Einst bei Olympia vereint, nun Österreichs Play-off-Trio

Österreicher-Trio als Außenseiter ins NHL-Play-off

Dienstag, 10. April 2018 | 10:05 Uhr

Mit allen drei österreichischen NHL-Spielern geht die National Hockey League in die entscheidende Phase. Michael Raffl fordert mit den Philadelphia Flyers im Play-off ab Mittwoch Titelverteidiger Pittsburgh Penguins. Ab Donnerstag trifft Thomas Vanek mit den Columbus Blue Jackets auf die Washington Capitals, Michael Grabner und die New Jersey Devils bekommen es mit Tampa Bay Lightning zu tun.

Zum zweiten Mal nach 2009/10 ist ein rot-weiß-rotes Trio im Play-off um den Stanley-Cup dabei. Alle drei gehen mit ihren Teams als Außenseiter in die K.o.-Phase, alle drei rechnen sich aber auch Chancen aus. “Die Liga ist so ausgeglichen; jedes Team, das es ins Play-off schafft, hat eine Chance”, erklärte etwa Columbus-General-Manager Jarmo Kekalainen.

Zunächst hoffen die Blue Jackets in ihrer 18. NHL-Saison, endlich eine Play-off-Runde zu überstehen. Dreimal haben sie es bisher erfolglos versucht, weshalb Kekalainen eine der jüngsten Mannschaften der Liga vor Transferschluss mit drei Routiniers verstärkte.

Vanek ist einer von ihnen. Der 34-Jährige hat mit starken Leistungen, sieben Toren und acht Assists in 19 Spielen seinen Beitrag zum Aufstieg geleistet und hofft, die Capitals um Superstar Alexander Owetschkin fordern zu können. “Sie sind gefährlich. Du musst 100-prozentig fokussiert sein, weil sie so viele hochkarätige Offensivspieler haben. Wir müssen zu jeder Zeit bereit sein”, sagte Vanek.

Allerdings gilt Washington nicht als Play-off-Team. In den elf Saisonen mit Owetschkin haben die Capitals zehnmal die K.o.-Phase erreicht, aber nie die zweite Runde überstanden. “Wir denken nicht an die Vergangenheit, wir sind ein anderes Team”, betonte der Russe, der sich mit 49 Treffern zum siebenten Mal die Rocket Richard Trophy für den besten Torschützen geholt hat.

So wie Vanek wurde auch Michael Grabner kurz vor Transferschluss abgegeben und wechselte von den New York Rangers über den Hudson-River nach New Jersey. Grabner konnte in Newark aber noch nicht wie davor in Manhattan auftrumpfen. Nach 25 Toren für die Rangers gelangen ihm für die Devils erst zwei.

Die Devils, die zwischen 1995 und 2003 dreimal den Stanley Cup geholt haben, schafften erstmals seit sechs Jahren wieder den Sprung ins Play-off. Mit den Lightning wartet nun das beste Team der Eastern Conference, die Devils haben aber eine 3:0-Bilanz in den Aufeinandertreffen in dieser Saison. Auch in den bisherigen Play-off-Duellen hat New Jersey stets die Oberhand behalten und 2003 und 2007 den Aufstieg geschafft.

Das emotionalste Duell steht wohl Raffl mit dem “Battle of Pennsylvania” bevor. Die Pittsburgh Penguins gehen auf den dritten Stanley-Cup hintereinander los, was zuletzt den New York Islanders mit vier Triumphen von 1980 bis 1983 gelungen ist. Das Team um die Superstars Sidney Crosby und Jewgenij Malkin hat gegen Philadelphia alle vier Derbys in dieser Saison gewonnen und – inklusive Verlängerung – stets fünf Tore erzielt.

Doch das schreckt die Flyers nicht. “Wenn du das Ganze gewinnen willst, musst du die besten Teams schlagen”, meinte Stürmer Sean Couturier. Denn auch Philadelphia, NHL-Champion 1974 und 1975, hat einiges vorzuweisen. Nach zehn Niederlagen hintereinander fand sich die Truppe von Dave Hakstol auf Rang 29 unter 31 Mannschaften, kam danach aber in Fahrt.

Herausragend spielt in dieser Saison Claude Giroux, der mit 102 Scorerpunkten nur hinter Connor McDavid lag. Zudem haben sich junge Spieler wie Travis Konecny und Nolan Patrick oder die Verteidiger Shayne Gostisbehere und Iwan Proworow zu Leistungsträgern entwickelt. Auch Raffl hat einen guten Grunddurchgang gespielt, 13 Tore erzielt und wurde zuletzt auch in der ersten Linie eingesetzt. Sollten die Blue Jackets und die Flyers den Aufstieg schaffen, würde es im Conference-Halbfinale zu einem Österreicher-Duell kommen.

Von: apa