Hirscher kehrt nach Knöchelbruch auf die Piste zurück

ÖSV-Slalomherren brennen auf Saisonstart

Samstag, 11. November 2017 | 10:27 Uhr

Mit voller Schlagkraft startet das österreichische Herren-Slalomteam am Sonntag in Levi in die Saison. Ein ähnlich starkes Ergebnis wie im Vorjahr, als hinter Marcel Hirscher der Tiroler Michael Matt Zweiter wurde und dessen engerer Landsmann Manuel Feller auf Rang fünf landete, scheint auch heuer möglich. Weltmeister Hirscher kehrt nach Knöchelbruch auf die Piste zurück.

Während der zweifache Levi-Sieger Hirscher nach nur drei Tagen “richtigen Schneetrainings” die Finalqualifikation als Ziel ausgab, streben der Deutsche Felix Neureuther und der Norweger Henrik Kristoffersen eindeutig das Podest an. Auch der im Vorjahr drittplatzierte Südtiroler Manfred Mölgg gilt als Levi-Spezialist, ebenso wie etwa der Schwede Mattias Hargin. Der Deutsche Fritz Dopfer kehrt nach Bruch des linken Schien- und Wadenbeins ins Wettkampfgeschehen zurück.

Die jüngste Vorbereitung in Kabdalis in Schweden auf einem ähnlich flachen Hang wie in Levi verlief für Österreichs Torläufer vielversprechend. “Wir sind alle wieder gut drauf, wir matchen uns um die Bestzeit, das ist auch gut so”, sagte Flach-Spezialist Marco Schwarz, der in Neuseeland und im Schnalstal verstärkt auch im Steilen trainierte. “Ich habe da absolut den nächsten Schritt gemacht. Von dem her kann es losgehen.”

Der Kärntner hatte eine durchwachsene Vorsaison (“Ich wollte alles zerreißen”), heuer sollen konstant starke Leistungen her. “Es wäre schon super, wenn ein Rentier rausschauen würde”, blickte er auf den Siegespreis in Levi, will aber versuchen, sich nicht so einen Druck wie vergangenes Jahr zu machen.

Matt reiste nach dem Stockerlplatz 2016 “mit viel Freude und einem guten Feeling” in den Norden. “Eine Grundnervosität und Anspannung vor dem ersten Rennen ist da, aber ich probiere, mich aufs Skifahren zu konzentrieren. Vom Speed her hoffe ich, dass die Top fünf drinnen sein werden”, sagte der Sieger vom März in Kranjska Gora.

Für Feller ist das Training in Kabdalis immer so eine Sache, kommt ihm das flache und mittelsteile Gelände doch gar nicht entgegen. “Im Vorjahr war das auch so und schlussendlich war ich in Levi dann Fünfter. Außerdem bin ich von Haus aus eher der Renntyp. Allgemein bin ich tipptop vorbereitet, das Setup passt, der Körper passt.”

Und mit Blick auf seine Kollegen meinte der Vizeweltmeister. “Der Speed in der Mannschaft ist da, ich glaube, dass wir der Konkurrenz nicht hintennach sind.” Besonders strich der Tiroler auch den Vorarlberger Christian Hirschbühl hervor, der nur viereinhalb Wochen nach Innenbandeinriss im linken Knie und Bone Bruise im vorderen Scheinbeinkopfbereich rennbereit ist. “Das ist für mich genau die gleiche Sensation wie für Marcel, wenn nicht die größere, weil er es in noch kürzerer Zeit zurückgeschafft hat. Der fährt drei Trainingstage und brennt mich auf”, meinte Feller lachend.

Hirschbühl zeigte sich denn auch “super happy”, in Levi starten zu können. Er habe mit dem Okay der Ärzte die Belastung gesteigert, das Knie zeigte keine schmerzhafte Reaktion. “Auch die Therapeuten zu Hause haben gute Arbeit gemacht. Ich werde versuchen, das Bestmögliche rauszuholen.”

Mit Marc Digruber gibt das ein ÖSV-Sextett, das vermutlich um die vier Startplätze bei den Olympischen Spielen kämpfen wird. Nach dem 23. Platz im Levi-Weltcup 2016 reiste dieser danach nochmals für zwei Europacuprennen an den Polarkreis und gewann eines davon. “Ich glaube, dass ich meine Sachen für Sonntag beinander habe und auch im Flachen konkurrenzfähig bin.”

In Kabdalis erfreute sich Digruber nicht nur an den Nordlichtern (“Einzigartiges Erlebnis, das kann schon was”), sondern schaute auch ein bisschen hinüber zu den anderen trainierenden Nationen. “Da sieht man auch nur, dass sie gut fahren. Wer wirklich schnell ist, kann man erst am Sonntag sagen. Wir haben einen sehr, sehr guten Speed in unserer Mannschaft. Ich glaube, dass wir sehr schnell sind.”

Von: apa

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