Das Doppel war entscheidend

Österreichs Tischtennis-Herren mit 3:1-Sieg im Viertelfinale

Sonntag, 14. August 2016 | 06:48 Uhr

Österreichs Tischtennis-Teams haben sich in Rio de Janeiro für das mäßige Abschneiden im Einzel mit dem Einzug in die Viertelfinali entschädigt. Wie die Damen am Vortag gegen die Niederlande gewannen am Samstag auch die Herren gegen Portugal 3:1. Damit kommt es am Sonntag (20.00 Uhr MESZ) zur Neuauflage des Ende September 2015 gegen Deutschland gewonnenen EM-Finales.

Das Duell mit den Portugiesen war erwartet hart umkämpft. Die ersten der vier Partien gingen über die volle Distanz von fünf Sätzen. Robert Gardos besiegte Tiago Apolonia nach zweimaliger Satzführung, ehe Stefan Fegerl Marcos Freitas nach 0:2-Rückstand unterlag. Entscheidend war das Doppel, in dem Gardos/Daniel Habesohn nach Abwehr zweier Matchbälle gegen Apolonia/Joao Monteiro erfolgreich blieben. Letztlich machte Fegerl den Sack zu.

Sein zweites Einzel war die einzige Partie über vier Sätze, nach Satzrückstand gab er Monteiro das Nachsehen. “Der Sieg war sehr, sehr wichtig”, sagte der Niederösterreicher nach getaner Arbeit. “Ich hatte hier zuvor zwei Niederlagen und dann die Entscheidungspartie gegen meinen Freund (Monteiro/Fegerl sind Doppel-Europameister 2015). Wir sind natürlich alle erleichtert, dass wir sie niedergerungen haben.”

Die Aufstellung hätten die Österreicher mit ihrem Teamchef Qian Qianli nicht optimal getroffen, dafür war nicht nur einmal Glück auf ihrer Seite. Wenn die Portugiesen einen der beiden Matchbälle im Doppel genutzt hätten, wären sie klar zu favorisieren gewesen. Dann hätte neben Fegerl auch Habesohn gegen Einzel-Viertelfinalist Freitas gewinnen müssen. Fegerl: “Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben, aber auch mit dem Quäntchen Glück.”

Für Habesohn war es sein überhaupt erstes Match bei Olympia, der Wiener sah einen verdienten Doppel-Sieg. “Wir waren eigentlich besser, haben immer die Initiative ergriffen.” Gardos entschädigte sich mit seinen zwei Punkten auch selbst für das Auftakt-Out im Einzelbewerb. “Es war klar, wenn ich das erste Match gewinne, sind wir Favorit. Sonst wären sie es gewesen. Wir haben unser Minimumziel erreicht, aber unser großes Ziel bleibt die Medaille.”

Gegen die mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger antretenden Deutschen sind die Österreicher nicht zu favorisieren, obwohl die ÖTTV-Truppe als Europameister auftritt. Beim EM-Endspiel in Jekaterinburg hatte aber Timo Boll gefehlt. Gardos wollte sein Medaillenziel deswegen jedoch nicht aus den Augen verlieren: “Die müssen uns erst schlagen.” Fegerl wurde klarer: “Wir sind krasser Außenseiter. Wichtig wird sein, die Aufstellung gut zu treffen.”

Man könne nicht davon ausgehen, dass Ovtcharov ein Spiel verliert. Fegerl: “Da muss viel zusammenlaufen, dass wir die Sensation schaffen können. Aber sie ist möglich.” Die Deutschen gewannen ihr Achtelfinale gegen Taiwan nach Kampf 3:1 und zeigten Respekt. “Wir haben sehr gut gespielt und viel Selbstvertrauen geholt”, sagte Deutschlands Coach Jörg Rosskopf der APA. “Aber es wird sicher ein 50:50-Match gegen Österreich.”

Boll sieht das Duell mit dem Nachbarn auch nicht als Selbstläufer. “Portugal zu schlagen, ist stark. Das Doppel kann entscheidend sein, Österreich hat ein starkes Doppel.” Im deutschen Doppel ist wie gegen Taiwan Boll mit Steger zu erwarten. Boll: “Wenn wir einen ähnlich guten Start hinlegen wie gegen Taiwan, haben wir eine gute Chance.” Für Boll und Ovtcharov geht es im Team um eine Rehabilitierung für das Einzel, in dem sie leer ausgingen.

Von: apa

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