Pinot (Mitte) verspritzte den Sekt, anstatt ihn zu trinken

Pinot ließ sich Alps-Sieg auf WM-Kurs nicht mehr nehmen

Freitag, 20. April 2018 | 16:03 Uhr

Der Franzose Thibaut Pinot hat sich das Führungstrikot der Tour of the Alps auch auf der Schlussetappe nicht mehr abjagen lassen. Der Vorjahreszweite gewann die fünftägige Rundfahrt vor Domenico Pozzovivo und Miguel Angel Lopez. Die Schlussetappe von Rattenberg nach Innsbruck am Freitag ging nach einer späten Soloattacke an den Ukrainer Mark Padun.

Pinot, der im Groupama-FDJ-Team auf dem Weg durch das Trentino, Südtirol und Tirol auch vom Steirer Georg Preidler unterstützt wurde, setzte sich 15 Sekunden vor dem Italiener Pozzovivo (Team Bahrain) und Lopez (Astana) durch. Superstar Chris Froome (Sky) blieb eine weitere Sekunde dahinter Vierter.

“Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Namen auf die Siegerliste dieses Rennens setzten konnte, besonders für Kletterer ist er sehr wertvoll”, sagte der 27-jährige Pinot, der mit dem Erfolg zwei Wochen vor dem Giro d’Italia ein Kampfansage in Richtung Froome tätigte. “Das ist großartig, Thibaut ist super in Form, wir hatten eine tolle Woche”, freute sich Preidler mit seinem Kapitän.

Riccardo Zoidl verkaufte sich bei der stark besetzten Tour teuer und sicherte sich im Gesamtklassement einen Top-20-Rang. In die Entscheidung konnte der Felbermayr-Profi bei fast schon hochsommerlichen Verhältnissen aber auch am Schlusstag nicht eingreifen.

Das 164-km-Teilstück brachte zunächst eine Neun-Mann-Fluchtgruppe, die aber erwartungsgemäß auf dem WM-Rundkurs mit dem dreimal gefahrenen Olympia-Anstieg eingeholt wurde. Bis zur vorletzten Bergwertung war das Feld schon auf rund 20 Fahrer zusammengeschrumpft, auch Zoidl hielt sich da noch in der Gruppe der Topfavoriten. In der Abfahrt attackierten der Gesamt-Dritte Lopez gemeinsam mit Giovanni Visconti.

Durch die folgende Tempoverschärfung in der Verfolgung von Lopez war es in der Spitzengruppe dann auch um Zoidl geschehen. Pinot und Pozzovivo schlossen unterdessen wenig später wieder zu Lopez auf, Froome gelang das hingegen im Anstieg und der Abfahrt nach Innsbruck noch nicht. Auf den letzten Flach-Kilometern in der WM-Stadt kam es aber zum Zusammenschluss aller Gesamtfavoriten samt einigen Helfern.

Die Topstars gaben sich daraufhin mit dem Erreichten zufrieden und ließen schließlich den 21-jährigen Padun rund vier Kilometer vor dem Ziel wegkommen. Der Ukrainer siegte fünf Sekunden vor dem Neuseeländer George Bennett (LottoNL) und sechs vor dem Tschechen Jan Hirt (Astana). Pinot, Pozzovivo, Lopez und auch Froome erreichten weitere drei Sekunden später gemeinsam das Ziel am Rennweg. Zoidl rollte erst rund eineinhalb Minuten später über die Linie.

Thibaut Pinot freute sich über eine gelungene Generalprobe für den Giro d’Italia. “Das waren drei schwierige Tage im Führungstrikot. Es gab wieder viele Angriffe, deshalb bin ich sehr froh, dass ich gewonnen habe”, sagte der Gesamtsieger. Im Hinblick auf den Giro sei das eine perfekte Woche auf einer schönen Strecke mit perfektem Wetter gewesen.

Georg Preidler war erleichtert, dass seine Mannschaft das Führungstrikot bis zum Ende verteidigen konnte. “Mein Team hatte natürlich viel Druck. Wir wurden von allen Seiten bombardiert. Ich habe viel gearbeitet, und die Motivation war heute natürlich ungemein groß. Es ist schon etwas ganz Besonderes, in der Heimat so ein Rennen zu fahren”, meinte der Steirer.

Riccardo Zoidl sprach von einer unglaublich harten Rundfahrt. “Man hatte nie Zeit zum Erholen. Durch meine Sturzverletzung im Frühjahr habe ich noch etwas Rückstand. Aber ich bin super zufrieden mit dieser Rundfahrt und froh, dass alles jetzt vorbei ist”, betonte der frühere Österreich-Rundfahrtsieger.

Von: apa

Bezirk: Bozen