Monica Puig kommt mit der Euphorie des Olympiasiegs zu den US Open

Olympiasiegerin Puig als gefährliche US-Open-Außenseiterin

Montag, 29. August 2016 | 10:21 Uhr

Es war wohl einer der schönsten Momente des olympischen Tennis-Turniers, als Monica Puig im Endspiel gegen die Deutsche Angelique Kerber den Matchball zur sensationellen Goldmedaille verwertete. Nun ist die erst 22-Jährige aus Puerto Rico plötzlich ein Star bei den am Montag beginnenden US Open. Und nach der Absage von Sloane Stephens (USA) rutschte sie sogar gerade noch in die Gesetztenliste.

Als Nummer 32 beim letzten Grand-Slam-Turnier ist sie kein Nobody mehr, dabei hatte sie die Saison als Nummer 92 im WTA-Ranking begonnen. 2013 hatte sie zweimal die dritte Runde bei einem Major erreicht. Doch bei den Spielen in Rio bekam die talentierte Puig einen Lauf, gab bis ins Halbfinale nur 14 Games ab und putzte sogar French-Open-Siegerin Garbine Muguruza (ESP) mit 6:1,6:1 vom Court.

Der Spanierin könnte in der dritten Runde die Chance zur Revanche geboten werden, die Weltranglisten-Dritte ist im gleichen Ast wie Puig. Auf dem Weg zur ersten Olympia-Goldmedaille für Puerto Rico überhaupt hatte Puig in der Folge die zweifache Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und eben die Weltranglisten-Zweite Kerber ausgeschaltet.

Im Finale, berichtete Puig in New York, habe ihr das Publikum sehr geholfen. “Während des gesamten Spiels haben sie alle ‘si se puede’ gerufen, was ‘yes, you can’ auf Spanisch heißt. Das hat mich inspiriert”, erinnerte sich die in Miami lebende Puig.

Als sie Gold vor Augen hatte, war sie extra nervös, gestand sie. “Mein Hand hat am Ende gezittert. Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Situation so gut meistern konnte.”

Die schöne Geschichte einer Außenseiterin, die es ganz nach oben schafft, hat vor allem viele ihrer Landsleute inspiriert. “Meine Medaille zeigt nicht nur, dass nichts unmöglich ist, weil niemand mit mir gerechnet hatte. Es zeigt auch, wenn du an einen Traum glaubst, ein Ziel hast und wirklich sehr hart dafür arbeitest, kannst du es schaffen.”

Selbst jetzt, zwei Wochen nach dem Triumph, kann sie es teilweise immer noch nicht glauben, was ihr da gelungen ist. Sie sei in der Nacht aufgewacht und musste mehrmals die auf dem Nachtkästchen liegende Medaille anschauen. “Es ist immer noch ein wie ein Traum für mich. Wenn ich zu mir selbst sage, dass ich Olympiasiegerin bin, frage ich mich immer noch: ‘wirklich’?”, gesteht sie.

Gegen Zheng Saisai eröffnet sie ihr Turnier und sie weiß, dass da “etwas mehr Druck dieses Jahr” auf ihr lasten wird. “Aber ich bin erst 22 Jahre alt. Ich habe noch einen langen Weg vor mir. Wenn ein Ausrutscher passieren sollte, wird es keine große Sache sein. Ich habe einen Langzeitplan, wo ich einmal stehen möchte”, sagte Puig. Ihr Jahr sei schon jetzt einfach großartig. “Ich bin jetzt im Ranking in den 30ern, habe in den 90ern begonnen.”

Fast noch wichtiger scheint ihr auch die Inspiration, die sie ihren Landsleuten gegeben hat. “Als ich nach Puerto Rico gefahren bin, habe ich die Hoffnung in den Augen der Leute gesehen. Ich lese alle Nachrichten, die ich auf Social Media erhalte, und die wirklich wunderschönen Nachrichten kamen von Leuten aus Puerto Rico.”

Von: apa

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