Kolumbianer Rigoberto Uran (rechts) am schnellsten im Ziel

Rigoberto Uran gewann Königsetappe der Tour de France

Sonntag, 09. Juli 2017 | 21:11 Uhr

Im Spurt einer sechsköpfigen Spitzengruppe hat der Kolumbianer Rigoberto Uran am Sonntag die Königsetappe der Tour de France gewonnen. Überschattet wurde der Tag aber von einem schweren Sturz des australischen Mitfavoriten Richie Porte, der ebenso ausschied wie Geraint Thomas. Dessen britischer Landsmann und Sky-Kapitän Christopher Froome verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtleaders erfolgreich.

Wie schon am Freitag beim Sieg von Marcel Kittel musste auch diesmal im Ziel in Chambery über das Zielfoto der Sieger ermittelt werden. Darauf war zu sehen, dass Uran den Franzosen Warren Barguil um eine Reifenbreite geschlagen hatte. Hinter Uran und Barguil folgten auf den nächsten Plätzen Froome, der Franzose Romain Bardet, der Italiener Fabio Aru und der Däne Jakob Fuglsang. In der neuen Gesamtwertung liegt nun Froome 18 Sekunden vor Aru und 51 Sekunden vor Bardet.

Aru ist damit als einziger ernsthafter Rivale von Froome übriggeblieben. Und dass er mit allen – auch unfairen – Mitteln kämpft, zeigte der Astana-Profi am letzten Anstieg. Bei einem Defekt von Froome blies er sofort zur Attacke – eine grobe Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er daraufhin offenbar zurückgepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker.

Froome dagegen hatte bis auf die Schrecksekunde alles im Griff, auch als Einzelkämpfer ließ der Sky-Kapitän keine Angriffe auf das Gelbe Trikot zu. Außerdem stellte der 32-Jährige seine ausgezeichneten Abfahrtsqualitäten unter Beweis. Dabei musste Froome den Verlust von Edelhelfer Thomas in Kauf nehmen. Der Auftaktsieger von Düsseldorf, der bis zur fünften Etappe Gelb getragen hatte, kam auf der Abfahrt vom Col de la Bich zu Fall und erlitt einen Schlüsselbeinbruch.

Noch spektakulärer war der Sturz von Porte auf der Abfahrt vom Mont du Chat. Der Australier kam von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung. Bei Porte waren sofort die Rettungskräfte, seine Halswirbelsäule wurde umgehend stabilisiert. Laut der Tour-Ärztin war der Waliser aber bei Bewusstsein, er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Porte erlitt gemäß medizinischem Bulletin der Tour de France als prominentestes Opfer der Etappe eine Hirnerschütterung und ein Beckentrauma. Geraint Thomas von Sky musste mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben. Der Niederländer Robert Gesink fiel mit einer Lendenwirbelsäulenfraktur aus. Der Italiener Manuele Mori zog sich eine Schulterluxation und eine Brustkorb-Verletzung zu.

Auch Bora-Kapitän Rafal Majka kam schwer zu Sturz und musste zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht werden. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass er weiter fahren kann. Er hat am ganzen Körper blutende Wunden. So etwas habe ich selten gesehen”, erklärte Teamsprecher Ralph Scherzer.

Und schließlich gab es auch noch die sportlichen Verlierer. Der Kolumbianer Nairo Quintana beispielsweise büßte mehr als eine Minute ein und liegt nun in der Gesamtwertung als Achter schon 2:13 Minuten zurück. Bereits definitiv verloren scheint die Rundfahrt für den Spanier Alberto Contador, der mehr als vier Minuten nach dem Etappensieger ins Ziel kam.

Den Montag nutzt der Tour-Tross zum Transfer in den Südwesten, wo am Dienstag und am Mittwoch zwei Flachetappen folgen. Erst am Donnerstag geht es wieder in die Berge, wenn das erste Teilstück in den Pyrenäen im Programm steht.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Rigoberto Uran gewann Königsetappe der Tour de France"


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Savonarola
Savonarola
Superredner
13 Tage 5 h

typisch südländischer Opportunismus, den wir aus der Geschichte zur Genüge kennen.

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
13 Tage 5 h

savo.. wenn  du  Aru  meinst – der  ist  Sarde  und  kein “Südländer”  und  er  ist  eine halbe  Sekunde bevor der Engländer seine Hand erhoben hat gestartet —

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
12 Tage 12 h

…na na…er ist gestartet nachdem Froome die Hand gehoben hat…dann hat er seine Unsportlichkeit verstanden und nicht insistiert…

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