Novaks Erfolgslauf hält an, Pouille war sein erstes gesetztes Opfer

Novak bezwang auch Pouille und steht in 3. Wimbledon-Runde

Mittwoch, 04. Juli 2018 | 19:27 Uhr

Dennis Novak überrascht beim Tennis-Grand-Slam von Wimbledon weiter. Der 24-jährige Niederösterreicher setzte sich am Mittwoch gegen den als Nummer 17 gesetzten Franzosen Lucas Pouille in einem Fünfsatz-Krimi mit 6:4,6:2,6:7(8),3:6,6:2 durch. Nach 2:55 Stunden jubelte der Qualifikant über seinen größten Karriereerfolg und trifft nun auf den Kanadier Milos Raonic.

Raonic setzte sich gegen den Australier John Millman (AUS) in drei Tiebreaks mit 7:6,7:6,7:6 durch. Für Novak – vor dem Turnier die Nummer 171 der Welt – war es der erst zweite Sieg beim dritten Hauptfeld-Antreten bei einem Major-Turnier. In der Weltrangliste wird Novak nun einen Sprung auf Position 125 machen und damit ein neues Karriere-Hoch erreichen.

Auf Court 18 der All England Championships erwischte Österreichs Nummer vier einen Traumstart, breakte den Franzosen gleich zu Beginn. Novak spielte frei auf, schlug mit seiner beidhändigen Rückhand präzise an die Linien und hatte Satz eins nach 24 Minuten fixiert.

Mit starken Returns forderte der Schützling von Wolfgang Thiem und Günter Bresnik dem favorisierte Pouille auch im zweiten Satz alles ab. Er schaffte das Break zum 2:1. Pouille schien einigermaßen entnervt, nahm ein Medical Timeout und wurde am Platz mehrere Minuten im Bereich der Hüftgegend behandelt. Der im ATP-Ranking bestplatzierte Franzose konnte zwar weitermachen, musste jedoch ein weiteres Break zum 2:5 hinnehmen – Novak servierte zum neuerlichen Satzgewinn aus.

Im dritten Set brachten die beiden gleichaltrigen Spieler ihre Aufschlagsspiele jeweils bis zum Tiebreak durch. Beim Stand von 2:3 und 3:4 hatte Novak die Break-Tür jeweils kurz aufgemacht. Pouille konnte daraus aber mit seinem bis Mitte des Matches äußerst mageren Returnspiel kein Kapital schlagen. Es folgte die meistumkämpfte Phase des Matches, in der Novak Chancen auf die Vorentscheidung (Breakball bei 5:5) ausließ.

Im extrem engen Tiebreak musste sich das ÖTV-Ass dem Schützling des deutschen Ex-Profis Tommy Haas trotz zweier Matchball-Chancen letztlich 10:8 beugen. Es war der erste Satzverlust in seinen vergangenen fünf Saison-Matches in London inklusive Quali. Es sollte ein – möglicherweise auch mentaler – Knackpunkt im Spiel sein. Novak, der lautstark mit sich selbst haderte, konnte das zuvor gezeigte hohe Niveau nicht halten, die Breaks von Pouille zum 3:2 und zum Satzausgleich waren die fast logische Konsequenz.

Das Match begann von vorn – und auch Novak gelang das Reset mit gleich drei Breaks (zum 1:0,3:2,5:2). Nach 2:55 Stunden verwertete der Niederösterreicher seinen insgesamt dritten Matchball zu seinem bisher größten Karriereerfolg.

Mit seinem Triumph konnte sich Novak einen Kindheitstraum erfüllen: “Jeder, der mal Profi sein will, träumt davon, mal ein Fünfsatzmatch in Wimbledon zu gewinnen.” Für den 24-Jährigen war es jedenfalls eine neue Erfahrung: “Es war mein erstes Mal, dass ich einen fünften Satz spielen musste. Das war schon hart”, konstatierte der ÖTV-Spieler.

Nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger konnte Novak im Finish wieder seine Bestleistung abrufen. “Er hat im vierten Satz sehr gut serviert, da war ich dann etwas müde. Im Fünften habe ich mich wieder erfangen, das war mein bester”, betonte der Qualifikant nach der Partie.

Die Qualifikation mitgezählt hat Österreichs Nummer vier nun schon fünf Partien im Tennis-Mekka gewonnen. “Jetzt bin ich in der dritten Runde, das ist unglaublich”, hatte er zunächst selbst nicht damit gerechnet. Der Einzug in die dritte Runde ist das bisherige Karriere-Highlight des Niederösterreichers. Eine verletzungsbedingte Durststrecke im Vorjahr war für Novak “vielleicht auch ganz gut”. Dadurch habe er gemerkt, wie sehr er den Sport vermisse.

Von: apa

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