Nicole Schmidhofer war als Elfte die beste ÖSV-Läuferin

ÖSV-Damen in Aare geschlagen – “Keine fehlerfrei von uns”

Dienstag, 05. Februar 2019 | 15:57 Uhr

Österreichs mit reichlich Siegen im Gepäck angereisten Speed-Damen haben die erste WM-Chance in Aare verstreichen lassen. Im Super-G war Nicole Schmidhofer am Dienstag als Elfte die Beste. “Heute ist keine fehlerfrei von uns runtergekommen. Das war einfach das Problem”, formulierte es Tamara Tippler, die auf Platz zwölf kam. “Das Glück war auf der Seite der anderen.”

Schmidhofer haderte vor allem mit zwei Passagen, “die ich ein bisschen runder hätte fahren müssen”. Zunächst im oberen Abschnitt, “wo der leichte Lupfer ist, da habe ich die Richtung nicht gemacht. Und herunten das Doppel über die Welle bin ich einfach, wie man so oft im Training sagen, mit der Welle drüber rein. Ich hätte einfach das Tor dort voll verräumen müssen”, erklärte die nun entthronte Titelverteidigerin. “Es war einfach zu gerade heute. Das ist eher untypisch für mich.”

0,69 Sekunden lag Schmidhofer am Ende hinter der Siegerin Mikaela Shiffrin. “Heute weiß ich einfach, wo die sieben Zehntel liegen, deswegen ist die Enttäuschung jetzt nicht so groß. Es ist natürlich kacke, dass das heute passiert, aber das ist halt einmal so.” Vor Shiffrin habe sie “Mega-Respekt”, klärte Schmidhofer auf. “Einfach unfassbar, jetzt kommt sie zum vierten Super-G und gewinnt das vierte Mal. Das schaut auch für uns vielleicht ein bisschen blöd aus.”

Der verlorene Status der amtierenden Weltmeisterin stelle für sie kein großes Problem dar. “Es hängt meine Startnummer daheim, wo oben steht Weltmeister, es liegt meine Goldmedaille daheim”, sagte die 29-Jährige. “Es ändert nichts, es heißt nur, dass wir in zwei Jahren in Cortina nur zu viert fahren werden. Ein Titel bleibt für mich für immer.”

Tippler, die am Vortag die Bestzeit im Abfahrtstraining hingelegt hatte, wollte sich bis auf einen schweren Fehler nichts vorwerfen. “Es ist halt einfach kein Wunschkonzert, es ist eine eigene Stimmung da”, erklärte die Obersteirerin. “Bei so einem Rennen muss einfach wirklich alles zusammenpassen. Es ist sehr eng. Da ist man ein Zehntel hinten, dann ist man schon Sechster”, meinte Tippler, wobei es durch die Verkürzung wegen heftigen Windes vor dem ersten Tor nur knapp über eine Minute war.

Gar nicht so weit kam Stephanie Venier. “Ein kurzes Vergnügen. Ich muss das jetzt eh abhaken und nach vorne schauen”, betonte die Tirolerin nach ihrem Ausfall, weil sie ein Tor verpasst hatte. “Aber lieber so alles riskiert, da kann ich mir absolut gar nichts vorwerfen.” Im Super-G hatte sie sich ohnehin keine große Chancen ausgerechnet.

Das gilt auch für Ramona Siebenhofer, die sich mit Rang 15 begnügen musste. Hinzu kam ein für sie ungünstiger Rennverlauf: Zwei Nummern vor ihr stürzte Lindsey Vonn, danach gab es eine Unterbrechung. Die Sonne war schließlich, als Siebenhofer im Starthaus stand, hinter einer langgezogenen Wolke verschwunden. Trotzdem habe sie “ein sehr, sehr gutes Gefühl gehabt”, dann aber “vielleicht zu viel auf die Linie geachtet und zu wenig aufs Skifahren”. Ihre Fahrt sei “einfach zu schön” gewesen, mit zu wenig Attacke.

Das historisch schlechte Abschneiden der ÖSV-Damen, das nur von der WM in Sierra Nevada 1996 übertroffen wird, als Anita Wachter als 16. Beste war, kümmert die aktuelle Generation eher wenig. “Wir brauchen uns trotzdem nicht verstecken, wir sind gut drauf. Wir sind keine Maschinen, jeder macht Fehler, und wir werden zurückschlagen”, meinte Tippler. “Im Leben kommt alles wieder zurück, so wie bei der Corinne Suter, die oft Vierte geworden ist, jetzt hat es gepasst. Bei uns wird das auch noch so sein. Wir haben heuer schon viele gute Rennen gezeigt.”

Bei einer Weltmeisterschaft wolle jede “vorne mitfahren und will eine Medaille holen. Dass ich da nicht freudestrahlend den Zielraum verlasse, ist natürlich auch klar. Aber Platz zwölf, da wäre ich im Weltcup zufrieden, deswegen nehme ich das positiv mit. Da will ich mich nicht runterziehen lassen”, führte Tippler aus. “Ich bin gut drauf, das Material passt, das habe ich gesehen.” Am Sonntag bietet sich in der Abfahrt die Möglichkeit zur rot-weiß-roten Revanche. “In der Abfahrt bin ich guter Dinge, dass wir ein Wörtchen mitreden werden.”

Von: apa