Hutecek und Co. (Archivbild vom Jänner) müssen auf EM-Ticket warten

ÖHB-Auswahl unterliegt Bosnien und muss in EM-Quali bangen

Sonntag, 14. März 2021 | 18:50 Uhr

Österreichs Handball-Männer müssen in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2022 weiter zittern, haben das Schicksal aber in eigener Hand. Am Sonntag unterlag eine personell neuerlich geschwächte ÖHB-Auswahl im ersten Spiel nach der etwas enttäuschenden Jänner-WM Bosnien-Herzegowina in Bugojno mit 21:27 (10:11) und steht in den abschließenden Partien am 29. April in Estland bzw. am 2. Mai in Graz gegen Bosnien unter Siegdruck.

Eine starke Viertelstunde reichte der Truppe von Trainer Ales Pajovic unterm Strich nicht, auch wenn die Aufgabe durch Probleme am Personalsektor – acht Neue im Team und ein weiterhin absenter Kapitän Nikola Bilyk – nicht leichter wurde. Neben den bereits als Gruppensieger feststehenden Deutschen ist in Pool 1 noch ein Fixticket zu vergeben. Bosnien ist mit vier Punkten aktuell Zweiter vor Österreich und Estland (je 2). Zusätzlich qualifizieren sich die vier besten Dritten der acht Gruppen.

Im Nachtrag – Anfang November war das Spiel wegen zahlreicher Corona-Fälle beim Gegner abgesagt worden – erwischte Österreich in der leeren Halle keinen guten Start, lag in der elften Minute mit 1:5 in Rückstand. Doch angeführt vom bei der WM verletzten Rückraum-Shooter Janko Bozovic und Lukas Hutecek hatte man sich innerhalb der nächsten zehn Minuten auf 6:6 bzw. 7:7 zurückgearbeitet und ging auch 9:7 in Führung.

Nicht zuletzt der im vergangenen Herbst eingebürgerte, 38-jährige Hard-Goalie Golub Doknic zeichnete sich einige Male aus. Anstelle aber die Chance auf das 10:7 zu nutzen, musste Österreich kurz vor der Pause das 9:9 hinnehmen und kassierte mit der Schlusssirene noch das 10:11.

Zäh verlief aus rot-weiß-roter Sicht auch der Wiederbeginn, Bosnien um Weltklasse-Tormann Benjamin Buric zog auf 14:11 (34.) bzw. 18:14 (41.) davon und hatte damit eigentlich schon die Vorentscheidung geschafft. Spätestens, als der bis dahin so sichere Flügel-Routiner Robert Weber beim Stand von 18:22 einen Siebenmeter auch im Nachschuss vergeben hatte (51.), war die Partie gelaufen.

“Der Plan war eigentlich, zwei Punkte zu holen”, meinte Pajovic im Anschluss. “Die erste Hälfte war gut. Wir haben in der zweiten Hälfte zu viele Tore bekommen, die Abwehr war nicht mehr kompakt. Mit der Tormannleistung bin ich zufrieden. Die EM-Quali ist aber noch nicht vorbei, wir haben noch zwei Spiele. Natürlich stehen wir unter Druck, der ist immer da. Wir brauchen jetzt zwei Siege.” Mit seiner Truppe kann sich der Slowene im April eine Woche lang auf die entscheidenden Partien vorbereiten.

Von: apa