Auslosung fand in Dublin statt

ÖFB-Team in EM-Quali gegen Polen und Israel

Sonntag, 02. Dezember 2018 | 21:12 Uhr

Auf Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wartet in der Qualifikation für die EM 2020 eine lösbare Aufgabe. Die ÖFB-Auswahl bekam am Sonntag in Dublin Polen, Israel mit Teamchef Andreas Herzog, Slowenien, Mazedonien und Lettland als Gruppe-G-Gegner zugeschanzt. Die Top zwei sind bei der Endrunde dabei, ausgetragen wird die Qualifikation von März bis November 2019.

Das ÖFB-Team startet am 21. März 2019 (20.45 Uhr) in Wien mit einem Heimspiel gegen Polen in die EM-Qualifikation. Drei Tage später gastiert die ÖFB-Auswahl dann in Israel. Das Auswärtsmatch gegen die Polen findet am 9. September statt, das Heimspiel gegen Israel am 10. Oktober. Im letzten Match sind die Österreicher am 19. November in Lettland zu Gast.

Die erste Reaktion von Teamchef Franco Foda fiel zurückhaltend aus. “Das ist eine sehr spannende und ausgeglichene Gruppe. Wir wollen alles unternehmen, um uns zu qualifizieren. Das wird kein leichtes Unternehmen. Es gibt keine leichten Partien mehr, man muss in jedes Match mit hundertprozentiger Konzentration gehen”, betonte der Nationaltrainer im ORF-Interview.

Ähnlich äußerte sich ÖFB-Präsident Leo Windtner. “Es gibt bei einer Qualifikation keine leichte Gruppe. Unsere Gruppe ist sportlich machbar, wenn es uns gelingt, unser Potenzial abzurufen”, sagte der Oberösterreicher und hofft auf die dritte EM-Teilnahme nach 2008 und 2016. “Das wäre für den österreichischen Fußball wieder ein gewaltiger Rückenwind.”

Mit dem Weltranglisten-20. Polen erwischten die Österreicher (22.) den vermeintlich leichtesten Gegner aus Topf eins, der von einem alten Bekannten trainiert wird. Jerzy Brzeczek war früher unter anderem beim FC Tirol, LASK, Stum Graz und FC Kärnten engagiert. Sein Amt trat der 47-Jährige im Sommer nach Polens WM-Out in der Gruppenphase an, im Herbst folgte für Robert Lewandowski und Co. der Abstieg aus der Nations-League-Liga-A, was jedoch angesichts der Gruppengegner Portugal und Italien nicht allzu überraschend kam.

ÖFB-Teamchef Foda hatte Brezcek als Sturm-Coach von 2002 bis 2003 unter seinen Fittichen und freut sich auf ein Wiedersehen. “Gestern sind wir noch mit der polnischen Delegation an einem Tisch gesessen und haben geflachst. Ich habe ihnen gesagt, wir spielen hundertprozentig gegen sie”, berichtete Foda.

Auch ein Duell mit den von ÖFB-Rekordteamspieler Herzog betreuten Israelis (Weltranglisten-90.) hatte der Deutsche in der Vergangenheit mehrmals prophezeit. “Solche Geschichten schreibt nur der Fußball”, meinte Foda in diesem Zusammenhang. Der 52-Jährige hatte sich im Oktober 2017 im Rennen um den Teamchefposten unter anderem gegen Herzog durchgesetzt, was bei Letzterem einen gewissen Groll gegenüber Verbandschef Windtner auslöste.

Wenige Wochen davor hatte Willi Ruttensteiner den ÖFB nicht gerade im Guten verlassen – und ist nun Sportdirektor des israelischen Verbandes. Zudem fungiert Klaus Lindenberger mittlerweile nicht mehr als Tormanntrainer der österreichischen, sondern der israelischen Nationalmannschaft. Für Gesprächsstoff abseits des Rasens ist also gesorgt, doch Windtner wiegelte ab: “Natürlich stellt die Begegnung mit Israel eine Besonderheit dar, wiewohl wir sicherlich vermeiden werden, dass wir die gesamte Qualifikation nur auf diese Begegnung reduzieren.”

Auch Herzog konzentriert sich auf Geschehnisse auf dem Rasen. “Es ist eine lustige Geschichte, aber wenn es zu den Spielen kommt, wird der nötige Ernst dabei sein”, erklärte der frühere Teamchef-Assistent und U21-Coach des ÖFB im ORF.

Er habe sich über das Los sehr gefreut, berichtete Herzog. “Doch natürlich hat Österreich eine gute Mannschaft, die Favorit ist. Sie haben so viel Klasse, dass sie schon ein bisschen besser sind als wir.” Trotzdem sieht der Wiener generell für sein Team die Chance auf die erste EM-Teilnahme in der Geschichte Israels. “Wir haben eine Mannschaft, die jedem Gegner in der Gruppe gefährlich werden kann. Die Gruppe ist ausgeglichen, es hätte für jeden schwerer kommen können.”

Das trifft auch für den Weltranglisten.-68. Mazedonien zu, dem im Falle eines Scheiterns in der Qualifikation eine Hintertür offenstehen würde. Die Auswahl aus dem Balkan-Staat hat nämlich ihre Nations-League-D-Gruppe gewonnen und damit einen Play-off-Platz in der Tasche.

Slowenien wiederum stieg als Nummer 62 des FIFA-Rankings aus der Nations League C ab, was der Stimmung in Österreichs südlichem Nachbarland nicht zuträglich war. Erst vor wenigen Tagen übernahm der frühere GAK- und Spittal-Kicker Matjaz Kek die Betreuung der Nationalmannschaft, aus der Leipzig-Profi Kevin Kampl laut Medienberichten kürzlich zurückgetreten ist. Unter Kek schafften es die Slowenen 2010 zur WM.

Der größte Erfolg der Letten liegt schon länger zurück. Die Balten qualifizierten sich für die EURO 2004, wo sie Deutschland sensationell ein 0:0 abtrotzten. Die Nummer 132 der FIFA-Weltrangliste war wohl der unangenehmste Gegner, den Österreich aus dem sechsten und letzten Topf erwischen konnte.

Wann und wo es gegen Lettland und die übrigen Gegner geht, stand zunächst nicht fest – der genaue Spielplan sollte im Laufe des Sonntagnachmittages veröffentlicht werden. Schon zuvor war fix, dass die ÖFB-Auswahl ihre Heimspiele im Juni und September nicht im Wiener Happel-Stadion austragen kann, weil Österreichs größte Arena zu diesen Zeitpunkten für andere Veranstaltungen benötigt wird.

Der in diesem Jahr entthronte Weltmeister Deutschland bekommt es nach dem Abstieg aus der höchsten Liga der Nations League in der EM-Qualifikation für das Turnier 2020 neuerlich mit den Niederlanden zu tun. Weitere Gruppengegner sind Nordirland, Estland und Weißrussland. Titelverteidiger Portugal trifft unter anderem auf die Ukraine und Serbien, Weltmeister Frankreich etwa auf Island und die Türkei. Der große Schlager der Qualifikation aber lautet Niederlande gegen Deutschland. In der neuen Nations League hatten die Niederländer im Herbst ihre Gruppe mit Frankreich und Deutschland gewonnen. Gegen die Deutschen gab es einen 3:0-Heimsieg und ein 2:2-Remis.

Zumal in der EM-Quali die besten zwei Teams jeder Gruppe die paneuropäische Endrunde erreichen, haben beide Auswahlen gute Karten. “Wir haben schon den Anspruch, dass wir das schaffen”, sagte Deutschlands Teamchef Joachim Löw. Im Gegensatz zu früheren Qualifikationen gab der einstige Tirol- und Austria-Coach aber nicht Platz eins als Ziel vor: “Nach 2014 und 2016 waren wir in einer Phase, in der wir gut harmoniert haben. Da konnten wir so eine Zielsetzung ausgeben. Jetzt fangen wir weiter unten an. Jetzt wollen wir nicht gleich überheblich sein.”

Da das Happel-Stadion in der Bundeshauptstadt im Juni und September nächsten Jahres wegen anderer Veranstaltungen nicht zur Verfügung stehen wird, finden die ÖFB-Heimspiele gegen Slowenien (7. Juni) und Lettland (6. September) außerhalb Wiens statt.

Spielplan der Fußball-EM-Qualifikationsgruppe G im Jahr 2019:

21. März: Österreich – Polen, Mazedonien – Lettland, Israel – Slowenien

24. März: Israel – Österreich*, Polen – Lettland, Slowenien – Mazedonien

7. Juni: Österreich – Slowenien, Mazedonien – Polen, Lettland – Israel

10. Juni: Mazedonien – Österreich, Lettland – Slowenien, Polen – Israel

5. September: Israel – Mazedonien

6. September: Österreich – Lettland, Slowenien – Polen

9. September: Polen – Österreich, Lettland – Mazedonien, Slowenien – Israel

10. Oktober: Österreich – Israel, Mazedonien – Slowenien, Lettland – Polen

13. Oktober: Slowenien – Österreich, Polen – Mazedonien

15. Oktober: Israel – Lettland

16. November: Österreich – Mazedonien, Slowenien – Lettland*, Israel – Polen

19. November: Lettland – Österreich, Mazedonien – Israel, Polen – Slowenien

Beginnzeiten: alle 20.45 Uhr, außer * 18.00 Uhr

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz