Österreich droht der siebente Abstieg in Folge

ÖEHV-Team verlor erstes Schlüsselspiel im WM-Abstiegskampf

Freitag, 11. Mai 2018 | 22:54 Uhr

Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in Dänemark das erste Entscheidungsspiel im Abstiegskampf verloren. Die Auswahl von Teamchef Roger Bader unterlag am Freitag in Kopenhagen Frankreich mit 2:5 (1:2,1:2,0:1). Damit kommt es am Samstag (16.15 Uhr) gegen Weißrussland zu einem direkten Duell um den Klassenerhalt.

Die ÖEHV-Auswahl hatte dank Kapitän Thomas Hundertpfund (4.) einen perfekten Start und schaffte durch NHL-Stürmer Michael Raffl (32./PP) das 2:2. Die Franzosen nutzten aber ihre Powerplay-Stärke mit drei Treffern zum Sieg und damit den Verbleib in der A-WM. Damien Fleury (10., 35./PP2) und Sacha Treille (14./PP, 42./PP) jeweils mit einem Doppelpack sowie Teddy da Costa (38.) erzielten die Treffer für die “Equipe Tricolore”. Österreich droht damit der siebente Abstieg in Folge, zum bisher letzten Mal gelang 2004 in Prag der Klassenerhalt.

Teamchef Roger Bader stellte drei Sturmlinien um. Der von seiner Erkrankung genesene Hofer spielte an der Seite von Michael Raffl und Center Konstantin Komarek. Auch die bisher starke Youngster-Linie wurde getrennt, Lukas Haudum wechselte auf die Center-Position mit Dominic Zwerger und Peter Schneider an den Flügeln.

“Das Spiel hätte heute schon anders laufen können. Wir hatten einfach nicht den Killerinstinkt, das zweite Tor zu schießen, wir hatten viele Torchancen. Die Franzosen waren konsequenter vor beiden Toren, und hatten einen heißen Torhüter”, sagte Bader.

Das Spiel begann perfekt für die Österreicher, gleich der erste Schuss saß. Nach Pass von Dominique Heinrich zog Hundertpfund ab und traf ins Kreuzeck (4.). Doch der Faden riss schnell. Nach einem regelkonformen Check von Patrick Spannring, bei dem sich Florian Chakiachvili verletzte, schlich sich im rot-weiß-roten Spiel immer mehr Unsicherheit ein. Peter Schneider vergab noch die Riesenchance auf das 2:0 (8.), danach übernahmen die Franzosen das Kommando und gingen durch Fleury (10.) und Treille (14./PP) in Führung.

“Natürlich ist es eine Enttäuschung. Einen Knacks darf es nicht geben. Wir sind nicht bei einem Kindergeburtstag, sondern bei einer Weltmeisterschaft, das ist ein Anlass für Männer. Niederlagen gehören dazu. Jetzt muss man aufstehen, und wenn man das nicht kann, muss man zu Hause bleiben”, so Teamchef Bader weiter.

Mit neuen Linien und viel Druck startete die Bader-Truppe ins Mitteldrittel. Hundertpfund (22.), Manuel Ganahl (24.) und Dominic Zwerger (24.) vergaben ihre Chancen, ehe Raffl der Ausgleich gelang. Der Stürmer der Philadelphia Flyers erzielte im Powerplay sein erstes Turniertor (32.).

Doch der Gleichstand hielt nicht lange. Fleury im Zwei-Mann-Überzahlspiel (35.) und T. da Costa (38.), der mit einem Konter eine Druckphase der Österreicher beendete, brachten die Franzosen 4:2 voran. Treille fixierte zu Beginn des Schlussdrittels (42.) mit dem dritten Powerplay-Tor den Endstand.

Hundertpfund und Co. gaben zwar nicht auf, machten Druck und erspielten sich noch einige gute Chancen, allerdings ohne Erfolg. “Wir haben die Franzosen durch eigene Fehler zurück ins Spiel kommen lassen. Wir haben immer wieder blöde Strafen, die passieren, oder Turnover, wenn man das Spiel einfach halten soll. Das darf uns nicht passieren. Sie haben das eiskalt ausgenützt. Wir haben nicht immer mit der Abgeklärtheit gespielt, die man für einen Sieg gegen die Franzosen braucht. Wir müssen daraus für morgen lernen, weil das ist das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt”, sagte Kapitän Hundertpfund. Österreich ist damit seit 14 Jahren bei Weltmeisterschaften gegen Frankreich sieglos.

Weißrussland geht ohne Punkte in das Abstiegsduell mit Österreich. Die Weißrussen bezogen am Freitagabend gegen Tschechien eine 0:3-Niederlage. Libor Sulak (9./PP), Roman Horak (16.) und Michal Repik (19.) erzielten schon im ersten Drittel die Tore der Tschechen. In der Gruppe B in Herning feierten die USA den fünften Sieg im fünften Spiel. Die US-Boys deklassierten Aufsteiger Südkorea mit 13:1. Es war der höchste Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit 15 Jahren, seit einem 12:0 von Finnland gegen Slowenien 2003.

Von: apa

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