Von: apa
Oscar Piastri hat im Formel-1-Titelkampf mit dem Sieg im Sprint und der Pole Position für den Großen Preis von Katar zurückgeschlagen. Der McLaren-Pilot gewann am Samstag das letzte kurze Rennen der Saison ungefährdet vor Mercedes-Star George Russell und WM-Spitzenreiter Lando Norris im zweiten McLaren. Knapp fünf Stunden später legte der Australier im Qualifying für das 23. und vorletzte Saisonrennen am Sonntag (17.00 Uhr/live ORF 1, Sky) in einem Hundertstelkrimi nach.
Piastri sicherte sich wie im Sprint den ersten Startplatz, die erste Reihe komplettiert Norris (+0,108 Sek.). Der Brite brach seinen letzten schnellen Versuch in Q3 ab, weshalb er noch von seinem Teamkollegen abgefangen wurde. “Es hat sich das ganze Wochenende großartig angefühlt. Ich bin sehr glücklich”, sagte der 24-Jährige nach seiner sechsten Pole. Norris konnte mit den Resultaten am Samstag gut leben. “Ich kann mich über das Wochenende bis jetzt auch nicht beschweren”, betonte er. Im Qualifying habe er einfach die zweite Runde nicht zusammengebracht.
Titelverteidiger Max Verstappen stellte seinen Red Bull auf den dritten Platz (+0,264). Mercedes-Star George Russell, Zweiter im Sprint, lag als Vierter nur knapp dahinter (+0,275). Nach dem Qualifying blickte der Vierfach-Champion unzufrieden auf den Tag zurück. “Realistisch gesehen wird es morgen hart. Ich hätte es bis jetzt lieber anders gehabt. Es ist noch immer nicht großartig”, sagte er über das Verhalten seines Boliden. Helmut Marko gab trotzdem das Motto Sieg aus. “Unsere Hoffnung liegt auf den harten und dem Medium-Reifen, wo die Differenz wesentlich geringer ist. Ich kann mir vorstellen, dass das ein spannendes Rennen wird. Die Hoffnung lebt weiter”, sagte der Steirer im ORF.
Norris nun 22 Punkte vor Piastri, Verstappen 25 zurück
Zuvor hatte Piastri mit seinem dritten Sprint-Erfolg in Katar in Serie seinen Rückstand in der WM-Wertung um zwei Punkte auf 22 Zähler verkürzt. Verstappen wurde Vierter und liegt nun 25 Zähler hinter Norris. Sollte Norris den Grand Prix gewinnen, hat der Brite seinen ersten WM-Titel sicher. Sollte der 26-Jährige im Rennen nicht triumphieren, benötigt er vor dem Finale in Abu Dhabi einen Vorsprung von 26 Punkten, um sich vorzeitig zum Weltmeister zu krönen. Insgesamt 50 Zähler sind noch zu holen.
“Ich habe mehr Speed und der Grip ist besser für unser Auto”, sagte Piastri, nachdem er erstmals seit Monza vor fast drei Monaten wieder auf das Podium gefahren war. In den vergangenen Wochenenden seien die Dinge bei ihm persönlich falsch gelaufen. “Die Pace war nicht der Grund. Jetzt bin ich gut drauf und die Pace ist stark. Ich schaue nicht mehr in die Vergangenheit, sondern nach vorne”, betonte Piastri, der den Siegerpokal von Tennis-Superstar Novak Djokovic überreicht bekam.
Verstappen mit Problemen und unter Druck
Norris konnte mit dem dritten Platz zufrieden sein, im Grand Prix will er den ersten McLaren-Weltmeistertitel seit Lewis Hamilton 2008 fixieren. “Es wird ein hartes Rennen. Du kommst hier fast nicht vorbei, wenn die anderen keinen Fehler machen”, sagte er. Sollte Verstappen das Rennen nicht vor Norris beenden, ist der Titelverteidiger entthront. Piastri gab sich zuversichtlich. “Ich erwarte ein hartes Rennen. Ich starte vom besten Startplatz und dann mache ich das, was ich im Sprint gemacht habe.”
Im kurzen Rennen erwischte Pole-Setter Piastri einen guten Start und verteidigte seine Spitzenposition vor Russell und Norris. Der von Startplatz sechs ins Rennen gegangene Verstappen ging relativ problemlos an Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso und Red-Bull-Teamkollege Yuki Tsunoda vorbei. Während Piastri seinen Vorsprung locker verwaltete, musste sich Norris gegen einen Angriff Verstappens wehren. Danach stumpfte das Renngeschehen ab, in den 19 Runden blieben Spannungsmomente aus. Verstappen vermeldete indes weiter Probleme mit dem “Hüpfen” seines Boliden. “Das Bouncing ist nach wie vor schlimm”, funkte der Niederländer an die Box.
Hamilton weiter glücklos
Einen verpatzten Tag erlebte erneut Hamilton. Der Ferrari-Fahrer kam im Qualifying nach Rang 17 im Sprint nicht über den 18. Startplatz hinaus und schied wie schon tags zuvor in Q1 aus. Teamkollege Charles Leclerc musste sich nach einem verpatzten Sprint (13.) mit dem zehnten Startplatz begnügen. Tsunoda kassierte als 16. des Qualifyings wieder einen Rückschlag.
Die Startposition auf dem Lusail International Circuit etwas außerhalb der Hauptstadt Doha wiegt besonders schwer, da das Überholen schwierig ist. Im Rennen könnten sich aber zusätzliche strategische Optionen bieten. Denn die Reifensätze dürfen aus Sicherheitsgründen nur maximal 25 Runden am Boliden bleiben, weshalb die Piloten mindestens zweimal an die Box kommen müssen.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen