Ex-Eisläuferin Sarah Abitbol hat den Fall ins Rollen gebracht

Missbrauch im Eiskunstlauf – Ermittlungen in Frankreich

Dienstag, 04. Februar 2020 | 14:28 Uhr

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe im Eiskunstlauf hat die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen eingeleitet. Untersucht würden Vorwürfe der Vergewaltigung von und sexueller Übergriffe auf Minderjährige, teilte Staatsanwalt Remy Heitz am Dienstag mit. Im Zentrum der Ermittlungen stehen demnach die Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol.

Mit den Vorermittlungen, die aufgrund der Vorwürfe in der Biografie Abitbols eingeleitet worden waren, sollten mögliche weitere Opfer identifiziert werden, erklärte Heitz. Die heute 44-jährige Abitbol schreibt in dem Buch, dass sie im Alter von 15 Jahren von ihrem damaligen Trainer vergewaltigt worden sei. Zudem kam bei Recherchen der Zeitung “L’Obs” zutage, dass auch andere Läuferinnen mutmaßlich Opfer des Trainers gewesen waren. Auch in der Sportzeitung “L’Equipe” berichteten ehemalige Eiskunstläuferinnen und Schwimmerinnen von Übergriffen.

In Frankreich lösten die Anschuldigungen Entsetzen aus. Den Recherchen zufolge haben zahlreiche Opfer die Fälle damals den Verantwortlichen gemeldet – passiert ist demnach aber nichts. Vertuschungsvorwürfe wurden laut. Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu forderte am Montag den Präsidenten des Eissportverbands, Didier Gailhaguet, zum Rücktritt auf. Er habe Fehler gemacht, sich aber nichts zuschulden kommen lassen, verteidigte sich Gailhaguet. Er wollte sich bei einer Pressekonferenz am Mittwoch äußern.

Von: APA/dpa