Argentinien geht als leichter Favorit ins Finale

Neuauflage des Vorjahresfinales um Titel bei Jubiläums-Copa

Freitag, 24. Juni 2016 | 20:00 Uhr

Während in Frankreich die Achtelfinale der Europameisterschaft starten, geht in den USA die Copa America Centenario zu Ende. Am Sonntag treffen in East Rutherford vor den Toren New Yorks im Endspiel des amerikanischen Fußball-Turniers, das anlässlich des 100-jährigen Bestehens erstmals nicht in Südamerika stattfindet, die Vorjahres-Finalisten Argentinien und Chile erneut aufeinander.

Leichter Favorit für das Finalspiel ist wohl Argentinien. Als einzige Mannschaft ist sie bei diesem Turnier bisher ungeschlagen und Superstar Lionel Messi, den zu Beginn noch Rückenbeschwerden plagten, scheint wieder völlig fit zu sein. Die Vizeweltmeister müssen allerdings auch gegen eine Negativserie bei den vergangenen Großereignissen ankämpfen. Seit 1993 hat Argentinien keinen Titel mehr gewonnen. Die “Albiceleste” stand 2004, 2007 und 2015 im Endspiel der Copa America und 2014 im Finale der WM, doch jedes Mal musste man der gegnerischen Mannschaft der Vortritt lassen.

Für Lionel Messi, der bei drei der vier Finalniederlagen dabei war, ist die Serie ein Ansporn, es dieses Mal besser zu machen: “Jetzt wollen wir das Endspiel unbedingt gewinnen.” Einen Sieg fordert auch Legende Diego Maradona und erhöht damit den Druck auf die Mannschaft von Trainer Gerardo Martino: “Wenn wir verlieren, sollen sie nicht nach Hause kommen”.

Wie groß die Anspannung in der argentinischen Mannschaft ist, zeigt auch Lionel Messis Kritik am Verband. Nach einer Verspätung des Fluges zum Endspiel, schimpfte der Weltfußballer des Jahres auf Instagram “was für eine Katastrophe die von der Afa sind”. Dabei könnte Argentinien einem weiteren Rekord nach der Tor-Bestmarke von Messi näher kommen. Mit einem Finalsieg hätte Argentinien 15 Titel bei der Copa America und würde mit Rekord-Copa-Sieger Uruguay gleichziehen.

Im Laufe des Turniers trafen die beiden Mannschaften bereits aufeinander. Im Auftaktspiel der Gruppe D setzte sich Argentinien mit einem 2:1 durch. Auch beim Vorjahresfinale in Santiago de Chile war die Entscheidung knapp, nach 90 Minuten und auch nach Verlängerung stand kein Sieger fest. Erst im Elfmeterschießen setzte sich Gastgeber Chile durch und holte den ersten Titel der Vereinsgeschichte.

Nun will Chile in der Neuauflage wieder den großen Nachbarn ärgern. Die Spieler strotzen trotz leichter Außenseiterrolle vor Selbstvertrauen und haben wohl weniger Druck als die Weltranglisten-Ersten aus Argentinien. Chile-Trainer Juan Antonio Pizzi ist von den Qualitäten seiner Spieler überzeugt: “Der große Vorteil meiner Spieler ist, dass sie Sieger sind. Sie gehen mit der Überzeugung in ein Spiel oder ein Turnier, dass sie es gewinnen werden. Und so spielen sie dann auch”.

Das Aufeinandertreffen verspricht vor allem torreich zu werden. Die beiden Teams haben mit Abstand die meisten Tore bei diesem Turnier geschossen. Argentinien hält bei bisher 18 Treffern in fünf Spielen, Chile bei 16.

Neben dem Titel kommt es auch zum direkten Duell um den Goldenen Schuh für den Topscorer des Turniers. Dabei liegen auf den ersten vier Plätzen zwei Chilenen und zwei Argentinier. Eduardo Vargas führt die Wertung mit sechs Toren an, liegt damit aber nur ein Tor vor Messi und zwei vor Gonzalo Higuain. Für Vargas wäre es der zweite Goldene Schuh in Folge bei der Copa America, nachdem er im vergangenen Jahr mit Perus Paolo Guerrero den Titel des besten Scorers geholt hatte.

Von: apa