In Monaco werden wichtige Entscheidungen getroffen

Monaco-Gipfel über Zukunft der Königsklasse

Freitag, 25. Mai 2018 | 11:57 Uhr

Am traditionell “freien” Freitag ist in Monaco ein wichtiger Schritt zur Zukunft der Formel 1 erfolgt. Rechteinhaber Liberty Media präsentierte dabei nach Bahrain im Fürstentum zum zweiten Mal und deutlich detaillierter die künftigen Spielregeln. Die “Vision 2021” hat durchaus Sprengkraft und soll eine neue Ära der Königsklasse einläuten.

“Es werden dabei hoffentlich viele Details über die nächsten Schritte von Liberty auf den Tisch gelegt”, hoffte auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Geklärt werden müssen Fragen über günstigere Motoren, eine gerechte Einnahmenverteilung, eine Verbesserung des Sport und die Kosten. Bisher gab es seit der Ablöse von Bernie Ecclestone von Liberty hauptsächlich Kleinkram-Entscheidungen wie die Abschaffung der Grid Girls oder die etwas seltsame Verlegung der Europa-Startzeiten von 14.00 auf 15.10 Uhr. Bei wichtigeren Dingen wie dem angekündigten Formel-1-Livestream hinkt die Entwicklung trotz großer Ankündigungen hinterher.

Sportlich teilt vor allem die angedachte Budgetobergrenze von 150 Millionen US-Dollar (130 Mio. Euro) die Meinungen in den Teams. Während kleinere Teams die Einführung begrüßen, befürchten die großen wie Ferrari, Mercedes und Red Bull durch Einsparungen einen massiven Stellenabbau in ihren Fabriken. “Da hängen Tausende Arbeitsplätze bei Teams und Zulieferern dran”, warnte etwa Horner.

Auch Toto Wolff war gespannt. “Es gibt viele Bälle aufzufangen. Insofern hoffe ich, dass das Meeting produktiv wird, damit wir mehr verstehen und entsprechend handeln können”, sagte der Mercedes-Motorsportchef am Tag vor dem Treffen. Für Wolf ist klar: “Es ist eine hochkomplexe Angelegenheit.” Frederic Vasseur von Sauber ist überzeugt: “Wir brauchen Klarheit und das schnell. Denn das jetzt ist der Beginn einer neuen Ära.”

Einige früher zu fällende Entscheidungen stehen bei Red Bull an. Die Motorensituation für 2019 ist trotz der Mitte Mai abgelaufenen Frist ungeklärt. Mit Renault ist man bekanntlich anhaltend unzufrieden, ein Wechsel zu Honda scheint riskant, obwohl die japanischen Antriebe seit diesem Jahr in den Hecks des Junior-Teams Toro Rosso ausprobiert werden.

Dazu kommt die offene Vertragssituation bei Pilot Daniel Riccardo, der von anderen Teams umworben wird. Vermutlich blickt auch der Australier der Motoren-Entscheidung bei RBR gespannt entgegen, macht womöglich sogar seine Zukunfts-Entscheidung davon abhängig. Auch er möchte irgendwann Weltmeister werden.

“Daniel ist bewusst, dass wir die beste Entscheidung hinsichtlich eines wettbewerbsfähigen Motors treffen wollen. Das ist also absolut in seinem Interesse”, hofft Horner, den 28-Jährigen bei der Stange halten zu können. “Im kommenden Monat oder so wird die Motorensache geklärt sein und danach auch die Fahrer-Frage”, ist Horner überzeugt.

Die Motoren-Abhängigkeit macht die Sache für Red Bull freilich nicht einfacher. Seit Jahren gibt es ein Hick-Hack zwischen Vierfach-Weltmeister Red Bull und Motorenlieferant Renault, weil das Team von Dietrich Mateschitz seit der Einführung der Hybrid-Motoren 2014 hinterherfährt. Zuletzt wurde der Ton auch bei Renault rauer. So warf Geschäftsführer Cyril Abiteboul den Österreichern anhaltenden Loyalitätsmangel vor.

Für Horner ist das nichts Neues. Trotz dringendem Handlungsbedarf will man hinsichtlich Motorenentscheidung zumindest bis zum Kanada-Grand-Prix in zwei Wochen warten.

Auch für Berater Helmut Marko sind die aktuellen Motoren bekanntlich zu kompliziert und zu teuer. Man müsse daher abwarten, in welche Richtung es nun reglementarisch gehe, betonte Marko die Wichtigkeit des Meetings in Monaco. Liberty habe seit der Übernahme viel angekündigt, wenig sei aber tatsächlich passiert.

Zumindest bis inklusive 2020 bleibt Red Bull der Formel 1 aber auf jeden Fall verpflichtend erhalten. Dass Sponsoren oder Fahrer wegen der derzeit unsicheren Situation ausscheren könnten, glaubt Zak Brown nicht. Der McLaren-Chef ist überzeugt: “Es wird die Formel 1 auch 2021 geben und sie sollte unter der aktuellen Führung wettbewerbsfähiger sein und noch mehr Fans anziehen. Und Piloten wollen Formel 1 fahren oder nicht, egal wie die künftigen Motoren aussehen.”

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Monaco-Gipfel über Zukunft der Königsklasse"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
forzafcs
forzafcs
Tratscher
23 Tage 23 h

Die Formel 1 ist in den letzen Jahren schon viel Intressanter und Spannender geworden hoffentlich geht es weiter so. 

wpDiscuz