Details sind noch zu klären

Nordkorea will bis zu 500 Personen zu Winterspielen schicken

Mittwoch, 10. Januar 2018 | 17:25 Uhr

Nordkorea wird voraussichtlich 400 bis 500 Personen zu den Olympischen Winterspielen ins südkoreanische Pyeongchang schicken. Das sagte Südkoreas Ministerpräsident Lee Nak Yon am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Yonhap. Beide Länder müssten aber noch Details klären. Er hoffe darauf, dass Nordkoreas Teilnahme zu einem Ende der Eiszeit zwischen Seoul und Pjöngjang beitrage.

Die bisher größte Delegation, die Nordkorea zu einer Sportveranstaltung in Südkorea geschickt hatte, umfasste mehr als 600 Personen. Zu den Asienspielen 2002 in Busan kamen neben Sportlern und Betreuern auch fast 300 Fans aus dem Norden.

Trotz des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm hatten sich Süd- und Nordkorea am Dienstag im Grenzort Panmunjom bei den ersten offiziellen Gesprächen zwischen beiden Länden seit zwei Jahren auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Beziehungen geeinigt. Nordkorea bot dabei in Bezug auf die bevorstehenden Winterspiele an, neben Regierungsvertretern und Athleten auch “Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees, Künstler, eine Fangruppe, ein Taekwondo-Demonstrationsteam, Beobachter sowie Reporter zu schicken”.

Das IOC will bei einem Treffen am 20. Jänner in Lausanne über die Vorschläge für eine Teilnahme von nordkoreanischen Athleten bei den Olympischen Winterspielen im Februar entscheiden. Das gab die Organisation am Mittwoch bekannt. Nord- und Südkorea hatten am Dienstag direkte Gespräche geführt und gemeinsame Vorschläge für den Start in Pyeongchang unterbreitet.

Bei dem Treffen in Lausanne soll beraten werden, in welcher Form Nordkorea bei den Spielen im Nachbarland dabei sein wird und ob es mit eigener Flagge und Nationalhymne antreten wird. Die südkoreanische Seite hatte vorgeschlagen, dass Mannschaften beider Länder bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Winterspiele gemeinsam einmarschieren.

Teilnehmen werden an dem Gespräch in der Schweiz neben den Nationalen Olympischen Komitees von Nord- und Südkorea auch Vertreter des Organisationskomitees der Pyeongchang-Spiele und hochrangige Regierungsbeamte. Geleitet wird die Beratung vom deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach. Entschieden werden muss dabei auch über die Anzahl der Athleten, Trainer und Offiziellen aus Nordkorea, da alle Meldefristen bereits verstrichen sind.

“Dies ist ein großer Schritt vorwärts im olympischen Geist und im Geist der Resolution des Olympischen Friedens, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde”, meinte Bach im Angesicht der Gespräche über eine mögliche nordkoreanische Olympia-Teilnahme. “Jetzt muss das IOC die Entscheidungen treffen, um dieses politische Engagement zu verwirklichen.”

Von: APA/ag.