Hoffnungen auf Steirerin Hirner, Oberösterreicherin Kleinrath - Hoffnung vor WM auf Lillehammer-Weltcup - ÖSV-Chefcoach Aicher: "Nivau steigt monatlich" - Hirner: "Top Fünf wäre Wahnsinn"

ÖSV-Quartett bei Weltcup-Premiere in Nordischer Kombination

Mittwoch, 16. Dezember 2020 | 16:03 Uhr

Auf den Tross der Nordischen Kombinierinnen wartet am Freitag ein Meilenstein in ihrer noch jungen Sportart. Der Weltcup am Freitag (9.30/13.45 Uhr) ist der erste in der Geschichte der Frauen-Kombination, für die Österreicherinnen kommt noch der Heim-Aspekt dazu. ÖSV-Cheftrainer Bernhard Aicher schickt vier Aktive in die Konkurrenz dieser Premiere – die 17-jährigen Lisa Hirner und Anna-Lena Slamik, die 16-jährige Sigrun Kleinrath und die 21-jährige Claudia Purker.

Otepää und Lillehammer waren als Weltcup-Schauplätze dieser Saison vorgesehen gewesen. Doch in Estland wurde corona-bedingt abgesagt, Lillehammer vorerst einmal verschoben. Die Hoffnung ist groß, dass es in der Olympia-Stadt 1994 in diesem Winter doch noch klappt. “Der norwegische Skiverband und die FIS arbeiten daran”, berichtete Aicher auf Anfrage der APA – Austria Presse Agentur am Mittwoch bei einer virtuellen Pressekonferenz. “Wir hoffen, dass wir Anfang Februar hineinrutschen.”

Das wäre noch rechtzeitig vor den am 23. Februar in Oberstdorf beginnenden Weltmeisterschaften, für die das WM-Debüt der Kombinierinnen vorgesehen ist. Bisher war der Continentalcup die höchste Ebene. Mit der Weltcup- und WM-Premiere hat sich laut Aicher bisher alles nach einem vor fünf Jahren herausgegebenen Strategie-Blatt entwickelt. “Der letzte offene Punkt sind die Olympischen Spiele, das ist für 2026 in Italien vorgesehen.”

Der Steirer sieht das allgemeine Niveau in der Sportart im Steigen begriffen. “Es steigt nicht jährlich, sondern eigentlich monatlich. Es kommen immer mehr Mädels dazu aus einzelnen Ländern. Das ist eine richtig coole Entwicklung.” Mitten drin dabei ist sein junges Quartett, aus dem nur die ehemalige Spezial-Skispringerin Purker eine Quereinsteigerin ist. Die Salzburgerin war noch in der vergangenen Saison mit Chiara Hölzl und Co. im Weltcup dabei, danach erfolgte der Wechsel ins Kombi-Lager.

“Es ist ganz etwas Anderes, vieles neu. Aber ich bereue den Schritt keine Sekunde”, sagte Purker. Sie habe sich letztlich relativ schnell entschieden, dass sie diesen Weg gehen möchte. “Jetzt kann ich gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich es bis daher geschafft habe.” Sie möchte natürlich auf der Schanze vorlegen, um als eine der Ersten in den Langlauf zu gehen. “Auf der Loipe muss ich sowieso kämpfen. Die Anspannung ist ein bisschen da, aber es überwiegt die Freude.”

Weltcup-Erfahrung hat Purker ihren Teamkolleginnen also voraus, nichts aber in puncto Nordische Kombination. Denn das verbleibende Trio hat dieses Metier von der Pike auf gelernt. So Hirner, sie hat Anfang März in Oberwiesenthal Junioren-WM-Bronze geholt und gilt als Beste im ÖSV-Team. Die Eisenerzerin entstammt einer Skisprung-Familie, angeführt von Vater Günther. “Lisa war in den letzten Jahren unsere Vorreiterin”, weiß Aicher, was er an der Steirerin hat.

Als Lokalmatadorin ist für den Teenager der Weltcup ein ganz besonderer. “Da freut man sich gleich einmal mehr”, ließ sie wissen. Im Sommer sei ein bisschen der Wurm drinnen gewesen, aber die Lockerheit sei wieder zurückgekommen. “Ich glaube, dass ich beim Springen etwas Gutes zeigen kann.” Auch die Anstiege auf der Loipe gefallen ihr. “Top Fünf wäre ein Wahnsinn”, umriss sie ihre Zielsetzung. Das Teilnehmerinnenfeld sei im Vergleich zum Contiinentalcup im Großen und Ganzen das gleiche.

Neben der Steirerin setzt Aicher auf Kleinrath. “Ich glaube, dass wir speziell mit diesen zwei Mädels ganz vorne mitmischen.” Mannschaftlich sei man gut aufgestellt. Kleinrath ist als Jüngste im Team vor rund acht Jahren über den Goldi-Talentecup zum Skispringen und später zur Nordischen Kombination gekommen. Heuer holte sie in Abwesenheit Hirners den Staatsmeistertitel. “Der erste Anstieg ist ganz entscheidend, den muss man ruhig angehen”, analysierte der Youngster die Weltcup-Loipe.

Slamik konnte sich da nur anschließen: “Man muss wissen, wie man es sich richtig einteilt. Man darf nicht in der ersten Runde alles verschießen.” Momentan fühle sie sich im Springen ein bisschen besser als im Laufen. “Top 12 oder Top 10 – das wäre cool”, umriss die Tirolerin ihre Zielsetzung. Als Vorbild sieht sie ihren engeren Landsmann und Vereinskollegen Johannes Lamparter, zuletzt im Weltcup so richtig durchgestartet. Langfristiges Ziel sei Olympia: “Da ist das Ziel, dass man auch dabei ist.”

Jetzt in Ramsau ist den Kombiniererinnen viel Interesse gewiss, auch das der ÖSV-Skispringerinnen. “Ich bin echt gespannt wie es wird, wie viele Mädels dabei sind”, sagte Hölzl. Daniela Iraschko-Stolz: “Ich finde es super, dass sie die Bühne kriegen, dass sie sich auch präsentieren dürfen. Bei den Kombinierern musst du ganz anders trainieren als ein Spezialspringer. Du hast einen ganz anderen Oberkörper, den du in den Wind stellen musst, das gehört auch nicht verglichen.”

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz