Kriechmayr gilt als einer der Favoriten

ÖSV-Herren wollen im Kitz-Super-G Erfolgsserie fortsetzen

Donnerstag, 18. Januar 2018 | 22:53 Uhr

Kjetil Jansrud, Vincent Kriechmayr und Josef Ferstl heißen die Gewinner der drei Weltcup-Super-G in diesem Winter. In Kitzbühel geht am Freitag zum Auftakt der Hahnenkammrennen der letzte Bewerb dieser Disziplin vor den Olympischen Spielen in Südkorea über die Bühne, Österreichs Korea-Quartett hat sich mit Kriechmayr, Max Franz, Hannes Reichelt und Matthias Mayer bereits so gut wie formiert.

In keiner anderen Disziplin präsentierten sich die ÖSV-Alpinskifahrer in der Olympiasaison als Mannschaft stärker. Der in der Wertung sechs Zähler hinter Jansrud zweitplatzierte Oberösterreicher Kriechmayr war zuletzt in Gröden Fünfter. Der wiederum nur zwei Punkte dahinter liegende Gesamtdritte Franz schrammte als zweimal Zweiter an seinem ersten Saisonsieg vorbei, Hannes Reichelt war zweimal Dritter, Mayer Dritter und Sechster. Womit es jeder der Top Vier bereits auf das Podest geschafft hat und von neun möglichen sechs Stockerlplätze eingefahren wurden.

Der letzte Weltcup-Super-G ist mit 15. Dezember 2017 in Gröden mehr als einen Monat her, das für Mittwoch geplante Training in Hinterreit musste wegen starken Schneefalls abgesagt werden. “Es ist nicht das erste Mal, dass etwas ausfallt wegen des Wetters. Man muss sich darauf einstellen, und das sollte kein großes Problem sein. Alternativ stand Kondi auf dem Programm und Regeneration für die, die es nach dem Abfahrtstraining in Knie und Rücken gespürt haben”, sagte ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher.

“Keiner hat ein Rennen in den Beinen, keiner hat viel trainieren können, auch die Konkurrenz nicht, keiner hat einen Vorteil”, sagte Kriechmayr über die Ausgangsposition im Super-G. Für sich und seine Teamkollegen ist er zuversichtlich: “Ich glaube, es schaut für uns Österreicher ganz gut aus. Wir sind im Super-G doch noch um einiges stärker als in der Abfahrt. Aber wir sind auch in der Abfahrt stark.”

Zuletzt funktionierte es am vergangenen Samstag in Wengen in der Abfahrt mit drei in den Top Sechs bekanntlich sehr gut. Puelacher sah auf dem Lauberhorn die Startnummern als mitentscheidend dafür, dass es mit dem Sieg in der schnellsten Disziplin im Olympiawinter noch nicht geklappt hat. “In der Abfahrt hat es uns noch nicht so in die Karten gespielt wie im Super-G. In der Abfahrt brauchst du es auch, dass die Umwelteinflüsse mitspielen.”

Kriechmayr fand eine mögliche Erklärung. “Im Super-G zählt halt nur der erste Lauf, da muss man die Leistung auf den Punkt bringen. Vielleicht können wir das besser als beim dritten Mal schnell sein”, sprach er die Trainings vor der Abfahrt an. Im Super-G sei der Instinkt mitentscheidend, weil man nur die Besichtigung, aber vor dem Rennen keinen Lauf habe.

Er selbst sei immer schon im Super-G stärker als in der Abfahrt gewesen, dort seien sechste Ränge bisher das Optimum. Aufgrund des Saisonverlaufes ist der 26-Jährige deshalb für den Super-G am Freitag (11.30 Uhr/live ORF eins) zuversichtlich. “Der Super-G ist für mich in Kitzbühel im Vergleich zur Abfahrt das kleinere Problem. Es wäre mir gleich, ob ich Super-G oder Abfahrt gewinne.”

Mayer war im Kitzbühel-Super-G als Sieger 2017 und zweifacher Zweiter bereits dreimal auf dem Podest, eine ähnlich starke Bilanz hat er sonst nur in Lake Louise als dreimal Zweiter aufzuweisen. “Es ist ein Heimrennen, es taugt mir einfach, hier zu fahren. Im Super-G brauchst vielleicht eine Spur weniger Erfahrung als in der Abfahrt”, versuchte er eine mögliche Erklärung. Aber auch die Charakteristik der Strecke mit einer Mischung aus vielem liege ihm sehr.

Eine Präferenz, ob er lieber Super-G oder Abfahrt gewinnen möchte, hat der Kärntner nicht. “Ich werde bei beidem alles geben.” Vom Stellenwert her sei es klar noch einmal etwas anderes, Abfahrtssieger zu werden. “Aber es ist auch cool, den Super-G zu gewinnen”, sprach er aus Erfahrung.

Das Aufgebot des Österreichischen Skiverbandes für den Weltcup-Super-G der Herren am Freitag in Kitzbühel (11.30 Uhr/live ORF eins) besteht aus Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Max Franz, Vincent Kriechmayr, Romed Baumann, Christian Walder, Daniel Danklmaier, Christopher Neumayer und Patrick Schweiger.

Zu den Mitfavoriten zählt freilich auch der Norweger Aksel Lund Svindal, der 2013 und 2016 in Kitzbühel gewann. Erfolgreicher war nur Hermann Maier mit seinen fünf Triumphen (2000, 2001, 2003, 2005, 2006).

Von: apa