Verabschiedung des österreichischen Paralympicteams Ende Juli

Paralympics in Tokio wegen Corona großteils ohne Zuschauer

Freitag, 13. August 2021 | 10:49 Uhr

Die Paralympischen Spiele ab dem 24. August in Tokio werden größtenteils ohne Zuschauer stattfinden. Die Organisatoren einigen sich auf eine Zuschauerbegrenzung ähnlich wie bei den Olympischen Spielen, da sich die japanische Hauptstadt weiterhin im Lockdown befindet wegen der ansteigenden Corona-Infizierungen, wie es am Freitag (Ortszeit) hieß. Bei Olympia waren Zuschauer wegen der Corona-Lage von nahezu allen Wettkämpfen ausgeschlossen worden.

Seit Beginn der Sommerspiele hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tokio wegen der explosionsartigen Ausbreitung der Delta-Variante mehr als verdoppelt. Am Freitag registrierte die Hauptstadt 5.773 Fälle binnen 24 Stunden und damit den höchsten Stand seit Ausbruch der Pandemie. Die Zahl der Corona-Patienten mit schweren Symptomen stieg landesweit auf den Höchststand von 1.478 Fällen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag bekanntgab. Laut eines Expertenteams der Regierung sei die medizinische Versorgung am Anschlag.

Die Gouverneure des Landes forderten die unter Druck stehende Zentralregierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga zu “drastischen Maßnahmen” auf. So sollten Ausgangssperren wie in anderen Ländern in Erwägung gezogen werden und der Bevölkerung in deutlichen Worten die ernste Lage klar gemacht werden, hieß es.

Zuvor hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Andrew Parsons, bekräftigt, die Paralympics könnten wie Olympia sicher veranstaltet werden. “Die Spiele haben gezeigt, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 funktionieren”, beteuerte Parsons. Dies könne den Paralympics-Machern Zuversicht geben. Dennoch dürfe man nicht bequem werden. “Wir können die aktuellen Fallzahlen in Japan und Tokio nicht ignorieren”, sagte der Chef des Dachverbands. Jeder Beteiligte an den Paralympics müsse Vorsicht walten lassen und sich strikt ans Corona-Regelwerk halten.

Die Gouverneure machten sich für die Einrichtung eines landesweiten Mechanismus zur Koordinierung medizinischer Kräfte stark. Der für seine direkte Art bekannte populistische Politiker Taro Hashimoto forderte am Freitag im Fernsehen unter anderem eine Maskenpflicht, Geldstrafen bei Zuwiderhandlung und die Verwendung von Impfnachweisen für Besuche von Restaurants und anderen Einrichtungen.

Der inzwischen vierte Notstand im Großraum Tokio sowie anderen Präfekturen sieht lediglich Appelle an die Bürger vor, möglichst zu Hause zu bleiben. Restaurants dürfen keinen Alkohol ausschenken und sollen früher schließen.

Von: APA/Reuters/dpa

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