Österreichs Fußball-EM-Heldinnen erreichten per Rad den Trainingsplatz

ÖFB-Frauenteam schwebt vor Spanien-Spiel “auf Welle”

Freitag, 28. Juli 2017 | 15:18 Uhr

Das Viertelfinale vor der Türe, das Halbfinale im Visier: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam will den Sensationslauf bei der EM in den Niederlanden auch am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Tilburg in der ersten K.o.-Runde gegen Spanien fortsetzen. Während die ÖFB-Auswahl die Gruppenphase souverän meisterte, zitterte sich der Weltranglisten-13. zum Aufstieg, ist aber trotzdem Favorit.

“Auch wenn sie in der Vorrunde nicht ganz so überzeugt haben, sind sie ein starker Gegner und auch Favorit. Spanien ist bei den Männern und auch Frauen eine Fußballnation”, betonte Innenverteidigerin Carina Wenninger. Und Offensivspielerin Laura Feiersinger ergänzte: “Spanien ist ein Hammergegner, wir sind auf jeden Fall Außenseiter.”

In der Rolle hat die ÖFB-Truppe im Turnierverlauf geglänzt. Sie ist nach den Partien gegen die Schweiz (1:0), Mitfavorit Frankreich (1:1) und Island (3:0) als eines von fünf EM-Teams noch unbesiegt. Das Selbstvertrauen ist dementsprechend groß. “Wir sind in einem guten Zustand, kommen mit einer Portion Selbstvertrauen, brauchen uns auf jeden Fall nicht verstecken”, sagte Feiersinger.

Das weiß auch Teamchef Dominik Thalhammer. “Wir waren zuletzt mental stark und auch sehr stabil. Wir schweben auf einer sehr positiven Welle”, betonte der gebürtige Wiener. Das ist nur einer von vielen Punkten, die ihn zuversichtlich stimmen.

Spanien kassierte am Donnerstag im “Gruppenfinale” mit dem 0:1 gegen Schottland bereits die zweite Niederlage in Folge. Die ÖFB-Kickerinnen verfolgten das Spiel größtenteils via TV mit. “Wenn man zwei von drei Spielen verliert, ist es vom Kopf her sicher nicht so einfach. Mental ist das sicher kein Nachteil für uns”, erläuterte Wenninger. Österreich hat zudem den Vorteil der um einen Tag längeren Pause. “Das kann uns sicher helfen”, meinte Thalhammer, der bei seiner Truppe bessere Konter als zuletzt sehen will.

Auf dem Papier haben die Spanierinnen die besseren Einzelspielerinnen. Das steht außer Frage. “Sie sind technisch sehr stark, quirlig”, wusste Feiersinger. Die Offensive gilt als Prunkstück, Wenninger ist vor allem Barcelonas Jennifer Hermoso aufgefallen. “Sie haben vorne viel individuelle Qualität, sind sehr dribbelstark, da müssen wir kompakt stehen und sehr wach sein”, sagte die Bayern-Legionärin.

Der Spielstil der Spanierinnen ist bekannt, der Ballbesitz-Fußball hat allerdings beim Turnier noch wenig Erfolg und auch nur zwei Tore gebracht. “Man muss es gegen sie aushalten, dass man einmal länger den Ball nicht hat, das ist für uns aber kein Problem, weil das Spiel gegen den Ball eine unserer Stärken ist”, schilderte Thalhammer.

Das Spiel des EM-Halbfinalisten von 1997 sollte der ÖFB-Auswahl also entgegenkommen. “Sie haben sehr viel Ballbesitz, aber nicht immer in gefährlichen Räumen, wenn man dann die Balleroberung hat und schnell kontert, wird man sicher zu Chancen kommen. Ich glaube, Spanien kann uns ganz gut liegen”, meinte Wenninger. Stürmerin Nicole Billa blickte genauso optimistisch nach vorne. “Ich glaube, dass sie mit unserem aggressiven Spielstil nicht ganz zurechtkommen werden”, sagte die Tirolerin.

Aufgrund der bisherigen Eindrücke im Turnier ist der ÖFB-Traum vom Halbfinale realistisch. Bodenständig zu bleiben, ist trotzdem oberstes Gebot. “Wir haben schon so viel erreicht, alles, was noch kommt, ist eine Extrabelohnung für uns. Wir haben keinen Druck”, erklärte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.

Österreich traf bisher in zwei Pflichtspielen auf Spanien, verlor in der Qualifikation für die WM 2011 im Jahr 2009 auswärts 0:2 und zu Hause 0:1. In der im Herbst startenden Kampagne für 2019 gibt es übrigens eine Neuauflage. In Tests in Spanien gab es für die ÖFB-Auswahl im Februar 2012 ein 1:4, drei Jahre später ein 2:2. Seit damals hat Österreich einen großen Schritt vorwärts gemacht.

Von: apa

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