Billa sorgte für kollektiven ÖFB-Jubel

ÖFB-Elf nach 1:0 gegen Norwegen im Viertelfinale

Freitag, 15. Juli 2022 | 22:58 Uhr

Zweite EM-Teilnahme, zweiter Aufstieg in die K.o.-Phase: Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam hat am Freitag das nächste Erfolgskapitel in der eigenen Endrunden-Geschichte geschrieben. Durch einen 1:0-Sieg in Brighton gegen Norwegen sicherte sich die Truppe von Irene Fuhrmann in der Gruppe A mit sechs Punkten hinter England das zweite Viertelfinal-Ticket. Als Belohnung wartet am Donnerstag in Brentford das Duell mit Pool-B-Sieger und Rekord-Europameister Deutschland.

Zur Matchwinnerin vor 12.667 Zuschauern in der Heimstätte des englischen Premier-League-Clubs Brighton & Hove Albion avancierte Hoffenheim-Stürmerin Nicole Billa. Die zweiterfolgreichste Torschützin der ÖFB-Historie traf per Kopf zum 44. Mal im Teamdress. Dadurch wurde der erste Sieg im sechsten Aufeinandertreffen mit dem zweifachen Europameister und Weltranglistenelften fixiert, nachdem zuvor bei vier Niederlagen nur ein Remis herausgeschaut hatte.

Im Viertelfinale wartet nun eine ganz brisante Partie, zumal gleich 14 aktuelle ÖFB-Kaderspielerinnen bei deutschen Bundesligisten unter Vertrag stehen. Die DFB-Auswahl, die am Samstag im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel noch auf Finnland trifft, setzt gleich auf 20 Spielerinnen aus der eigenen Liga. 2017 hatten die Österreicherinnen bei der EM-Premiere sensationell das Halbfinale erreicht. Damals gab es nur einen Gegentreffer wie auch bisher in diesem Turnier beim 0:1 gegen England. Und das in mittlerweile acht Endrunden-Spielen.

Fuhrmann nahm gegenüber dem 2:0 gegen Nordirland zwei Änderungen in der Startelf vor. Die nach ihrer Corona-Erkrankung seit Mittwoch wieder im Trainingsbetrieb stehende Rechtsverteidigerin Laura Wienroither verdrängte Katharina Schiechtl, zudem bekam wie im Vorfeld angekündigt im Mittelfeld Laura Feiersinger wieder von Beginn an die Chance. Marie-Therese Höbinger musste auf die Bank.

Fuhrmann hatte mit einem Sturmlauf der zuletzt gegen England mit 0:8 untergegangenen Norwegerinnen gerechnet, der blieb allerdings aus, da die Österreicherinnen mit aggressivem Spiel dafür sorgten, dass der Favorit gar nicht richtig ins Spiel kam. Die ÖFB-Truppe kontrollierte das Geschehen und war auch jenes Team, das die Akzente setzte. Damit wurde auch deutlich, dass die Ankündigung, nicht auf ein 0:0 spielen zu wollen, nicht nur leere Worte waren. Schon nach vier Minuten gab es Elfmeteralarm, Billa wurde leicht gestoßen, ein Pfiff der ukrainischen Schiedsrichterin Kateryna Monzul blieb zurecht aus.

In der 12. Minute lag der Führungstreffer in der Luft. Guro Pettersen konnte einen Feiersinger-Schuss nicht richtig bändigen, ihn aber an die Latte ablenken. Norwegen kam nur einmal zumindest im Ansatz gefährlich in den gegnerischen Sechzehner, Caroline Graham Hansen schoss ins Außennetz (16.). Die ÖFB-Auswahl hingegen klopfte mehrmals an. Ein Hanshaw-Abschluss fiel zu überhastet aus und ging deutlich drüber (29.), einen Billa-Schuss hielt Pettersen (34.).

Die Tirolerin durfte bei ihrem dritten EM-Einsatz in diesem Turnier aber kurze Zeit später doch jubeln. Nach idealer Hanshaw-Flanke köpfelte die Angreiferin ein. Das freute auch Fuhrmann, die im Vorfeld genauere Flanken als einen Schlüssel für Tore von Billa genannt hatte. Julia Hickelsberger-Füller deutete danach auch noch vor der Pause ihre Gefährlichkeit an (41.).

Auch nach dem Seitenwechsel verteidigten die Österreicherinnen weiter geschickt und gewohnt souverän. Weiter wurden auch Nadelstiche nach vorne gesetzt, Barbara Dunst (62.), Billa (63.) und Hickelsberger-Füller (68.) verabsäumten es, den Sack zuzumachen. Zudem auch Lisa Makas, die unmittelbar nach ihrer Einwechslung an Pettersen scheiterte (72.).

Norwegen erhöhte zwar den Druck, Manuela Zinsberger musste aber nur bei einem Bizet-Schuss, den sie an das Aluminiumgehäuse lenken konnte, eingreifen (89.). Sonst blieb der Supersturm mit Ada Hegerberg (Lyon), Graham Hansen (Barcelona) und Guro Reiten (Chelsea) farblos. Norwegen verpasste wie auch beim punktlosen Auftritt 2017 den Aufstieg.

Von: apa

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