Tom Brady wird den Patriots die ersten vier Spiele fehlen

NFL-Saison startet mit Hymnen-Protest und Brady-Sperre

Donnerstag, 08. September 2016 | 09:30 Uhr

Sogar Barack Obama hat sich in den Streit um die Protestaktion im American Football eingemischt. Kurz vor dem Start der NFL-Saison schlug sich der US-Präsident auf die Seite von Quarterback Colin Kaepernick, der Rassismus und Polizeigewalt im Land angeprangert hatte. “Ihm liegen reale und legitime Fragen am Herzen, über die gesprochen werden muss”, sagte Obama.

Kaepernick saß oder kniete in den Vorbereitungsspielen der amerikanischen Profiliga während der Hymne und wandte sich nicht der US-Flagge zu. Viele Amerikaner empfanden das als Affront. Mitten im heißen Wahlkampf um die US-Präsidentschaft empfahl Kandidat Donald Trump dem Spieler der San Francisco 49ers sogar: “Vielleicht sollte er sich ein Land suchen, das besser zu ihm passt.”

Mit Spannung wird erwartet, was zum Start der regulären Saison passiert. Die 49ers empfangen in ihrer ersten Partie am Montag die aus St. Louis nach LA übersiedelten Los Angeles Rams. Kaepernick hat angekündigt, seinen Protest fortzuführen. Es ist aber nicht das einzige strittige Thema vor dem NFL-Auftakt am Donnerstag. Für Schlagzeilen sorgt auch, dass Superstar Tom Brady von den New England Patriots eine Vier-Spiele-Sperre absitzen muss.

Der Quarterback des Mitfavoriten ist wegen seiner Verwicklung in die sogenannte Deflategate-Affäre um zu wenig aufgepumpte Bälle aus dem Conference-Finale 2015 nach langem Hickhack gesperrt worden. Erst am 9. Oktober kann Brady gegen die Cleveland Browns wieder mitwirken. Solange soll ihn der junge Jimmy Garoppolo vertreten und verhindern, dass es ohne den Star einen Fehlstart gibt.

Die Patriots reagierten auf die Sperre mit einer außergewöhnlichen Aktion: Im heimischen Gillette Stadium montierten sie ein riesiges Brady-Banner. Vor dem Auftaktspiel des Teams aus Massachusetts bei den Arizona Cardinals am Sonntag versuchte Trainer Bill Belichick jedoch nicht mehr auf die Brady-Frage einzugehen. “Wir sind nur auf Arizona fokussiert”, betonte der New-England-Coach mehrmals. “Alle weiteren Dinge sind nicht Bestandteil der Vorbereitung.”

Neben New England sind auch die Gegner aus Arizona einer der Anwärter auf die Super Bowl, die am 5. Februar 2017 in Houston stattfindet. Auch die Carolina Panthers, die Green Bay Packers, die Seattle Seahawks und die Pittsburgh Steelers gehören zum erweiterten Favoritenkreis. Titelverteidiger Denver Broncos gilt nach dem Karriere-Ende von Quarterback Peyton Manning nur als Außenseiter.

Denver ist es aber vorbehalten, die Saison am Donnerstag zu Hause zu eröffnen. Der Champion trifft in einer Neuauflage der Super Bowl vom Februar auf Carolina mit Star-Quarterback Cam Newton. Bei den Broncos tritt der unerfahrene Spielmacher Trevor Siemian die Nachfolge von Manning an.

Von: APA/dpa

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