Mayer war am Lauberhorn bester ÖSV-Läufer

Nach dem Lauberhorn herrscht Vorfreude auf die Streif

Sonntag, 14. Januar 2018 | 10:52 Uhr

Aus dem Sieg am Lauberhorn ist zwar nichts geworden, aber die Mannschaftsleistung mit drei österreichischen Abfahrern unter den besten sechs überzeugte auch den Rennsportleiter: “Was ich heute gesehen habe, war sehr gutes Skifahren. Ich kann ihnen nichts vorwerfen”, sagte Andreas Puelacher. Und meinte mit Blick auf die kommenden Rennen auf der Streif: “Ich freue mich jetzt richtig auf Kitzbühel.”

Hinter dem Schweizer Sieger Beat Feuz und dem Norweger Aksel Lund Svindal landete Matthias Mayer am Samstag in der Wengen-Abfahrt als Dritter auf dem Podest, Hannes Reichelt kam auf Rang vier und Vincent Kriechmayr wurde hinter dem Deutschen Thomas Dreßen Sechster.

“Es ist positiv zu bewerten, aber man will ja Rennen gewinnen und nicht Dritter, Vierter, Sechster werden”, sagte Puelacher, der den Rennausgang auch etwas den Startnummern geschuldet sah. “Wenn man gewinnen will, muss alles zusammenpassen: Wetter, Piste und in dem Fall auch die Startnummer.” Die niedrigste Nummer der Österreicher hatte mit 11 Mayer ausgefasst, Reichelt kam erst mit 19 und Kriechmayr mit 20. Feuz indes fuhr mit 1, Svindal mit 3 und Dreßen mit 4.

Reichelt machte in der für die Startnummernvergabe maßgeblichen WCSL einen Rang von zehn auf neun gut. Er darf in Kitzbühel nun als Vorletzter eine ungerade Nummer von 1 bis 19 auswählen und muss nicht mehr nehmen, was übrig bleibt. “Endlich haben wir die blöde Nummer zehn weg”, sagte Puelacher. “Ich arbeite mich mit mühsamen Brotkrümeln vorwärts. Wenn ich abschwinge und mit meiner Leistung zufrieden bin, kann ich mit mir selbst zufrieden sein. Die anderen Umstände kannst du nicht beeinflussen”, meinte Reichelt.

Die Vorfreude auf Kitzbühel ist auch beim Salzburger bereits stark da, Montag erfolgt ja bereits die Anreise, Dienstag wird erstmals trainiert. “Die Teamleistung in Wengen war ganz gut. Kitzbühel ist für uns sicherlich keine leichte Abfahrt, wir haben da viel Stress. Aber man muss versuchen, das auszublenden”, weiß Reichelt, der Sieger von 2014.

Der Blick auf den Wetterbericht prophezeit eine schwierige Woche: “Hoffen wir, dass der liebe Gott es mit uns gut meint und ein schönes Wetter schickt.” Ansonsten wünscht sich Reichelt die richtigen Entscheidungen der Jury: “Da schauen so viele Leute zu, Kitzbühel hat einen unglaublichen Stellenwert. Aber man muss aus den Fehlern lernen, die 2016 waren, und nicht auf Biegen und Brechen ein Rennen herunterbiegen.” Vor zwei Jahren verletzten sich Reichelt, Svindal und Georg Streitberger infolge schlechter Sicht bei Stürzen, nach 30 Läufern wurde abgebrochen.

“Druck haben wir immer, egal wo wir fahren. Die Österreicher wollen, dass wir am Podest sind. Und ich will es auch. Damit können die Athleten umgehen. Es ist motivierend, wenn viele Zuschauer kommen und die Athleten anfeuern”, sagte Puelacher und fügte an: “Was wir nicht im Griff haben, ist das Wetter.”

Mayer meinte nach der ÖSV-Leistung in Wengen, dass es nicht schade, wenn man mit ein bisschen Selbstvertrauen nach Kitzbühel fahren könne. “Und trotzdem noch Spatze hat nach vorne, ich glaube, das ist eine gute Ausgangsposition”, sieht er Potenzial.” Auch Kriechmayr tankte Zuversicht nach dem Wengen-Auftritt: “Ich bin froh, dass wir Österreicher ein ganz gutes Ergebnis geliefert haben, das macht Mut für Kitzbühel. Natürlich fehlt uns noch ein Saisonsieg, aber wir sind stark drauf. In Kitzbühel, auf unserem Hang, bin ich überzeugt, dass uns da keiner was vormacht.”

Wengen schnell abhaken wollte Max Franz (13.). “Schade, wieder ein Jahr warten, vielleicht wollte ich zu viel. Jetzt will ich in Kitzbühel in den Trainings schnell gut reinfinden.” Von Wut im Bauch will er nichts wissen. “In Kitzbühel brauchst du keine Wut im Bauch. Ich bin voll motiviert, ich weiß, dass es gut passt.” Erfreulich war der Auftritt des von einem Kreuzbandriss zurückgekehrten Christian Walder (16.). “Gott sei Dank bin ich mit der Startnummer wieder unter den 30. Ich glaube, dass es in Kitzbühel ganz gut werden könnte.”

Romed Baumann (27.) reiste nach seiner Performance mit einem “Grant im Kopf” ab. “Der Wetterbericht für Kitzbühel schaut nicht so rosig aus. Aber das Spiel kennen wir eh schon. Es ist nicht zum ersten Mal, dass wir in Wengen das schönste Wetter haben und in Kitzbühel nicht.”

Dem pflichtete der Südtiroler Peter Fill bei. “Selten so eine gute Piste gesehen, selten so viele Leute gesehen, selten so ein geiles Rennen gesehen.” Platz zehn führte er auf die Müdigkeit infolge des Kombi-Tages mit eroberter Kristallkugel zurück. “Aber was ich Freitag gewonnen habe, ist mir auch viel wert.”

Von: apa

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