Für Dominik Distelberger werden spezielle Vorkehrungen getroffen

Norovirus grassiert im Hotel der Leichtathletik-WM-Teams

Dienstag, 08. August 2017 | 18:18 Uhr

Im 800 Zimmer bietenden Guoman Tower Hotel, in dem viele Leichtathletik-Nationalteams während der Weltmeisterschaften in London einquartiert sind, grassiert ein Magen-Darm-Virus. Bei zwei Personen wurden Noroviren bestätigt. Auch Österreichs Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger war von einer Darmverstimmung betroffen. Für Zehnkämpfer Dominik Distelberger werden nun spezielle Vorkehrungen getroffen.

Wie Public Health England (PHE) am Dienstagnachmittag bekannt gab, seien ungefähr 30 Fälle von Erkrankungen im Athletenhotel bekannt. “Die PHE arbeitet eng mit den Organisatoren von London 2017 und dem Hotel zusammen, um Kontrolle über die Infektionen zu bekommen und die Ausbreitung der Krankheit einzugrenzen”, hieß es in einer Stellungnahme der Gesundheitsorganisation.

Diese Form der akuten Magen-Darmerkrankung durch Noroviren wird durch engen Kontakt mit einem Virusträger oder durch Berühren kontaminierter Oberflächen oder Gegenstände übertragen. In den meisten Fällen klingen die Symptome wie Durchfall und Erbrechen innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig ab.

Der Buffetbetrieb im Hotel wurde eingestellt. Die Athleten stellen sich nun an der Essensausgabe an und bekommen einen gefüllten Teller vom Bedienungspersonal, das Handschuhe trägt, überreicht.

Auf Anfrage der APA erklärte Hannes Gruber, der Sportkoordinator im Österreichischen Verband, dass auch Weißhaidinger davon betroffen gewesen sei. Man habe dies allerdings erst erkannt, als die Deutschen von Erkrankungen berichteten. “Lukas musste in der Nacht vor dem Finale öfters auf die Toilette und hatte am Finaltag eine Darmverstimmung. Er hatte vor dem Finale den Virus in sich”, sagte Gruber, der berichtete, man habe die Symptome zuerst mit der Essensumstellung oder Nervösität vor dem Wettkampf in Verbindung gebracht. Der Neunte des WM-Finales am Samstagabend verbrachte dann den ganzen Sonntag im Hotel.

Gruber glaubt nicht, dass man im Hotel, das auch während des Marathons als Pressezentrum diente, grundsätzlich von einem Hygieneproblem sprechen kann. “Es hat nichts mit der Hygiene oder der Qualität der Nahrung zu tun. Es ist einfach eine enge Ballung der immer gleichen Personen auf engstem Raum.” Desinfektionsspender wurden mittlerweile im ganzen Hotelkomplex an der Tower Bridge aufgestellt.

Als letzter Athlet des fünfköpfigen ÖLV-Teams ist am Freitag und Samstag Zehnkämpfer Dominik Distelberger im Einsatz, er trifft am Dienstagabend in London ein. “Ich werde ihn abholen, wir werden die Akkreditierung erledigen, ihn instruieren und dann gleich eine Besprechung machen, wie wir das beispielsweise mit dem Transport machen”, erklärte Gruber. Normalerweise werden die Athleten mit Bussen ins Stadion gefahren. “Handgeben würde ich derzeit keinem Athleten. Dominik darf nichts erwischen”, sagte Gruber, der aber in einem anderen Hotel untergebracht ist.

Mittlerweile weiß man, dass auch Isaac Makwala aus Botswana am Virus erkrankt ist. Der Läufer war am Montagabend aus, wie es hieß, medizinischen Gründen zu den Vorläufen über 200 m nicht angetreten. Ob er die 400-m-Entscheidung am Dienstagabend bestreiten kann, war fraglich. Er wird als Anwärter auf eine Medaille gehandelt.

Von: apa