Für Puch ist Reiten auch Therapie

Pepo Puch ritt bei Paralympics zu Kür-Silber

Freitag, 16. September 2016 | 21:21 Uhr

Pepo Puch hat bei den Paralympics in Rio so wie vor vier Jahren zwei Einzelmedaillen in der Dressur erobert. Nach Gold im ersten Bewerb holte der 50-jährige Steirer am Freitag Silber in der Kür. Zur Musik des Neujahrskonzerts erhielt Puch mit seinem zehnjährigen Wallach Fontainenoir 76,750 Prozentpunkte. Der Brite Lee Pearson drehte das Ergebnis vom Mittwoch um und siegte mit der Note 77,400.

“Ich bin froh, dass wir das so hinbekommen haben. Für mich waren es perfekte Spiele. Wir hätten es vom Ablauf her nicht besser machen können, es ist alles aufgegangen, es war ‘optimalst’.” Gleich nach dem Bewerb richtete sich der Fokus schon auf 2020. “Ab heute beginnen wir an Tokio zu denken”, erklärte Puch.

Der Rauchfangkehrermeister lobte sein Team mit Pferdephysio, Trainer und Teamchef, das für ein perfektes Umfeld gesorgt habe. Dem verpassten Sieg trauerte er keineswegs nach. “Man verliert keine Silbermedaille”, sagte Puch.

Er stellte klar, dass es in seiner Kür den einen oder anderen Fehler gegeben habe. “Wir haben zum Teil nicht ganz die Harmonie gehabt, waren etwas unterschiedlich im Rhythmus”, betonte Puch. “Das Ergebnis geht hundertprozentig in Ordnung.” Rekordsieger Lee Pearson holte schon seine elfte Paralympics-Goldmedaille.

Für Puch ist Reiten auch Therapie, dadurch gelingt es dem früheren Vielseitigkeitsreiter trotz einer inkompletten Querschnittlähmung mit Hilfe eines Stockes zu gehen. Gegenüber London 2012 hat er sich neuerlich gesteigert – mit neuem Pferd gelang ihm erneut ein Doppelschlag. Das Team des Österreichischen Paralympischen Komitees hielt damit bei einer Goldmedaille sowie viermal Silber und zweimal Bronze.

Dass er Fontainenoir reiten kann, verdankt Puch einem Zufall. Denn der Oldenburger wurde ihm von seiner deutschen Besitzerin für eine längere Probezeit angeboten. Danach griff der Obersteirer zu und in Rio ersetzte Fontainenoir bei seinem ersten Championat die 19-jährige Fine Feeling (Gold und Bronze 2012) glänzend. Die Stute verträgt lange Flüge nicht so gut.

“Fonti passt auf mich auf”, sagte der mit seiner Familie in der Schweiz lebende Puch in Rio über seinen Partner. “Er ist ein sehr angenehmes Pferd und versucht, alles richtig zu machen. Denn ich bin kein angenehmer Passagier.”

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz