Zur Belohnung gab es für Patrick Reed das begehrte Grüne Jacket

Reed gewann 82. Masters-Turnier vor Fowler – Wiesberger 24.

Montag, 09. April 2018 | 11:27 Uhr

Patrick Reed hat am Sonntag beim 82. Masters in Augusta seinen ersten Major-Titel gewonnen. Der 27-Jährige ging als Führender in die Schlussrunde und verteidigte seine Spitzenposition gegen seine Landsleute Rickie Fowler und Jordan Spieth erfolgreich, musste dafür aber auf dem letzten Loch einen Par-Putt versenken. Bernd Wiesberger fiel mit einer 72 noch aus den Top-20 und wurde mit 1 unter 24.

Reed gewann hingegen mit einem Gesamtscore von 15 Schlägen unter Par und erhielt einen Siegerscheck über umgerechnet 1.615.403 Euro. “Immer wenn du noch als Kind an das Masters gedacht hast, dann dachte man immer an diesen Putt, um das Grüne Jackett zu gewinnen – dieser Putt zum Masters-Sieg”, sagte Reed nach dem Triumph.

Reed, der aufgrund seiner Ryder-Cup-Leistungen den Spitznamen “Captain America” trägt, wurde von seinen Landsleuten im Finish dieses mit elf Mio. Dollar dotierten Traditions-Events gehörig unter Druck gesetzt. Am Ende war Reeds 71er-Runde auf dem schweren Par-72-Kurs jedoch ausreichend, um sich das begehrte Sakko für den Masters-Sieg überstreifen zu können.

“Dass ich auf dem letzten Loch Par spielen musste, um mein erstes Major zu gewinnen, fühlte sich richtig an”, sagte Reed. Sein Vorsprung auf Fowler, der mit fünf Schlägen Rückstand in die Schlussrunde gegangen war, betrug am Ende nur einen Schlag. “Das war der härteste Mentaltest, den es im Golf geben kann”, meinte Reed und Fowler erwiderte: “Er steckt nicht zurück. Er ist keiner, der zurückhält und dich zurück ins Turnier kommen lässt. Du musst hinausgehen und ihn abfangen.”

Auch 2015-Sieger Jordan Spieth (-13) spielte eine überzeugende Finalrunde. Der 24-jährige Texaner schob sich mit einer 64er-Runde noch auf Platz drei. “Ich glaube, ich habe mir selbst und anderen bewiesen, dass ich niemals aufgebe”, sagte Spieth.

Bernd Wiesberger hatte 2015 beim Masters debütiert und war damals auf Anhieb 22. geworden. Als 15. in die Schlussrunde gestartet, vergab der Österreicher aber die Chance, dieses Ergebnis zu toppen und womöglich sogar sein erstes Top-10-Resultat bei einem Major-Turnier zu erzielen.

Denn in der Abschlussrunde spielte Wiesberger zwar vom Tee und mit den Eisen erneut sehr gut, alleine die Putts wollten wieder nicht nach Wunsch fallen. Fast schon tragisch etwa das Bogey im berüchtigten Amen Corner (Löcher 11 bis 13), als er auf dem Par 3 der 12. Spielbahn einen Putt aus kürzester Distanz verschob und aus Ärger darüber danach den Ball ins Wasser warf. Postwendend glich der Burgenländer mit einem Birdie auf der 13 (Par 5) seinen Tagesscore aber wieder aus, insgesamt hatte er über das ganze Turnier den Amen Corner mit 1 unter Par gut im Griff gehabt.

1 unter Par lautet auch das Gesamtergebnis des Österreichers, der am Beginn des zweiten Tages sogar kurz geführt hatte. Als 24. vergab Wiesberger nicht nur die Chance auf ein persönliches Masters-Topscore, auch die rot-weiß-rote Major-Bestleistung gehört nach wie vor Markus Brier (12. British Open 2007). Wiesberger kassierte 76.507 Euro Preisgeld, in der Weltrangliste machte er zwei Plätze gut, verpasste aber auch hier als 55. den Sprung zurück in die Top 50.

“Auch heute wäre eine gute Möglichkeit gewesen, sich einige Plätze nach vorne zu spielen. Leider ist es aber wieder auf den Grüns nicht wie gewünscht verlaufen. Daher ist es schon etwas frustrierend”, sagte Wiesberger nach dem Schlusstag auf der Anlage des Augusta National Golf Club zur APA – Austria Presse Agentur. Grundsätzlich sei er mit dem Ergebnis zwar zufrieden, weil er über vier Tage gut und kontrolliert gespielt habe. “Mein langes Spiel hat ja gut funktioniert und ich habe mir viele Chancen erarbeitet. Allerdings wäre unter dem Strich viel mehr möglich gewesen.”

Tiger Woods (+1) spielte am Finaltag eine 69er-Runde und landete bei seiner Rückkehr in Augusta auf dem geteilten 32. Platz. “Ich habe es vermisst, hier zu spielen”, sagte der 42-Jährige, der das Turnier vier Mal gewonnen hat. “Es ist die beste Veranstaltung in unserem Sport.”

Von: apa