Guillermo Ochoa will gegen Schweden seinen Kasten sauber halten

Mexiko im Gruppenfinale gegen Schweden gefordert

Dienstag, 26. Juni 2018 | 23:00 Uhr

Erstmals seit 2002 hat Mexiko zwei WM-Spiele in Folge gewonnen. Die Mittelamerikaner sind dennoch auch im abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch (16.00 Uhr MESZ/live oe24-TV) in Jekaterinburg gegen Schweden gefordert. Sechs Punkte könnten in Gruppe F für den Aufstieg zu wenig sein.

Mit einem Remis wären die Mexikaner Gruppensieger und würden im Achtelfinale vermutlich Brasilien aus dem Weg gehen. Mit einem Sieg stünde aber Schweden in der nächsten Runde. Für Mexiko könnte selbst der viel beachtete Auftaktsieg gegen Weltmeister Deutschland (1:0) am Ende wertlos sein.

“Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben”, sagte Mexikos Torhüter Guillermo Ochoa. “Wir haben gewusst, dass es bis zum letzten Spiel gehen wird, und das ist jetzt der Fall. Wir sind vorbereitet, alle drei Spiele zu gewinnen – und das wollen wir tun.”

Kein Torhüter hat in den ersten beiden Spielen dieser WM mehr Schüsse pariert als die 14 von Ochoa. “San Ochoa”, den heiligen Ochoa, nennen sie den 32-Jährigen von Standard Lüttich in der Heimat. Kassiert er gegen die Schweden keinen Treffer, steht Mexiko zum siebenten Mal in Folge bei einer WM im Achtelfinale. Bei den vergangenen sechs Auflagen war dort aber jeweils Endstation.

Diesen “Fluch” wollen die Mexikaner in Russland brechen. Die bisherigen Leistungen veranlassen zu großen Träumen. “Wir wollen so weit wie möglich kommen bei dieser WM”, erklärte Teamchef Juan Carlos Osorio. Seit der Heim-WM 1986 war Mexiko nicht mehr im Viertelfinale. Bevor man daran denken kann, gilt es aber, das Gruppenfinale zu überstehen.

Osorio wollte die Euphorie nach den Auftaktsiegen gegen Deutschland und Südkorea (2:1) nicht zu groß werden lassen. Der Kolumbianer war seit seiner Amtsübernahme 2015 in Mexiko immer wieder Kritik ausgesetzt. Er experimentiere zu viel, so einer der Vorwürfe. Noch nie hat Osorio in zwei Länderspielen hintereinander dieselbe Startformation aufgeboten.

Gegen Schweden könnte das erstmals der Fall sein, kleinere Änderungen in der Defensive scheinen aber möglich. In der Offensive gelten Rekordtorjäger Javier “Chicharito” Hernandez, Jungstar Hirving Lozano und Carlos Vela als gesetzt. Bei den Schweden ist nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen Deutschland ebenfalls nicht von größeren Umstellungen auszugehen.

Der Schock des späten Gegentreffers gegen den Weltmeister scheint überwunden. “Wir haben alles zu gewinnen und sind mental stark”, betonte Schwedens Teamchef Janne Andersson. Die Skandinavier setzen auf ihre Stärke bei Standardsituationen. “Hoffen wir, dass die Größe unserer Spieler eine Rolle spielen kann, weil wir gut sind in diesen Situationen”, meinte Andersson, warnte aber auch vor den “technisch starken” Mexikanern.

Die Schweden benötigen einen Treffer. Das Sturmduo bilden nach dem Team-Rücktritt von Superstar Zlatan Ibrahimovic nach der EM 2016 der gegen Deutschland erfolgreiche Ola Toivonen und Marcus Berg. Schwedens Glauben ist auch ohne Ibrahimovic da. “Wir haben es in unserer eigenen Hand, darüber sind wir glücklich”, sagte Berg. “Es wird extrem schwer, uns vom Aufstieg aus der Gruppe abzuhalten.”

Von: APA/ag.