Nadal bezwang Leonardo Mayer

Nadal souverän, Dimitrow mit großer Mühe in Melbourne weiter

Mittwoch, 17. Januar 2018 | 15:27 Uhr

Rafael Nadal ist am Mittwoch ohne Satzverlust in die dritte Runde der Tennis-Australian-Open eingezogen. Der 31-jährige Weltranglistenerste besiegte den Argentinier Leonardo Mayer auch im fünften Duell, gewann 6:3,6:4,7:6(4). Deutlich mehr Mühe hatte hingegen der Bulgare Grigor Dimitrow. Der Auftaktbezwinger von Dennis Novak rang den US-Amerikaner Mackenzie McDonald mit 4:6,6:2,6:4,0:6,8:6 nieder.

Nadal benötigte für den Erfolg über den Ranglisten-52. 2:38 Stunden, nachdem er in der ersten Runde noch über Victor Estrella Burgos mit dreimal 6:1 hinweggefegt war. Nächste Hürde des Melbourne-Siegers von 2009, der um seinen 17. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier kämpft, ist der Bosnier Damir Dzumhur, die Nummer 28 des Turniers.

Dimitrow stand gegen den Qualifikanten McDonald am Rande einer Niederlage, hatte am Ende aber die besseren Nerven und nach 3:26 Stunden das glücklichere Ende. Für den 22-jährigen Ranglisten-186. wird die Partie trotz Niederlage noch lange in Erinnerung bleiben, hatte er doch zuvor noch nie gegen einen Spieler aus den Top 69 der Welt gespielt. Die Premiere gab es somit gleich gegen den Weltranglistendritten in der Rod Laver Arena. Dimitrow bekommt es nun mit dem auf Position 30 eingestuften Russen Andrej Rublew zu tun.

Ähnlich hart für den Aufstieg musste Jo-Wilfried Tsonga kämpfen. Der 32-jährige Franzose setzte sich gegen den 18-jährigen kanadischen Melbourne-Debütanten Denis Shapovalov in einem Krimi nach 3:37 Stunden mit 3:6,6:3,1:6,7:6(4),7:5 durch. Im Entscheidungsdurchgang machte die Nummer 15 des Turniers einen 2:5-Rückstand noch wett. “Es war ein harter Fight, es ist nicht einfach gegen die jungen Kanonen zu spielen”, sagte Tsonga.

Der Melbourne-Finalist von 2008 revanchierte sich damit für die Niederlage in der 2. US-Open-Runde im vergangenen Jahr, als der Ranglisten-50. Shapovalov in drei Sätzen gewonnen hatte. Tsonga trifft nun auf Nick Kyrgios. Der als Nummer 17 gesetzte Australier blieb beim 7:5,6:4,7:6(2) gegen den Serben Viktor Troicki ohne Satzverlust.

Der Kroate Ivo Karlovic schaffte als ältester Spieler seit 40 Jahren (Ken Rosewall war 1978 44 Jahre alt) den Einzug in die dritte Runde – mit einem in 4:33 Stunden fixierten 7:6(3),6:7(3),7:5,4:6,12:10-Erfolg gegen den Japaner Yuichi Sugita. Es war das längste Match im bisherigen Turnierverlauf, Karlovic wird am 28. Februar 39 Jahre alt. Nächster Gegner ist der Italiener Andreas Seppi.

Österreichs Herren glänzten im Doppel-Bewerb. Oliver Marach setzte sich mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic als Nummer sieben gesetzt am Mittwoch gegen Federico Delbonis/Victor Estrella Burgos (ARG/DOM) klar 6:1,6:4 durch. Das Duo setzte damit seinen Erfolgslauf nach den jüngsten Turniersiegen in Doha und Auckland zum Saisonstart fort.

Als zweite Hürde warten Wesley Koolhof/Artem Sitak (NED/NZL). Über einen Auftakterfolg durfte sich auch Auckland-Finalist Philipp Oswald freuen. Der Vorarlberger behielt mit dem Weißrussen Max Mirnyi gegen Thomas Fabbiano/Dudi Sela (ITA/ISR) hauchdünn mit 7:6(5),3:6,7:6(4) die Oberhand und wird nun mit einem Duell mit den auf Position sechs eingestuften US-amerikanischen Bryan-Brüdern belohnt.

Ebenfalls eine Runde weiter kam Alexander Peya. Mit dem Kroaten Nikola Mektic feierte der Wiener einen 6:3,6:0-Sieg gegen die Franzosen Julien Benneteau/Jonathan Eysseric. Auch auf Peya/Mektic wartet nun ein schwieriges Los, geht es doch gegen die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah, die Nummern elf des Turniers. Mit Andreas Haider-Maurer ist noch ein vierter ÖTV-Akteur im Doppel-Einsatz, er absolviert sein Erstrundenspiel mit dem Georgier Nikolos Basilaschwili gegen die Inder Leander Paes/Purav Raja erst am Donnerstag.

Bei den Damen steht die erst 15-jährige Ukrainerin Marta Kostjuk bereits in der dritten Runde, sie feierte einen 6:3,7:5-Erfolg gegen die Australierin Olivia Rogowska. Ihr “Teenager-Traum” wurde somit fortgeschrieben, wie die Australian-Open-Veranstalter eilig dichteten. Kostjuk ist die jüngste Spielerin seit der Schweizerin Martina Hingis vor 22 Jahren, die die dritte Runde in Melbourne erreichte. Nimmt man alle vier-Grand-Slam-Turniere her, ist sie die jüngste Akteurin in der dritten Runde seit Mirjana Lucic bei den US Open 1997.

Ausgeschieden ist hingegen Belinda Bencic. Die Schweizerin, die zum Auftakt sensationell Vorjahresfinalistin Venus Williams ausgeschaltet hatte, landete mit einem 1:6,3:6 gegen die thailändische Qualifikantin Luksika Kumkhum auf dem Boden der Realität.

Die dänische WTA-Finals-Siegerin Caroline Wozniacki musste gegen die Kroatin Jana Fett zwei Mätchbälle abwehren, ehe der 3:6,6:2,7:5-Sieg nach zweieinhalb Stunden in der Tasche war. “Es war verrückt, ich weiß nicht, wie ich zurück ins Match gekommen bin. Ich bin erleichtert”, sagte die als Nummer zwei gesetzte 27-Jährige nach dem Erfolg über die Weltranglisten-119.

Überraschend das Aus kam für Serien-Titelgewinnerin Julia Görges. Die zuletzt bei den WTA-Turnieren in Auckland, Moskau und Zhuai siegreich gewesene Deutsche unterlag der Französin Alize Cornet 4:6,3:6.

Von: apa