Weltcup-Gesamtsieger setzte Erfolgsserie der Norweger im Grödnertal fort - Franz als 9. vor Mayer bester Österreicher

Norweger Kilde gewinnt nach Super-G in Gröden auch Abfahrt

Samstag, 19. Dezember 2020 | 15:24 Uhr

Aleksander Aamodt Kilde hat in Gröden das Speed-Double geschafft. Einen Tag nach dem Super-G gewann der Weltcup-Gesamtsieger am Samstag auf der Saslong auch die traditionelle Abfahrt und prolongierte damit die eindrucksvolle Erfolgsserie der Norweger dort. Ryan Cochran-Siegle (USA) und der Schweizer Beat Feuz komplettierten das Podium. Bester Österreicher war als 9. Max Franz unmittelbar vor Matthias Mayer.

24 Stunden nach seinem ersten Saisonsieg fuhr Kilde den zweiten “Hunderter” ein und übernahm damit auch die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung. Im Vorwinter hatte dem Norweger ein Sieg genügt, um die große Kristallkugel zu ergattern. “Mein Skifahren ist besser, auch der Speed ist da”, sagte Kilde nach seinem sechsten Weltcupsieg. “Und ich bin ein Jahr älter. Alles passt einfach”, freute sich der 28-Jährige, für den es ebenfalls schon am Sonntag mit dem Riesentorlauf in Alta Badia weitergeht.

Das Grödner Tal war jedenfalls auch 2020 ein “Tal der Norweger”. Sie haben hier in den 17 Rennen seit Dezember 2012 insgesamt elf Siege gefeiert. 2015 hatte Landsmann Aksel Lund Svindal ebenfalls beide Rennen hier gewonnen. Kilde erhielt selbstredend diesmal auch die Trophäe für den erfolgreichsten Läufer beider Gröden-Rennen.

Für die Österreicher endete der Gröden-Klassiker eher enttäuschend. Franz konnte sich über seine Position als bester Österreicher nicht wirklich freuen. “Überhaupt nicht. Ich habe mich grundsätzlich gut gefühlt und mich voll reing’haut. Aber ich habe früh ein Packerl zum runtertragen bekommen. Dann versuchst, schneller zu fahren als es geht”, erklärte der Kärntner. “Da habe ich leider meinen Rennplan g’scheit über den Haufen geschmissen”, übte Franz Selbstkritik. “Ich wollte Druck geben, bevor der Ski überhaupt auf dem Boden war.”

Die wegen der wechselnden Lichtverhältnisse in Gröden oft wichtige Startnummer habe aber diesmal offenbar keine allzu große Rolle gespielt. “Der Jared Goldberg ist mit Nummer 25 kurz vor mir gefahren und Sechster geworden. Das habe ich auch probiert, es ist aber in die Hose gegangen und das wurmt mich”, gestand Franz. 2018 war er mit 0,86 Sek. Rückstand auf Kilde Zweiter geworden. Diesmal wurde er mit 0,98 Neunter. “Schade. Das was ich mir vorgenommen habe, ist nicht aufgegangen”, sagte Franz.

Mayer sorgte für eine Schrecksekunde, als es ihm genau an der Stelle, an der er sich einst bei einem Sturz einen Rückenwirbel gebrochen hatte, einen Ski verschnitt. “Das ist Gröden, das gehört bei mir offenbar dazu”, meinte der Tageszehnte seufzend. Zum Verschneider meinte er: “Ich musste ein bissl improvisieren.”

Zum Ergebnis fiel Mayer ein: “Das Ziel wäre schon Top-5 gewesen, das ist sich nicht ganz ausgegangen.” Er sei trotzdem “halbwegs” zufrieden. “Obwohl ich natürlich lieber ein Stockerle geholt hätte. Aber ich habe von Anfang an gewusst, dass das hier nicht unbedingt mein Pflaster ist”, erklärte Mayer seinen schwierige Beziehung zu Gröden. “Ich muss hier immer über meine Grenzen gehen um schnell zu sein. Ich hoffe, das wird in Bormio ein bissl besser.”

Am Sonntag bestreitet der Doppel-Olympiasieger wie Kilde den Riesentorlauf in Alta Badia. Die Frage, ob die Akkus kurz vor Weihnachten noch voll seien, beantwortete Mayer mit einem Schmunzeln. “Ich habe mir heute extra Zeit gelassen, damit das passt.” Irgendwann, so Mayer, “wird mir aber auch hier der Sprung ganz nach vorne hoffentlich gelingen.”

Der Wurm drin ist immer noch bei Vincent Kriechmayr, wie der Oberösterreicher nach Platz 13 gestand. Nach einem Materialwechsel verliert Kriechmayr offenbar vor allem beim Geradeausfahren. “Bei den Kurven bin ich dabei”, versicherte er. In die Punkte kamen vom ÖSV sonst nur Daniel Hemetsberger (26.) und der Val d’Isere-Zweite Otmar Striedinger als 30. Leer ausgingen u.a. Hannes Reichelt (43.) und Christian Walder (53.).

Von: apa

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