasilien und Deutschland haben sich die Mexikaner bei den vergangenen sechs Weltmeisterschaften immer für die K.o.-Phase qualifiziert. Weiter als ins Achtelfinale ging es seit der Heim-WM 1986 (Viertelfinale) aber nicht mehr. “Wir wollen so weit kommen wie möglich bei dieser WM”, erklärte Teamchef Juan Carlos Osorio. Der nach dem Confederations Cup im Vorjahr noch heftig kritisierte Kolumbianer hat “El Tri” den Glauben an sich selbst eingeimpft.

Der couragierte Spielstil trug schon zum WM-Start gegen Deutschland (1:0) Früchte. In der aktuellen Hochphase, begleitet von rund 40.000 enthusiastischen mexikanischen Fans in Russland, tritt Osorio auf die Bremse. “Wir müssen sicherstellen, dass uns die Euphorie nicht überkommt und unsere Vorbereitung bestimmt”, betonte der 57-Jährige. “Wir müssen uns für das nächste Spiel so vorbereiten, als ob es unser letztes wäre.”

Für Südkorea dürfte der nächste Auftritt bereits der letzte bei dieser WM sein. Die noch punktelosen Asiaten, bei denen Salzburg-Legionär Hwang Hee-chan in Rostow am Don eine ansprechende Partie zeigte, müssen am Mittwoch auf ein Wunder gegen Deutschland und einen Sieg Mexikos gegen Schweden hoffen, um theoretisch noch ins Achtelfinale einzuziehen.

Südkoreas Abwehr wirkte gegen die Mexikaner nicht sattelfest, wusste sich immer wieder nur mit Fouls zu helfen. “Auch wenn wir gute Spieler haben, uns fehlt Erfahrung”, meinte Südkoreas Coach Shin Tae-yong. “Die müssen wir in Zukunft sammeln.” Vor allem die Verteidiger würden vor dem nächsten Spiel wieder Selbstvertrauen aufbauen müssen – sie werden es gegen Weltmeister Deutschland brauchen.

Von: APA/ag.