Entscheidende Spiele stehen an - Jetzt heißt es punkten

ÖEHV-Team vor Entscheidungsspielen im WM-Abstiegskampf

Donnerstag, 10. Mai 2018 | 17:46 Uhr

Im Kampf gegen den Abstieg wird es für Österreichs Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM in Dänemark ernst. Im Doppel gegen Frankreich am Freitag und Weißrussland am Samstag (jeweils 16.15 Uhr/live ORF Sport +) entscheidet sich, ob Österreich erstmals seit 14 Jahren den Klassenerhalt schafft. Aufgrund des Punktgewinns gegen die Schweiz könnte ein Sieg reichen.

Kapitän Thomas Hundertpfund und Co. haben im Turnierverlauf gegen Olympiasieger Russland und Weltmeister Schweden (jeweils 0:7) Lehrstunden in Sachen Weltklasse erhalten – aber gegen die Schweiz (2:3 n.V.) und die Slowakei (2:4) auch gesehen, dass gegen Mannschaften eine Klasse darunter an guten Tagen etwas zu holen ist. Die Erfahrungen gilt es nun umzusetzen und vor allem mit der Intensität der gestandenen A-Nationen Schritt zu halten.

“Jetzt fängt das Turnier richtig an, das sind die zwei Schlüsselspiele. Wenn wir in der A-Gruppe bleiben wollen, muss man da gewinnen, da gib es keine Ausrede. Da verlangt es aber ein bisschen mehr von uns allen”, erklärte Michael Raffl. “Wir müssen noch kompakter sein”, forderte er ebenso wie Fehler zu vermeiden. “Im eigenen Drittel kann man keinen blinden Pass in die Mitte spielen, das wird auf diesem Niveau abgefangen und bestraft”, betonte der NHL-Stürmer.

Schweden sei kein Maßstab gewesen. “Abhaken und move on”, sagte Raffl, der sich optimistisch gibt: “Ich sehe das noch immer positiv. Gegen die Schweiz haben sie (Anm.: noch ohne Raffl) super gespielt, die zweite Hälfte gegen die Slowakei hat richtig gut ausgeschaut.”

Auch Verteidiger Stefan Ulmer gab sich nach der Abfuhr durch Schweden kämpferisch. “So schnell wie möglich vergessen und auf die wegweisenden Spiele fokussieren. Der Wille ist da”, sagte der Schweiz-Legionär.

Teamchef Roger Bader besprach und analysierte mit der Mannschaft am Mittwoch die bisherigen Spiele. Der Kampf um den erstmaligen Klassenerhalt seit Prag 2004 beginnt aber erst jetzt wirklich. “Wir wissen, dass für uns die WM jetzt richtig beginnt mit diesem Spiel gegen Frankreich. Das ist ein Big Game gegen einen direkten Konkurrenten”, sagte Bader, der noch auf der Suche nach der optimalen Linien-Zusammenstellung ist.

Während Österreich kein Testspiel in der WM-Formation bestreiten konnte, sind die Franzosen laut Bader seit Beginn der Vorbereitung fast komplett zusammen. Für die Franzosen spricht auch die Erfahrung. Sie waren 2008 der bisher letzte Aufsteiger, der den Klassenerhalt geschafft hat und nun schon seit zehn Jahren stets gegen die Besten der Welt spielen kann. Im Vorjahr verpassten sie bei der Heim-WM den Einzug ins Viertelfinale nur knapp.

Ein Vorteil für Österreich ist, dass Raffl und Co. am Donnerstag aufgrund des intensiven Programms einen Ruhetag hatten, während die Franzosen gegen die Slowakei im Einsatz waren. Training und Foto-Shooting wurden abgesagt. “Vier Spiele in fünf Tagen macht man sonst nie. Die Spieler waren schon müde, nicht unbedingt körperlich, konditionell sind sie sehr gut, auch spritzig. Aber es ist eine mentale Müdigkeit”, erklärte Roger Bader.

Der Teamchef kann gegen Frankreich voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Fabio Hofer und Daniel Woger, die gegen Schweden erkrankt gefehlt hatten, sollten fit werden. Bader stellt seine Mannschaft auf einen harten Fight ein. Die Franzosen “sind seit zehn Jahren in der Liga, weil sie wissen, wie man da spielt”, sagte der ÖEHV-Cheftrainer. “Sie sind routiniert, seit Jahren die selben, sie spielen einfaches Eishockey, defensiv gut, ziehen sich zurück und lassen den Gegner anrennen”, analysierte der Schweizer.

Vor allem der erste Block mit Kapitän Stephane da Costa, Damien Fleury und Anthony Rech sorgt zudem auch immer wieder für die nötigen Tore.

Von: apa