Zwei negative Testreihen des gesamten Teams

Polnische Skispringer bei Tournee-Auftakt doch am Start

Dienstag, 29. Dezember 2020 | 15:40 Uhr

Die polnischen Skispringer dürfen nun doch beim Auftakt der Vierschanzentournee am (heutigen) Dienstag in Oberstdorf antreten. Zwei weitere Corona-Tests bei der Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch seien negativ ausgefallen, teilten die Veranstalter am Dienstagvormittag mit. Ein positiver Test bei Klemens Muranka hatte am Montag zunächst zum Ausschluss der Polen von Qualifikation und Bewerb in Oberstdorf geführt.

Noch am Montag hatte Muranka nach einem neuerlichen Test einen negativen Befund erhalten und der Weltverband FIS hatte mitgeteilt, dass das gesamte Team bei einem weiteren negativen Test doch starten könne. Dies war bei zwei Testreihen der Fall. Dienstagfrüh wurden die negativen Ergebnisse kommuniziert. Das zuständige Gesundheitsamt Oberallgäu entschied, dass das polnische Team nicht weiter in Quarantäne bleiben müsse.

Somit stand einem Antreten der Polen im Auftaktbewerb am Nachmittag nichts im Wege. Bei der Mannschaftsführersitzung hatte es keine Gegenstimme gegeben. Wegen der zusätzlichen Springer wurde jedoch ein neuer Ablauf des Bewerbs nötig. Der erste Durchgang geht ab 16.30 Uhr (live ORF 1) mit allen 62 gemeldeten Teilnehmern in Szene, auf das geplante k.o.-System, das bei der Tournee bei 50 Qualifizierten vorgesehen ist, wird verzichtet. Die Polen, die die Qualifikation verpasst hatten, durften vor dem Probedurchgang einen Trainingssprung absolvieren.

Nach dem Ausschluss am Montag hatte sich sogar der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki zu diesem Fall auf Facebook geäußert. “Für uns Polen beginnt der Winter mit dem Skispringen”, schrieb der Politiker. Man dürfe “diese schreiende Ungerechtigkeit nicht zulassen”. Auf sein Bitten hatte die polnische Botschaft in Berlin Schritte unternommen, und das polnische Generalkonsulat hatte sich in Oberstdorf über die Gründe des Ausschlusses erkundigt.

Der Tiroler Philipp Aschenwald hatte als Sieger der Qualifikation einen Scheck über 5.000 Euro erhalten. FIS-Renndirektor Sandro Pertile erklärte, man wolle das Preisgeld auch dann vergeben, wenn die Qualifikation wegen der neuen Erkenntnisse nicht als offizieller Bewerb geführt werde.

Von: apa

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