Felix Oschmautz bläst bei der Bratislava-WM zum Angriff/Archivbild

Olympia-Vierter Oschmautz am Saisonende um WM-Medaille

Dienstag, 21. September 2021 | 05:00 Uhr

Beim zweiten absoluten Saison-Höhepunkt im Wildwasser-Kanu haben Österreichs Aktive fast ein Heimspiel. Unweit der rot-weiß-roten Grenze werden von Mittwoch bis Sonntag in Bratislava die WM-Titel vergeben, und das in einem umgebauten Kanal. Corinna Kuhnle nutzte ihre Olympia-Absenz im August dazu, auf der neuen Strecke zu trainieren, die Niederösterreicherin ist eine OKV-Hoffnungsträgerin. Bei den Männern führt Felix Oschmautz das Aufgebot an.

In diesem fehlt einerseits die Kärntnerin Nadine Weratschnig, die Olympia-Fünfte im Canadier-Einer ist nach den Spielen noch nicht wieder in das Wettkampfgeschehen eingestiegen. Gleiches gilt für Viktoria Wolffhardt, allerdings unfreiwillig. Eine Blutuntersuchung bei der Tullnerin habe laut OKV-Chef Helmut Oblinger ergeben, dass ein Drüsenfieber vorliege. “Ihr Immunsystem ist im Keller. Sie muss schauen, dass sie relativ bald auf die Beine kommt, um dann relativ früh ins Herbst-Training einzusteigen.”

So tritt in der Slowakei von der rot-weiß-roten Frauen-Equipe neben Kuhnle nur Antonia Oschmautz an. Zu ihrem Bruder gesellen sich Mario Leitner und der 16-jährige Moritz Kremslehner. “Ein kleines Team, aber wir haben durchaus Chancen auf mehrere Finalteilnahmen”, erklärte Oblinger, mit seiner Truppe seit Mitte vergangener Woche vor Ort. Im Kajak-Einer schätzt er die Olympiasiegerinnen Jessica Fox (AUS) und Ricarda Funk (GER) über den anderen ein, dahinter komme aber u.a. auch Kuhnle.

Oschmautz wiederum habe nach Platz vier bei Olympia gezeigt, dass er die Form trotz längerer Wettkampfpause gut gehalten hat. Bei den beiden September-Weltcups gab es für den Kärntner die Plätze zwei und zehn, heuer verpasste er nur einmal einen Endlauf. Dabei sei er mit 22 Jahren zehn Jahre unter dem Altersschnitt der Elite-Athleten, so Oblinger. Los geht es am Mittwoch mit Teambewerben, auch im Wildwassersprint. In dem ist ein OSV-Quartett genannt, Valentina Dreier ist am aussichtsreichsten.

WM-Medaillen werden auch im Extreme-Slalom vergeben, 2024 eine neue Olympia-Disziplin. Die Qualifikationskriterien für die nächsten Paris-Spiele werden im November vom Weltverband (ICF) festgelegt, bisher hat aus österreichischer Sicht u.a. Leitner darin gut aufgezeigt. Oschmautz hat wegen des neuen Olympia-Status zuletzt im Weltcup sein Debüt in diesem Bewerb gegeben, hält ihn aktuell für technisch wenig anspruchsvoll. Mit seinem fünften Platz war er freilich sehr zufrieden.

Der Gesamtweltcup-Vierte hatte zuletzt beim Weltcup in Pau nach einem verpatzten Lauf mit der Ansage “In Bratislava wird es was geben” aufhorchen lassen. Die Erfolge geben ihm Zuversicht. “Jetzt schaue ich, dass ich auch die Kleinigkeiten richtig hinkriege”, meinte Oschmautz zur APA – Austria Presse Agentur. “Der Kanal ist komplett neu. Ich würde behaupten, er liegt mir gut. Es ist wirklich cool, wieder einmal einen komplett neu zu lernen. Es ist groß, viel Wasser und steil – auf jeden Fall spektakulär.”

Mit dem letzen Einsatz in Bratislava beginnt eine mehr als einmonatige Pause, ehe das Team Anfang November wieder zusammenkommen wird. “Die letzten eineinhalb, zwei Jahre waren sehr anstrengend”, bezog sich Oblinger auf die zweimal absolvierte Olympia-Vorbereitung und die Corona-Restriktionen. Oschmautz will im Oktober sein Informatik-Studium vorantreiben, nicht an Kanu denken: “Der Körper und Kopf braucht die Pause. Damit man nachher Lust hat, in die harte Jahreszeit zu starten.”

Fixpunkt im Dezember ist dann die erstmalige Inspektion des Pariser Olympia-Kanals. Die neu gebaute Anlage sieht Oblinger auf der einfachen Seite. Der Olympia-Fünfte 2000 meint, dass weniger Muskelmasse dort dann mehr sein könnte. Andererseits sei auch Tokio nicht ganz so wuchtig, (der kräftige; Anm.) Oschmautz zum Beispiel habe das aber dort gut hinbekommen. Für ihn seien die Voraussetzungen in der Slowakei nun umso besser: “Bratislava ist wuchtig, das sollte ihm entgegenkommen.”

Von: apa

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