Ricciardo verpasste das Stockerl nur knapp

Red Bull Racing in Australien schnell, aber glücklos

Montag, 26. März 2018 | 10:42 Uhr

Für Red Bull Racing hat es beim Großen Preis von Australien nicht zum erhofften Stockerlplatz gereicht, vom Speed her war der RB14 aber vorne zu finden. “Es war definitiv ein vielversprechender Start in die Saison”, sagte der Melbourne-Vierte Daniel Ricciardo, der auch die schnellste Runde hinlegte. Der sechstplatzierte Max Verstappen hatte sich den Formel-1-Auftakt hingegen anders vorgestellt.

Schon beim Start verlor der Qualifying-Vierte Verstappen einen Platz an Haas-Pilot Kevin Magnussen. Bei seinem Versuch, den Fehler zu korrigieren, drehte sich der Niederländer von der Strecke und beschädigte dabei den Unterboden seines Autos. Außerdem zogen drei Konkurrenten an ihm vorbei, darunter Teamkollege Ricciardo. Obwohl der oft kritisierte Renault-Motor im Red Bull anstandslos lief, schaffte es der Australier letztlich nicht mehr, den unermüdlichen Kimi Räikkönen von Platz drei zu stoßen.

“Es passiert nicht oft, dass ich fast das ganze Rennen hinter jemandem sitze, aber es ist ein enger Kurs und einer der schwierigsten zum Überholen”, erklärte Ricciardo. “Ich habe es ein paar Mal in Kurve 3 probiert, aber Kimi war zu schlau und hat erkannt, was ich vorhabe.” Somit wurde es auch bei seinem siebenten Start in Melbourne nichts mit dem erhofften Podestplatz – es wäre der erste eines Australiers im Heimrennen gewesen.

Während Ricciardo nicht an Räikkönen vorbeikam, biss sich Verstappen an einem anderen Routinier die Zähne aus. Fernando Alonso war am Ende zu gewieft, um dem 20-jährigen Niederländer, wegen dem zahlreiche Landsleute in den Albert Park gekommen waren, eine Chance zu bieten. “Auf dieser Strecke ist es schwierig zu überholen, aber wenn du etwas weniger Grip hast, ist es noch schwieriger”, verwies Verstappen auf sein nach dem Dreher ramponiertes Auto. Der erhoffte Reifen-Geniestreich von Red Bull, das als einziges der Topteams auf Supersoft gestartet war, verpuffte.

Der Australien-Grand-Prix kann als Hinweis gewertet werden, dass Mercedes, Ferrari und Red Bull tatsächlich enger zusammengerückt sind. “Ich denke, wir sind ziemlich nahe bei Ferrari”, urteilte Ricciardo. Von einem ermutigenden Auftakt sprach auch Teamchef Christian Horner. “Am Ende war Ricciardo sogar der schnellste Mann da draußen”, meinte Red-Bull-Berater Helmut Marko. “Wir müssen nur im Qualifying ein paar Zehntel finden, dann sollte es gut aussehen”, sagte Ricciardo.

Auch das Mittelfeld in der Formel 1 scheint dichter beisammen. Beide Haas-Boliden lagen bis zu einem peinlichen Boxen-Fauxpas auf Top-fünf-Kurs, McLaren, Renault und Force India fuhren sehr ähnliche Rundenzeiten. Alonso machte sein fünfter Platz stolz, nachdem McLaren im Winter von Honda- auf Renault-Motoren umgesattelt hatte. “Die Red Bulls sind unser nächstes Ziel”, gab sich der Spanier angriffig.

Von: apa

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