Raffl und Co. treffen nun auf Tschechien

Österreich will echte A-Nation werden

Sonntag, 13. Mai 2018 | 15:54 Uhr

Nach sechs Spielen in acht Tagen und dem erstmals seit 14 Jahren geschafften Klassenerhalt konnten Österreichs Eishockey-Teamspieler am Sonntag einen freien Tag genießen. Zum Abschluss der WM in Kopenhagen steht am Montag (20.15 Uhr) das Spiel gegen die Tschechen an, gegen die Österreich in zehn Spielen noch sieglos ist. Der Blick ging aber schon viel weiter in die Zukunft.

Roger Bader wünscht sich gegen Tschechien “einen Auftritt, der Freude macht, in der Hoffnung, dass wir Punkte machen können. Ich glaube, sie werden mit Stolz spielen”. Schon bisher ist der Teamchef voll des Lobes. Nach dem Frankreich-Spiel sei die Mannschaft enttäuscht gewesen, ist “aber nie auseinandergefallen. Die Mannschaft war eine Einheit. Als Außenseiter, und das sind wir auch nächstes Jahr, kann man nur als Team überzeugen”, erklärte Bader.

Auch in der Stunde seines größten Erfolgs als Trainer war der Schweizer frei von Euphorie. “Es ist eine große Erleichterung, wir dürfen für eine A-WM planen”, sagte er, betonte aber einmal mehr: “Ich habe das vorher gesagt und sage das auch jetzt: wir sind nicht A-Klasse, wir sind meilenweit davon entfernt. Es muss viel passieren, dass wir A-Klasse werden.”

Bader meinte damit das österreichische Eishockey insgesamt. Denn nur sein Nationalteam spielt in der A-Gruppe, alle anderen im Nachwuchs in unterklassigen Weltmeisterschaften. Zudem spricht Bände, dass zuletzt vor zwölf Jahren (2006 Michael Grabner und Andreas Nödl) heimische Talente von einem NHL-Club gedraftet worden sind.

“Wir brauchen mehr Spieler, die in guten Ligen spielen. Jeder Nationaltorhüter soll in seinem Club die Nummer eins sein. Und jeder Spieler, egal in welcher Liga, soll viel und in den wichtigen Situationen spielen”, so Bader. Auch mehr Kräftemessen mit der Weltklasse steht auf seiner Wunschliste. “Nur durch Spiele gegen gute Gegner werden wir besser. Das läuferische Tempo haben wir hingekriegt, es geht um die Spielintensität, wenig Zeit haben und gute Entscheidungen treffen. Das kann man nur im Spiel selber erleben. Wir brauchen 30, 40 Spiele gegen Topnationen”, beschrieb Bader seine Sichtweise.

In der Vorbereitung auf die WM 2019 in der Slowakei, die am 10. Mai und damit eine Woche später als die aktuelle beginnt, wird ihm dieser Wunsch wohl erfüllt werden, rutscht doch das Nationalteam voraussichtlich in die Euro Hockey League und bekommt dadurch bessere Gegner. Als nächste Ziele gibt Bader, dessen Vertrag bis zur Olympia-Qualifikation läuft, den Klassenerhalt 2019 und Olympia 2022 in Peking aus.

Ein längerer Verbleib in der A-WM erhoffen sich natürlich auch die Spieler. “Es ist wichtig, weil junge Spieler können sie sich auf diesem Niveau beweisen. Bei einer B-WM kommt maximal der Scout von Szekesfehervar. Hier hast du sie Scouts aus der NHL, Schweden und Finnland. Das war bei mir genauso”, sagte Michael Raffl und erinnerte an seinen eigenen Weg in die NHL. Raffl, der damals in der zweiten schwedischen Liga bei Leksand spielte, machte bei der WM 2013 in Helsinki auf sich aufmerksam und wurde schließlich von den Philadelphia Flyers geholt. “Ich habe mir nie gedacht, dass ich von einer WM aus nach Amerika komme. Die Chance ist immer da”, erzählte der Stürmer.

Und er hofft, dass auch in der heimischen Liga mehr auf österreichische Spieler gesetzt wird. “Konstant arbeiten und hoffentlich reagiert die Liga bald. Über das reden wir ja schon seit Jahrzehnten. Ich habe eigentlich keine Lust mehr, darüber zu palavern. Das tut weh, wenn man sieht, wie sich die Leute hier reinhauen”, so Raffl. Ähnlich sieht es Bernhard Starkbaum. “Wir brauchen auf jeden Fall mehr österreichische Spieler in der Liga, die konstant spielen, in den Special Teams. Das merkt man auf A-Niveau. Die österreichischen Spieler brauchen viel mehr Eiszeit, dann können sie den nächsten Schritt machen”, meinte der Torhüter.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Österreich will echte A-Nation werden"


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hefe
hefe
Grünschnabel
13 Tage 13 h

Hahaha guater Witz …… Österreich und Italien werd sich leidor nia In der A länger behaubten kennen

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