Roglic war bei der langen Schlussabfahrt der Schnellste

Roglic gewann letzte TdF-Bergetappe, Leader Thomas souverän

Freitag, 27. Juli 2018 | 21:01 Uhr

Der Gesamtsieg von Geraint Thomas bei der 105. Tour de France scheint fix. Der Waliser brachte am Freitag auch die Pyrenäen-Königsetappe (200 km) mit Bravour hinter sich und baute als Tages-Zweiter in Laruns seinen Vorsprung auf Tom Dumoulin auf 2:05 Minuten aus. Nur noch ein 31-km-Einzelzeitfahren trennt Thomas von seinem bisher größten Erfolg. Den Etappensieg holte sich Primoz Roglic.

Thomas hat als britischer Zeitfahr-Meister beste Karten, sein auf dem 11. Abschnitt erobertes Gelbes Trikot auch am Samstag auf der kupierten Strecke im Baskenland nach Espelette erfolgreich zu verteidigen. Erster Verfolger des 32-Jährigen ist mit Dumoulin zwar kein geringerer als der niederländische Weltmeister in dieser Disziplin, doch dessen Rückstand scheint zu groß.

Während Thomas auch am drittletzten Tag keine Schwäche zeigte, büßte sein Sky-Teamkollege Christopher Froome vorerst den dritten Gesamtrang ein. Denn der Slowene Roglic sicherte sich nach der Fahrt über die Pässe Aspin, Tourmalet und Aubisque mit 19 Sekunden Vorsprung auf die Gruppe um Thomas und Dumoulin (Tages-Sechster) den Tagessieg, nachdem er sich in der Abfahrt vom Aubisque, dem letzten Pass der 105. Auflage, abgesetzt hatte. Der 28-Jährige, ein früherer Skispringer, verdrängte damit den vierfachen Tour-Sieger Froome um 13 Sekunden vom dritten Gesamtrang. Roglic (+2:24 Min.) ist wie Froome (2:37) auch ein ausgezeichneter Zeitfahrer.

Thomas, heuer schon Gewinner des Vorbereitungsrennens Criterium du Dauphine, hatte die Angriffe der Rivalen allesamt pariert. Dumoulin attackierte im Anstieg zum Aubisque zweimal, musste aber selbst reagieren, als Roglic angriff, um seinen zweiten Rang zu verteidigen. Und zog damit auch Thomas wieder an die Spitze heran. Froome hatte schon 34 Kilometer vor dem Ziel in der kleinen Spitzengruppe den Anschluss an die Rivalen verloren, kam aber dank der Hilfe seines Teamkollegen Egan Zernal (COL) wieder heran.

Zuvor war eine Ausreißergruppe u.a. mit dem Spanier Mikel Landa (Gesamt-Sechster) und dem Franzosen Romain Bardet (Achter) sowie dem Polen Rafal Majka eingeholt worden. Der Franzose Julian Alaphilippe sicherte sich mit ersten Plätzen auf dem Aspin und dem Tourmalet den Gesamtsieg in der Bergwertung.

Der dreifache Weltmeister Peter Sagan quälte sich am Freitag bei der Tour de France unter starken Schmerzen ins Ziel. Der Slowake hatte sich bei einem Sturz zwei Tage zuvor Prellungen und Blutergüsse zugezogen. “Das war mein schlimmster Tag auf einem Rad seit zehn Jahren”, sagte der Bora-Profi nach sechsstündiger Fahrt über die Pyreänen-Pässe.

“Bei einem Klassiker oder ohne das Grüne Trikot hätte ich aufgegeben, aber so musste ich unbedingt ins Ziel”, sagte Sagan. Die Etappe zu beenden, sei mehr wert als ein Sieg gewesen. “Dass ich angekommen bin, verdanke ich nur meinen Teamkollegen Daniel Oss, Maciej Bodnar und Lukas Pöstlberger, die mich den ganzen Tag unterstützt haben.” Sagan liegt in der Punktewertung uneinholbar in Führung, muss aber das Ziel am Sonntag in Paris erreichen, um das Grüne Trikot zum sechsten Mal zu gewinnen.

Von: apa

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