Der Schweizer setzte sich letztlich deutlich durch

Odermatt beendet Schweizer Durststrecke, die des ÖSV hält an

Montag, 07. Dezember 2020 | 15:12 Uhr

Marco Odermatt hat die Durststrecke der Schweizer Riesentorläufer beendet. Der Schweizer setzte sich im vom Sonntag auf Montag verlegten zweiten RTL von Santa Caterina klar vor dem US-Amerikaner Tommy Ford (+0,73 Sek.) und Samstag-Sieger Filip Zubcic aus Kroatien (+0,75) durch. Für die Eidgenossen war es der erste Erfolg in dieser Disziplin seit Carlo Janko im März 2011 in Kranjska Gora. Die Österreicher enttäuschten indes erneut, Roland Leitinger wurde 17.

Damit übernahm Odermatt auch die Führung im Gesamtweltcup, ex aequo mit dem Franzosen Alexis Pinturault (Tagesfünfter). “Es war nicht einfach heute, das erste Mal Führender nach dem ersten Durchgang, ich bin schon sehr stolz”, sagte der 23-jährige Odermatt im ORF-TV-Interview. Er hatte bereits fünf Podestplatzierungen im Riesentorlauf, es war sein insgesamt zweiter Weltcupsieg nach dem Super-G im Dezember 2019 in Beaver Creek. Lange mit einem neuerlichen Triumph liebäugeln durfte Zubcic, dem bei nach dem Regen und Neuschnee schwierigen Pistenverhältnissen mit Laufbestzeit der Sprung von 21 auf 3 gelang.

Leitinger freilich wusste, dass es insgesamt für das ÖSV-Riesentorlauf-Team einmal mehr nicht gut aussah, bei sich selbst stellte er nach dem Ausfall in Sölden und Platz 26 am Samstag aber einen Aufwärtstrend fest. “Die Gesamtsituation ist so, dass ich nach dem ersten Rennen richtig am Boden war, da muss man das sicher mal als Fortschritt sehen. Es war eine knappe Partie vor mir und auf den Zehnten sind es nur vier Zehntel, da heißt es nun noch mehr Gas geben”, sagte der WM-Zweite von 2017.

“Der Saisonstart ist holprig verlaufen, deshalb ist das ein kleiner Schritt”, nahm er ein Stück Selbstvertrauen mit. Geduld heiße es für die Mannschaft schon seit vergangenem Jahr. “Es fehlt nicht himmelweit. Teilweise sind es Kleinigkeiten und gewisse Sachen machen andere einfach besser.” Drei Rennen sind in der Problemdisziplin in dieser Saison geschlagen. In Sölden war Stefan Brennsteiner als 17. der beste Österreicher, am Samstag in Santa Caterina Marco Schwarz als 14.

Das erste Mal seit März 2019 und damit mehr als eineinhalb Jahren landete Magnus Walch wieder in den Punkterängen. Der 28-Jährige verbesserte sich im Finale vom 26. auf den 21. Platz. “Die Erleichterung ist riesengroß, die Freude noch umso mehr. Ich bin echt happy”, sagte der Vorarlberger, der aktuell keine ÖSV-Kaderstatus hat. Marco Schwarz musste sich 1/100 Sekunde dahinter mit Platz 22 begnügen, die erhoffte Steigerung gelang daher nicht. Schuld war ein Fast-Lieger im zweiten Durchgang. “Ich habe attackiert, das ist brutal ärgerlich”, wusste der Kärntner.

Den zweiten Durchgang verpasste Manuel Feller (33.), der damit bei seinen Comeback-Rennen ohne Punkte blieb, am Samstag war der Tiroler ausgefallen. Ebenfalls nur Trainingsfahrten waren es letztlich für Vincent Kriechmayr (45.), Stefan Brennsteiner (46.), Adrian Pertl (59.) und Raphael Haaser (62.). Im Gesamtweltcup ist nach vier Rennen übrigens Adrian Pertl als 19. bester Österreicher, die Speed-Saison beginnt aber erst.

ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher sagte im ORF, dass man nichts schönreden brauche, das sei bei den meisten die gegenwärtige Realität. Bei Schwarz merkte er an, dass dieser Fehler gemacht habe, die man sich eben auf diesem Level nicht erlauben könne. “In der Saison ist es sehr schwierig, was umstellen, es geht Rennen um Rennen gleich weiter. Wir können nur trainieren und unserem Weg weiterbeschreiten und hoffen, dass wir mit Selbstvertrauen das Ziel schaffen, unter die zehn reinzufahren.” Der Druck werde immer größer, die Athleten würden alles probieren, aber man müsse die Fehler abstellen.

Für die Ski-Herren geht es nun nach Val d’Isere weiter, wo am Donnerstag das erste Abfahrtstraining angesetzt ist. Ursprünglich hätten die beiden Samstag und Montag abgehaltenen Riesentorläufe auch in Frankreich stattfinden sollen, wegen Schneemangels waren sie aber nach Santa Caterina verlegt worden. Mittlerweile ist in Val d’Isere genug Schnee gefallen. Es soll diese Woche noch einiges dazukommen, was die Veranstalter vor Probleme stellen könnte.

Von: apa

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