Sofia Polcanova zog mit ihrem Auftaktsieg ins Achtelfinale ein

Polcanova im Achtelfinale, Liu Jia in 3. Runde, Habesohn out

Montag, 26. Juli 2021 | 13:05 Uhr

Die Oberösterreicherin Sofia Polcanova steht beim olympischen Tischtennis-Turnier im Achtelfinale. Die 26-Jährige besiegte am Montag in der dritten Runde in ihrem Auftaktmatch die unangenehm spielende Inderin Manika Batra 4:0 (8,2,5,7) und spielt nun am Dienstag gegen die Japanerin Kasumi Ishikawa um einen Platz im Viertelfinale. In die dritte Runde zog Liu Jia ein, sie besiegte Polina Michailowa (ROC) 4:3 (-8,-7,8,5,6,-8,5). Für Daniel Habesohn war in Runde drei Endstation.

Polcanova hatte sich die ersten Runden wegen ihrer Top-16-Setzung erspart, und erspart blieb ihr auch Margayta Pesozka. Gegen ihre ukrainische Clubkollegin bei Linz AG Froschberg hatte sie erst einen Monat davor im EM-Viertelfinale verloren. Batra hatte Pesozka in der Runde davor ausgeschaltet, gegen die nahezu fehlerlos agierende Europas Nummer zwei dann aber kaum einen Auftrag. Gegen Lokalmatadorin Ishikawa, Weltranglisten-Zehnte, ist Polcanova am Dienstag aber doch Außenseiterin.

Vorerst galt es aber, den Auftaktsieg zu genießen. “Ich bin sehr erleichtert. Nach dieser schwierigen Zeit, den vielen Verletzungen bin ich richtig froh, dass ich reingegangen bin und mein Spiel gespielt habe”, bezog sich Europas Nummer zwei auf ihre jüngsten Operationen an Hüfte und Knie. “Dank der Behandlungen geht es mir jeden Tag besser.” Auf das Match gegen Ishikawa verspüre sie Vorfreude: “Es ist sicher cool, hier in Tokio gegen sie zu spielen. Sie ist ein Superstar hier.”

Liu gab wie in der ersten Runde gegen Ganna Gaponowa erneut einer Verteidigerin das Nachsehen. Wieder benötigte sie aber etwas Zeit, um das richtige Rezept zu finden. Die ersten beiden Sätze gingen recht klar verloren, aber ab da übernahm die sechsfache Olympia-Teilnehmerin das Kommando und ging in Sätzen 3:2 in Front. In Durchgang sechs ging es eine Zeit lang Kopf an Kopf, ehe Michailowa das 3:3 schaffte. So musste Satz sieben entscheiden, in dem sich Liu rasch ab- und durchsetzte.

Danach schnaufte sie einmal durch. “Sie ist sicher nicht meine Lieblingsgegnerin, aber ich habe heute meine eigene Angst überwunden”, sagte die Linz-Froschberg-Spielerin. Sie habe kein wirkliches Konzept gegen die 34-Jährige aus St. Petersburg gehabt, nur gewusst, dass sie mehr angreifen als schupfen sollte. “Das habe ich geschafft, aber manchmal hat der Kopf auch versagt. Ich wollte immer sicher spielen und die Gelegenheit suchen. Ich habe nur gewusst, ich muss dranbleiben.”

Karl Jindrak, Sportdirektor des Österreichischen Verbandes (ÖTTV), war von der Leistung von Liu Jia begeistert. “Michailowa ist nicht ihre Traumgegnerin und nach 0:2-Satzrückstand hätte ich nicht gedacht, dass sie das noch gewinnt.” Ab dem dritten Satz habe Liu aber mehr über die Mitte als über die Ecken gespielt. “Dann hat sie weniger Fehler gemacht, ist sicherer geworden, hat auch die Angriffsbälle gut retourniert.”

Am Dienstag geht es für Liu um 7.30 Uhr MESZ gegen Adriana Diaz aus Puerto Rico ums Achtelfinale. Dieses hat sie im Falle eines Sieges auch noch am Dienstag (13.30 Uhr MESZ) zu bestreiten. Gegnerin da wäre die Südkoreanerin Jeon Jihee oder die Französin Yuan Jia Nan, die Nummern 14 bzw. 95 der Weltrangliste. Liu Jia liegt auf Position 108, Diaz ist 18. Polcanovas Achtelfinale gegen Ishikawa ist für 9.30 Uhr MESZ angesetzt.

Habesohn unterlag dem Portugiesen Marcos Freitas in einer sehenswerten Partie 3:4 (-7,3,-7,-6,11,2,-3). Am Vortag hatte er sein Auftaktmatch gegen Chew Zhe Yu aus Singapur 4:1 gewonnen. Gegen Freitas hatte Habesohn nach dem Satzausgleich zum 1:1 vorerst klar das Nachsehen, wehrte jedoch im fünften Satz einige Matchbälle ab und schaffte es in Folge in einen Entscheidungssatz. Da startete der Iberer allerdings stärker, dieses Manko konnte Österreichs Nummer zwei nicht wettmachen.

Der knapp Unterlegene gab danach an, zu Beginn nicht in den Rhythmus gekommen zu sein. “Es waren relativ schnelle Ballwechsel, was bei Spielen gegen ihn eigentlich nicht so die Norm ist.” Auch habe er beim Rückschlag ziemlichen Stress gehabt und schlecht retourniert. “Nach dem 1:3-Rückstand war ich etwas mutiger und offensiver. Der sechste Satz war dann super von mir.” Ein schneller Rückstand zu Beginn des siebenten Satzes sei dann aber nicht mehr aufzuholen gewesen.

Von: apa

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