Österreichs Nationalteam startet in die WM-Qualifikation

ÖFB-Team kämpft in Georgien um erfolgreichen WM-Quali-Start

Sonntag, 04. September 2016 | 14:02 Uhr

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft kämpft am Montag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Tiflis um einen erfolgreichen Start in die WM-Qualifikation. Mit einem Auswärtssieg gegen Georgien soll die Basis für eine Teilnahme an der Endrunde 2018 in Russland gelegt werden, allerdings ist die ÖFB-Auswahl vor der Nummer 118 der Weltrangliste gewarnt, die vor dem Spiel Selbstbewusstsein demonstriert.

In der vergangenen EM-Qualifikation setzte sich Deutschland zweimal nur mit Mühe gegen die Georgier durch, zuletzt gelang der Mannschaft von Teamchef Vladimir Weiss im Juni sogar ein 1:0 in einem Testmatch in Spanien. Deshalb erwartet Coach Marcel Koller einen auf Sieg spielenden Gegner. “Die Georgier haben genügend Selbstvertrauen, dass sie mit den Fans im Rücken versuchen werden, nach vorne zu spielen. Sie haben aber auch gegen Spanien gezeigt, wie gut sie defensiv stehen können.”

Dass sich die Georgier gute Chancen auf drei Punkte ausrechnen, lässt Koller aber relativ kalt. “Es spielt keine Rolle, wer Favorit ist. Wenn sie die Favoritenrolle übernehmen wollen, können sie das gerne tun.”

Lieber beschäftigt sich Koller mit der eigenen Mannschaft, die sich nach seinen Angaben in den vergangenen Tagen in blendender Verfassung präsentierte. Alle Spieler seien “mit viel Freude und Euphorie” zum Nationalteam gekommen und “sehr fokussiert. Sie haben das Fußballspielen nicht verlernt, jetzt müssen wir das auch auf den Platz bringen”, forderte der 55-Jährige.

Außerdem stellte Koller fest, dass die Auswahl “wieder enger zusammengerückt” sei. Zuletzt habe sich “vielleicht eine gewisse Genügsamkeit” eingeschlichen, damit sei es nun aber vorbei. “Es ist wieder mehr Zug dahinter”, betonte der Teamchef und ergänzte: “Jedem ist bewusst, es beginnt eine neue Ära. Wir möchten in Russland dabei sein.”

Dazu müssen David Alaba und Co. entweder die Gruppe mit den weiteren Gegnern Wales, Irland, Serbien und Moldau gewinnen oder als einer der acht besten von neun Gruppenzweiten den Umweg über das Play-off nehmen. Mit Auftritten wie bei der EM in Frankreich wird das jedoch nicht gelingen, wie auch Koller weiß. “Unser Ziel ist es, wieder dorthin zu kommen, dass wir unsere alten Stärken abrufen können”, meinte der Nationaltrainer.

Dieser Ansicht schloss sich Julian Baumgartlinger an. “Wir wollen wieder unser Gesicht von der EM-Quali zeigen”, versprach der Neo-Kapitän und berichtete von einer großen Vorfreude innerhalb der Mannschaft. “Das ist ein Reset für uns. Wir sind alle mit hoher emotionaler und mentaler Intensität zum Team gekommen und bereit für neue Aufgaben.”

Die Georgier bezeichnete Baumgartlinger als “kompakten und unangenehmen Gegner, der zuletzt mit guten Leistungen und Ergebnissen aufgezeigt hat. Wir müssen in der Offensive und Defensive konzentriert sein”, erklärte der Leverkusen-Profi.

Für Baumgartlinger bedeutet das Gastspiel in der Boris Paichadze Dinamo Arena seine Premiere als Kapitän. Das neue Amt beschäftigte den 28-Jährigen aber schon in den vergangenen Tagen, und das nicht nur, weil er als Einstand in Wien ein Mannschaftsessen spendierte. Der Mittelfeldspieler war zuletzt bemüht, die Kommunikation innerhalb der Truppe weiter zu verbessern. “Doch es ist auch wichtig, nicht aus reinem Aktionismus alles anders zu machen”, betonte der Nachfolger von Christian Fuchs.

Nicht nur wegen seiner Rolle als Spielführer gilt Baumgartlinger im zentralen Mittelfeld als gesetzt. Fraglich ist hingegen, wer am rechten Flügel aufgeboten wird: Anwärter auf diese Position sind Martin Harnik, Marcel Sabitzer, Alessandro Schöpf oder Louis Schaub.

Georgiens Fußball-Teamchef Vladimir Weiss sieht seine Mannschaft gegen Österreich als gefährlichen Außenseiter. Ein positives Ergebnis gegen die ÖFB-Auswahl sei durchaus möglich, betonte der Slowake, der allerdings mit einigen Personalsorgen zu kämpfen hat.

Neben dem noch nicht matchfitten Rapid-Legionär Giorgi Kvilitaia muss Weiss auch noch auf die drei verletzten Schlüsselspieler Jaba Kankava, Levan Mchedlidze und Giorgi Aburjania verzichten. “Das ist in etwa so, als wenn bei Österreich Alaba, Arnautovic und Harnik nicht spielen könnten”, erklärte der Coach.

Kopfzerbrechen bereitet ihm auch sein Regisseur Tornike Okriashvili. Der zuletzt bei Rapids Europa-League-Gegner Genk engagierte Siegestorschütze beim 1:0 gegen Spanien sollte ursprünglich zu Olympique Marseille wechseln, der Transfer platzte jedoch in letzter Sekunde. Derzeit ist der 24-Jährige vereinslos und hat zudem Trainingsrückstand. “Er ist in einer schwierigen Lage, wird uns aber hoffentlich trotzdem helfen können”, sagte Weiss.

Ungeachtet der personellen Probleme zeigte sich der 51-Jährige zuversichtlich. “Wir glauben, dass wir eine kleine Überraschung schaffen können. Wenn wir das Spiel taktisch und emotional richtig angehen, können wir erfolgreich sein”, beteuerte Weiss.

Ein Rückzugsgefecht ist von seiner Mannschaft offenbar nicht zu erwarten. “Wir müssen die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive schaffen. Wenn man nur defensiv spielt, kann man kein gutes Ergebnis erreichen.”

Von der Österreichern hat Weiss trotz deren verkorkster EM eine hohe Meinung. “Sie hatten in Frankreich auch Pech. Wenn Alabas Schuss nach wenigen Sekunden gegen Ungarn nicht an die Stange, sondern ins Tor gegangen wäre, wäre das Turnier vielleicht ganz anders verlaufen”, vermutete der Nationaltrainer.

Die ÖFB-Auswahl sei “ein sehr starkes Team”, erzählte Weiss und hob namentlich David Alaba, Marko Arnautovic, Martin Harnik und Aleksandar Dragovic hervor. “Wir haben Respekt vor ihnen, aber keine Angst.”

Von: apa

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