Zweimal WM-Silber für Reinhold Egger

ÖRV bei WM in Winterberg so erfolgreich wie zuletzt 1997

Sonntag, 27. Januar 2019 | 18:30 Uhr

Für Österreichs Kunstbahnrodler ist am Sonntag eine äußerst erfolgreiche WM in Winterberg zu Ende gegangen. Dank der Silbermedaille in der abschließenden Team-Staffel bilanziert der ÖRV mit fünf Medaillen in der allgemeinen Klasse. So eine starke Ausbeute hatte es zuletzt 1997 bei den Titelkämpfen in Innsbruck-Igls gegeben. “Ich bin natürlich überglücklich”, sagte ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl.

Der Deutsche wäre im Vorfeld schon mit zwei Medaillen zufrieden gewesen. Seine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Hannah Prock, Reinhard Egger und die Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller mussten sich im letzten Bewerb am Sonntag mit 0,508 Sekunden Rückstand nur dem Überraschungs-Weltmeister Russland geschlagen geben. Der als Letzter ins Rennen gegangene haushohe Favorit Deutschland, der zuvor in WM-Staffeln ungeschlagen gewesen war, musste sich vor eigenem Publikum mit Rang drei (+0,531) begnügen.

“Natürlich habe ich schon Bronze im Auge gehabt. Die Deutschen zum Schluss zu schlagen, ist nochmals ein besonderes Erlebnis, noch dazu auf der Bahn, auf der wir uns so schwergetan haben in den letzten Jahren”, resümierte Friedl. Eine Erfolgsgarantin scheint Prock zu sein. Sie trat bisher dreimal in einem Teambewerb an und landete immer auaf dem Podest. Im Weltcup in Oberhof am 14. Jänner 2018 gab es Rang drei, am 6. Jänner 2019 in Königssee Platz zwei.

“Dass ich es jetzt schon geschafft habe, eine WM-Medaille zu holen, ist lässig”, verlautete die Noch-18-Jährige. Ihr Lauf sei oben nicht ganz so sauber, insgesamt aber “super” gewesen. “Hannah ist einfach ein Killer, immer wenn sie dabei ist, läuft es”, kamen von Egger lobende Worte für die Startläuferin. Der 29-jährige Tiroler selbst hatte doppelten Grund zur Freude, hatte er doch zuvor im Einsitzer-Bewerb nach Rang fünf im ersten Lauf ebenfalls Silber gewonnen. “Es ist alles aufgegangen, die Freude ist riesengroß”, jubelte Egger.

Steu/Koller treten gar mit dreimal Edelmetall im Gepäck die Heimreise an. Am Freitag im Sprint und am Samstag im Doppelsitzer-Hauptbewerb hatten sie jeweils Bronze gewonnen. “Für uns persönlich war das Wochenende definitiv sensationell. Wir wussten zwar, dass für uns drei Medaillen möglich sind, dass es aber so ausgeht ist natürlich ein Traum”, sagte Koller.

Für seinen Rodel-Partner war es eine WM wie im Bilderbuch. “Das hätte ich mir vorher nie gedacht, aber wie sagt man so schön, wenn es läuft, dann läuft ́s”, meinte der wie Koller 24-jährige Steu. Die fünfte ÖRV-Medaille holte Jonas Müller mit Gold im Sprint. Rechnet man die Silberne von Prock in der U23-Wertung im Einsitzer-Bewerb hinzu, sind es gar sechs ÖRV-Medaillen.

Für Prock bietet sich kommende Woche bereits die nächste Gelegenheit, eine Medaille einzusammeln, tritt sie doch am Freitag bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Igls an. Sonst liegt der Fokus auf den letzten drei Weltcupstationen in Altenberg (kommendes Wochenende), Oberhof (inklusive EM) und Sotschi (2 Bewerbe).

Bei den Herren mischen die Österreicher noch um den Gesamtweltcupsieg mit. Wolfgang Kindl (440) hat nur den Deutschen Johannes Ludwig (473) vor sich. Egger ist Vierter (435), David Gleirscher Siebenter (416). “David will zurückschlagen im Weltcup, Wolfgang kämpft um den Gesamtweltcup, Jonas ist immer für eine Überraschung gut und Reini ist im Flow”, ist Friedl guter Dinge.

Von: apa