Jakob Pöltl ist bereit für die Play-offs

Pöltl vor Play-off-Premiere: “Sehe es als Chance”

Freitag, 14. April 2017 | 06:27 Uhr

Auf Jakob Pöltl warten seine bisher aufregendsten Spiele als Basketball-Profi. Der Wiener startet mit den Toronto Raptors am Samstag (23.30 Uhr) zu Hause gegen die Milwaukee Bucks in seine ersten NBA-Play-offs. Druck will sich der 21-Jährige dabei keinen auferlegen. “Ich sehe es als Chance, mich weiter zu beweisen”, sagte Pöltl im Gespräch mit der Austria Presse Agentur.

Der NBA-Neuling hat sich in den vergangenen zwei Monaten in die Rotation der Raptors gespielt, kam beim Spitzenteam regelmäßig zu seinen Einsätzen. “In den Play-offs geht es aber noch einmal anders zu”, weiß Pöltl. “Da kommen dann doch eher die erfahrenen Spieler zum Zug.” Sollte er seine Chance erhalten, will er aber bereit sein.

Pöltl hat in seiner ersten NBA-Saison mit starken Defensivleistungen, Spielverständnis und seiner Beweglichkeit auf sich aufmerksam gemacht. “Jede Minute, die ich auf dem Spielfeld war, ist es einfacher geworden”, erklärte der erste Österreicher in der besten Basketball-Liga der Welt. Die Play-off-Erfahrung könne für die Zukunft sehr wertvoll sein. “Es wäre schon cool, wenn ich auch da ein paar Minuten bekommen könnte.”

Mit dem Litauer Jonas Valanciunas, Neuerwerbung Serge Ibaka und Patrick Patterson dürfte Raptors-Trainer Dwayne Casey vorerst auf drei “Große” setzen. Pöltl scheint die Nummer vier zu sein. “In den Play-offs geht es ums Gewinnen, um sonst nichts”, weiß der 2,13-Meter-Mann. “Es werden die Spieler dabei sein, die uns Siege bringen können. Ich hoffe, ich kann da aushelfen.”

Starke Play-off-Vorstellungen können den Marktwert eines NBA-Spielers erheblich erhöhen. Im Vorjahr, als die Raptors bis ins Finale der Eastern Conference vorstießen, verletzte sich Valanciunas am Knöchel. In einem solchen Fall stünde Pöltl plötzlich in der ersten Reihe. “Ich versuche, mir nicht den Kopf darüber zu zerbrechen. Es kann immer viel passieren. Ich hoffe, dass wir mit einem vollen Kader durch die Play-offs gehen können, weil ich glaube, dass wir die Chance haben, relativ weit zu kommen.”

Die Raptors gehen als Nummer drei im Osten ins Rennen. Die Rückkehr des lange verletzten Spielmachers Kyle Lowry hat dem Team noch einmal Selbstvertrauen gegeben. “Ich glaube, es ist einiges möglich”, sagte Pöltl. “Es ist alles sehr nahe beisammen im Osten, das hat man in der regulären Saison gesehen. Jetzt geht es darum, wer noch einen oder zwei Gänge höher schalten kann.”

Schon in der zweiten Play-off-Runde könnte sich Titelverteidiger Cleveland Cavaliers mit Superstar LeBron James aufbauen. “Es ist alles drinnen”, meinte Pöltl. “Aber es wird auch schon schwer, die erste Runde zu überleben.” Dort wartet Milwaukee mit seinem griechischen Jungstar Giannis Antetokounmpo. Die Raptors gelten gegen die Bucks als Favorit.

Pöltl will seinen Teil dazu beitragen, diesem Status gerecht zu werden. “Es geht darum, defensiv Energie zu bringen und überall gleichzeitig zu sein”, erklärte der ÖBV-Center seine Rolle, die er auch in den Play-offs erfüllen will. In der Offensive sind Lowry und DeMar DeRozan die Schlüsselkräfte. “Denen muss ich das Leben ein bisschen einfacher machen.” Etwa durch gut gesetzte Blockaden und als Anspielstation.

Mittlerweile hat sich Pöltl auch das Vertrauen seiner Mitspieler erarbeitet. In seinen ersten Play-offs werden aber keine Wunderdinge von ihm erwartet. “Ich glaube, dass ich nur positiv überraschen kann”, meinte Pöltl. “Wenn es meine Leistung ist, die den Unterschied macht, wäre es natürlich noch cooler.” Auf das noch physischere Spiel in der K.o.-Phase sieht er sich vorbereitet. “Ich freue mich schon darauf, selbst zu sehen, wie es ist.”

Zumal die ersten Play-offs nicht die letzten gewesen sein sollen. “Mir taugt es hier in Toronto. Mich würde es schon freuen, wenn ich noch ein paar Jahre hier sein könnte”, sagte Pöltl. Nach seinem Vertragsende im Sommer 2018 halten die Raptors Optionen auf zwei weitere Saisonen.

Pöltl weiß um seine Vorreiterrolle. “Wenn ich zu lange darüber nachdenke, ist es schon verrückt, dass ich überhaupt in der NBA bin”, sagte der Wiener vor seiner Play-off-Premiere. Das gestiegene Interesse in Österreich bekomme er weiterhin über die sozialen Medien mit. “Ich habe gehört, dass Basketball in Österreich ein bisschen am Aufleben ist.” Seinen Teil dazu beigetragen zu haben “erfüllt mich schon mit Stolz, keine Frage”.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz