Österreichs Teamchef Roger Bader warnt vor den Eidgenossen

ÖEHV-Team hofft auf WM-Start wie 2015

Freitag, 04. Mai 2018 | 10:24 Uhr

“High Noon” heißt es für Österreichs Eishockey-Nationalteam zum Start in die A-WM in Dänemark. Die ÖEHV-Auswahl trifft am Samstag (12.15 Uhr/live ORF Sport +) in Kopenhagen auf die Eidgenossen. Die Schweiz ist klarer Favorit, die Österreicher hoffen aber auf eine ähnliche Überraschung wie vor drei Jahren.

Bei der bisher letzten A-WM mit Österreich 2015 in Prag war die Schweiz ebenfalls der Auftaktgegner. Mit einem 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen gelang ein sensationeller Start ins Turnier, am Ende stand dennoch der bittere Abstieg. Auch davor haben rot-weiß-rote Nationalteams bei Weltmeisterschaften zuletzt gute Figur gemacht, seit 1993 (1:5 in München) ist das ÖEHV-Team bei einer WM ohne Niederlage gegen die “Nati” und hat zwei Siege und drei Remis geholt.

Österreichs Teamchef Roger Bader hält von solchen Bilanzen wenig. “Statistiken über einen langen Zeitraum nützen nichts”, betonte er. Der Schweizer weiß, was gegen seine Landsleute auf sein Team zukommt. “Die Schweiz ist eisläuferisch sehr gut. Auch sie haben Ausfälle, wie alle anderen auch, aber sie haben eine große Breite”, sagte Bader.

Der Vize-Weltmeister von 2013 hat jüngst einige Leistungsschwankungen gezeigt. Nach dem frühen Olympia-Aus im Achtelfinale gegen Deutschland sind die Eidgenossen nun “in der Bringschuld”, wie es Teamchef Patrick Fischer ausdrückte. Das mache sie noch gefährlicher, meint Bader. “Die Erwartungen sind jetzt nicht so hoch. Die Schweiz ist immer gefährlich, wenn die Erwartungen nicht so hoch sind. Es ist für die Schweiz kein Nachteil, dass Olympia nicht so gut gelaufen ist”, erklärte Österreichs Teamchef.

Auf die leichte Schulter werden die Eidgenossen seine Auswahl nicht nehmen, ist er überzeugt. “Die breite Öffentlichkeit (in der Schweiz) nimmt Österreich vielleicht nicht so wahr, aber die steht nicht an der Bande”, so Bader. Dennoch: “Aus ihrer Sicht ist es sicher ein Pflichtsieg, ihr Ziel ist immer das Viertelfinale.”

Die Österreicher wollen aber wie vor drei Jahren überraschen. “Ich hoffe, dass wieder so ein Ergebnis rauskommt wie bei der letzten A-WM. Wichtig ist, dass wir unser System konzentriert durchspielen”, sagte Torhüter Bernhard Starkbaum, der vor seinem 100. Länderspiel steht.

“Die Schweiz ist sicher der Favorit in diesem Spiel. Aber 2015 hat man gesehen, dass immer etwas möglich ist”, meinte Dominique Heinrich. “Sie haben immer eine sehr stake Mannschaft mit viel Qualität und dem einen oder anderen NHL-Spieler. Die Spieler, die zur Nationalmannschaft kommen, sind in ihren Vereinen Schlüsselspieler, bei uns ist das nicht bei jedem so. Das darf aber keine Ausrede sein. Sie haben sicher eine gute Mannschaft, aber das hatten sie in Prag auch”, erklärte der Verteidiger.

Während Österreich noch auf Michael Raffl und damit den einzigen NHL-Spieler im Kader verzichten muss, hat die Schweiz vier NHL-Spieler zur Verfügung.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz