Nadal hatte weit mehr Mühe als das Resultat aussagt

Nadal im Viertelfinale der Australian Open

Sonntag, 21. Januar 2018 | 14:09 Uhr

Vorjahresfinalist Rafael Nadal hat am Sonntag zwar erstmals im Verlauf der Australian Open einen Satz abgeben müssen, steht aber im Viertelfinale. Der Weltranglisten-Erste besiegte den Argentinier Diego Schwartzman allerdings erst nach 3:51 Stunden mit 6:3,6:7(4),6:3,6:3. Nadal, der auf seinen zweiten Melbourne-Titel hofft, trifft nun auf den Kroaten Marin Cilic.

Nach drei Spaziergängen in den ersten Runden wurde Nadal erstmals richtig gefordert. “Du kannst keine leichten Matches erwarten, wenn du große Turniere spielst”, sagte der 16-fache Major-Sieger. “Das war ein guter Test für mich. Viele Stunden auf dem Court und Momente, in denen ich unter Druck gestanden bin”, ergänzte Nadal. Spiele wie diese würden das Selbstvertrauen und das Vertrauen in den Körper steigern. Immerhin war die Fitness des zehnfachen French-Open-Siegers ja nach seiner Knieverletzung doch fraglich gewesen.

Auch der als Nummer 6 gesetzte Cilic benötigte fast dreieinhalb Stunden, ehe er sich gegen Nadals spanischen Landsmann Pablo Carreno Busta (Nr. 10) mit 6:7(2),6:3,7:6(0),7:6(3) durchsetzte. Für Cilic war es der 100. Einzelsieg bei einem Major. Für den 101. am Dienstag stehen die Vorzeichen allerdings nicht sehr gut: Nadal führt im Head-to-Head mit Cilic mit 5:1 und hat auch die fünf vergangenen Partien gewonnen.

Im Schlager der Night Session zwischen Masters-Sieger Grigor Dimitrow und Australiens großer Hoffnung Nick Kyrgios setzte sich nach sehenswertem Match der Bulgare durch. Dimitrow gewann nach 3:27 Stunden mit 7:6(3),7:6(4),4:6,7:6(4) und sorgte dafür, dass der letzte “Aussie” aus dem Bewerb ausgeschieden ist. “Gegen Nick zu spielen, ist immer schwierig. Er schlägt unglaublich auf, ist ein toller Wettkämpfer. Es war eines dieser Matches, in der man jede Möglichkeit, die sich einem bietet, nutzen muss”, erklärte Dimitrow nach dem Sieg über den so unberechenbaren Kyrgios.

Die unorthodoxe Spielweise des Lokalmatadors macht es den Gegnern nicht leicht, versicherte auch der Weltranglisten-Dritte. “Du musst immer in einem Alarmzustand sein, weil man nie weiß, was kommt.” Dimitrow, der ein Halbfinale aus dem Vorjahr zu verteidigen hat, bekommt es nun mit dem ungesetzten Briten Kyle Edmund zu tun, der zuvor ebenfalls einen Viersatz-Sieg gefeiert hatte. Edmund, der den abwesenden Andy Murray für seine Heimat bisher sehr gut vertritt, setzte sich gegen den Italiener Andreas Seppi 6:7(4),7:5,6:2,6:3 durch. Der 23-jährige Edmund steht zum ersten Mal überhaupt im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Er ist abseits von Murray der erste Brite seit John Lloyd (1985) in dieser Phase des ersten Majors des Jahres.

Bei den Damen zog die Masters-Siegerin und frühere Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki zum ersten Mal seit 2012 wieder in das Viertelfinale “down under” ein. Die 27-jährige Dänin fegte die Slowakin Magdalena Rybarikova 6:3,6:0 vom Court. Die Nummer zwei des Turniers trifft im Kampf um das Semifinale am Dienstag auf Carla Suarez Navarro. Die 29-jährige Spanierin rang die Estin Anett Kontaveit nach 2:17 Stunden 4:6,6:4,8:6 nieder.

Erstmals in ein Grand-Slam-Viertelfinale eingezogen ist die erst 22-jährige Belgierin Elise Mertens. Sie setzte sich gegen die Kroatin Petra Martic 7:6(5),7:5 durch. Sie trifft auf die Gewinnerin des späten Sonntagmatches zwischen Elina Switolina (UKR-4) und Denisa Allertova (CZE).

Von: APA/dpa