Gute Nachrichten für ÖOC-Präsident Karl Stoss

ÖOC wieder im IOC vertreten – Stoss als Mitglied aufgenommen

Donnerstag, 04. August 2016 | 21:35 Uhr

Österreich hat seit Donnerstag wieder ein Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee. Anlässlich der IOC-Session in Rio de Janeiro wurde der Vorarlberger Karl Stoss als eines von acht neuen Mitgliedern aufgenommen. Abends ging es für den ÖOC-Chef auf ein Dinner mit IOC-Präsident Thomas Bach, womit Stoss die feierliche Eröffnung des Österreich-Hauses verpasste.

Die Aufnahme von Stoss bei der 129. IOC-Session im Vorfeld der Sommerspiele in Brasilien galt als formaler Akt. Seine Angelobung fand noch am Donnerstag statt. Stoss ist das insgesamt zehnte IOC-Mitglied, welches das ÖOC in der Olympiageschichte stellt. Das erste war Alexander Prinz zu Solms-Braunfels 1905 – drei Jahre vor der formalen Gründung des Österreichischen Olympischen Komitees.

Seit dem aus Krankheitsgründen vorzeitigen Rückzug von Leo Wallner im Dezember 2014 war Österreich im IOC nicht vertreten. “Ich freue mich, dass ich vom IOC als nunmehr 10. Österreicher zum Mitglied gewählt wurde. Das ist zweifelsohne eine große Ehre für Österreich, den österreichischen Sport und für mich”, sagte Stoss in einer ersten Stellungnahme.

Erfreut zeigte sich auch Generalsekretär Peter Mennel. “Wieder im IOC vertreten zu sein, ist ein Vertrauensbeweis für das ÖOC.” Da ließ es sich auch verschmerzen, dass Stoss erst verspätet zur abendlichen Österreich-Haus-Eröffnung in den Fußballclub von Botafogo kam.

Sportminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) gratulierte Stoss zur Aufnahme ins IOC. “Ich freue mich sehr, dass Österreich nach eineinhalbjähriger Pause wieder in diesem bedeutenden Gremium vertreten ist. Das unterstreicht, welch hohes Ansehen Österreich und das ÖOC im internationalen Sport genießen und würdigt die Leistung von Karl Stoss in seiner bisherigen Funktion”, sagte Doskozil.

Der Chef der Casinos Austria saß schon vor seiner Wahl in zwei IOC-Kommissionen, in die ihn Bach berufen hatte. Zum einen wirkt Stoss in der Arbeitsgruppe für eine Neuausrichtung von Winterspielen folgend der Agenda 2020 mit, zum anderen in einer achtköpfigen Arbeitsgruppe, die Daten sammeln, analysieren und zusammenführen soll. Sie tagt nach Rio erstmals.

Das IOC hat damit aktuell 98 Mitglieder, maximal können es 115 sein. Stoss hat ein persönliches Mandat, der 59-Jährige kann damit bis zum Alter von maximal 72 im Gremium bleiben, unabhängig davon, ob er eine Funktion im Nationalen Olympischen Komitee ausübt oder nicht.

Die weiteren neuen Mitglieder sind Sari Essayah (FIN), Ivo Ferriani (ITA), Luis Moreno (COL), Auvita Rapilla (Papua-Neuguinea), Anant Singh (RSA), Tricia Smith (CAN) und Nita Ambani (IND). Es ist eine interessante und vielfältige Auswahl, so ist Singh ein Filmproduzent aus Südafrika, der “Mandela – Der lange Weg zur Freiheit” in Szene setzte. Ambani ist eine indische Geschäftsfrau, die Besitzerin des Mumbai Cricket-Teams ist.

Im Rahmen der Reform 2014 wurde festgelegt, dass mit der Aufnahme von neuen Mitgliedern das IOC u.a. auch durch verschiedene Fähigkeiten und Wissen bereichert werden soll.

Zum Abschluss der dreitägigen Session hat das IOC auch neue Stellvertreter des deutschen Präsidenten Thomas Bach bestellt. Als erster “Vize” setzte sich der Spanier Juan Antonio Samaranch jr. durch, dessen Vater ab 1980 für 21 Jahre an der Spitze der olympischen Bewegung gestanden war.

Weiterer neuer Vizepräsident wurde der Türke Ugur Erdener, Chef der medizinischen Kommission des IOC. In die IOC-Exekutive schaffte es auch der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Sergej Bubka.

Von: apa

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