Wawrinka wäre möglicher Gegner von Thiem gewesen

Muguruza, Wawrinka an Hitzetag bei Australian Open out

Donnerstag, 18. Januar 2018 | 15:05 Uhr

Der zweite Zweitrundentag bei den Tennis-Australian-Open ist von großer Hitze geprägt gewesen. Das Thermometer kletterte am Donnerstag in Melbourne auf 40 Grad, was in mancher Partie spielentscheidende Folgen hatte. Für insgesamt acht Gesetzte war früh Endstation, aus den Top Ten der Setzliste erwischte es Garbine Muguruza (ESP) und Johanna Konta (GBR) bzw. David Goffin (BEL) und Stan Wawrinka.

Der Schweizer war in Melbourne nach halbjähriger Verletzungspause auf die Tour zurückgekehrt, gegen Tennys Sandgren ging er nun mit 2:6,1:6,4:6 unter. Erstmals seit zehn Jahren erreichte “Stan the man” beim ersten Grand Slam des Jahres damit nicht die dritte Runde. Nach gutem Beginn zeigte Wawrinka Schwächen beim Aufschlag und von der Grundlinie, ab dem 2:2 im ersten Satz verlor er neun Games in Serie.

Der Australian-Open-Sieger von 2014 hatte freilich vor seinem Comeback betont, dass noch ein langer Weg vor ihm liege und er körperlich und spielerisch deutlich zusetzen müsse. Das operierte Knie würde ihn noch schmerzen. Der vorjährige Melbourne-Halbfinalist wird nun in der Weltrangliste erstmals seit Ende Mai 2013 aus den Top Ten fallen. Sein Ausscheiden könnte auch für Dominic Thiem bedeutend werden, wäre Wawrinka für ihn doch ein potenzieller Achtelfinalgegner gewesen.

Ähnlich wie für den Eidgenossen war die Ausgangsposition vor Turnierstart für Novak Djokovic, für ein Viertelfinale Thiems ein möglicher Kontrahent. Der Serbe hatte mit Gael Monfils einen gemäß Papierform gefährlicheren Zweitrundengegner als Wawrinka, setzte sich aber 4:6,6:3,6:1,6:3 durch. Beiden Akteuren machte die Hitze stark zu schaffen, der Spitzenwert lag bei 39,9 Grad Celsius. Letztlich blieb der “Djoker” gegen Monfils ungeschlagen, führt im Head-to-Head nun 15:0.

“Es war brutal”, sagte Djokovic. “Man durfte sich nur nicht aufgeben.” Monfils hatte über den zweiten und dritten Satz einen argen Hänger, bat den Schiedsrichter sogar um mehr als 25 Sekunden Pause zwischen den Ballwechseln. “Für 40 Minuten bin ich auf dem Platz gestorben”, meinte der 31-Jährige nach dem Match. “Es war schwer zu atmen. Ich glaube, das waren die härtesten Bedingungen, bei denen ich je gespielt habe.”

Titelverteidiger Roger Federer hatte bei einem 6:4,6:4,7:6(4) gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff nur im dritten Satz etwas Probleme, trifft nun auf den Franzosen Richard Gasquet. Federer war froh, das letzte Match des Tages bei nur noch rund 30 Grad spielen zu dürfen. “Da hätten auch viele andere das Recht, in der ‘Nightsession’ zu spielen. Ich bin aber froh, dass ich so in meinem Rhythmus bleiben konnte.” Im Duell mit Gasquet (16:2 für Federer) erwarte er ein interessantes Match.

Goffin, einer von Thiems ersten Jägern in der Weltrangliste, erwischte es als Nummer sieben gegen den Franzosen Julien Benneteau mit 6:1,5:7(5),1:6,6:7(4). Der Belgier hatte eine besonders kurze Vorbereitungszeit, zwischen den von ihm bestrittenen Davis-Cup-Finale und Hopman-Cup lagen nur fünf Wochen. Als dritter Gesetzter bei den Herren schied der US-Amerikaner Sam Querrey aus, der Argentinier Juan-Martin del Potro kam trotz Oberschenkelblessur weiter.

Während der Weltranglisten-Vierte Alexander Zverev in vier Sätzen gegen seinen Landsmann Peter Gojowczyk siegte, ist Angelique Kerber die bei den Damen letzte verbliebene Deutsche. Die Titelgewinnerin von 2016 prolongierte an ihrem 30. Geburtstag mit einem 6:4,6:1 gegen die von ihrem Ex-Coach Torben Beltz betreute Kroatin Donna Vekic ihren Erfolgslauf, ist heuer weiter unbesiegt. In Runde drei kommt es nun zum Schlager Kerber gegen die Russin Maria Scharapowa.

Wimbledonsiegerin Muguruza musste sich nach schwacher Leistung und zahlreichen Eigenfehlern der Taiwanesin Hsieh Su-wei 6:7(1),4:6 beugen, womit es für die nächste Weltrangliste nur noch sechs Anwärterinnen auf die Nummer eins gibt. Diese hat derzeit Simona Halep inne, und die Rumänin gab sich mit einem 6:2,6:2 gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard keine Blöße. Konta unterlag US-Lucky-Loser Bernarda Pera 4:6,5:7.

Nur 15 und damit nicht einmal die Hälfte aller Gesetzten kamen bei den Damen in die dritte Runde. Das Achtelfinale wird nur eine Ex-Siegerin des Turniers erreichen, denn von denen sind heuer auch nur Kerber (2016) und Scharapowa (2008) überhaupt angetreten. Die beiden sonst noch aktiven Australian-Open-Gewinnerinnen – Viktoria Asarenka (2012, 2013) und Serena Williams (2003, 2005, 2007, 2009, 2010, 2015, 2017) – hatten ihre Teilnahme kurz vor Turnierstart absagen müssen.

Von: APA/ag