McIlroy will den Karriere-Grand-Slam komplettieren

Rose und McIlroy um Premierensieg beim Masters in Augusta

Mittwoch, 10. April 2019 | 10:17 Uhr

Das Masters in Augusta ist jenes der vier Major-Golfturniere, in dem der Gewinner am ehesten aus dem Kreis der Asse kommt. Bei der 83. Auflage auf dem schwierigen Kurs an der Magnolia Lane scheint der Weg zum Titel und dem “Green Jacket” ab Donnerstag über den Weltranglisten-Ersten Justin Rose (ENG) und Rory McIlroy (NIR) zu führen. Dustin Johnson führt die Mitfavoriten aus den USA an.

Olympiasieger Rose hat seine Vorbereitung voll auf den ersten Saisonhöhepunkt abgestimmt. Der Sieger der US Open 2013 will nach zwei zweiten Masters-Plätzen (2015 und 2017/im Play-off gegen Sergio Garcia/ESP) endlich seinen zweiten Major-Titel. In nur sechs Saisonturnieren auf der PGA-Tour hat er einmal gewonnen und war viermal in den Top Ten. Dass sein Caddy Mark Fulcher nach einer Herzoperation erstmals seit drei Monaten an seiner Seite ist, hilft dem 36-Jährigen. “Vor allem dann, wenn es hart wird. Wir haben dort gemeinsam so viele positive Erfahrungen unter Druck gemacht”, sagte Rose.

Der vierfache Major-Champion McIlroy möchte mit einem Erfolg bei dem 11-Millionen-Dollar-Turnier seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren. In den vergangenen fünf Jahren war der 29-Jährige beim Masters immer in den Top Ten platziert (4. 2015). Im Vorjahr hatte er beim Sieg des Außenseiters Patrick Reed seine Chance auf der Schlussrunde verspielt (Fünfter). Doch trotz dieser Enttäuschung ist der Nordire nach sieben Top-Ten-Plätzen in acht Saisonturnieren (ein Sieg) neuerlich bereit für den mit einem 1,9-Millionen-Dollar-Scheck verbundenen Triumph.

McIlroy setzt heuer auf eine neue Erfolgsformel, er hat Meditation und Jonglieren in sein tägliches Programm eingebaut. “Das hat mir geholfen, heuer bisher mit das beste Golf meiner Karriere zu spielen und ich hoffe, das setzt sich fort”, erklärte der Gewinner des Players Championship, des “fünften Major” im März, am Dienstag in Augusta. Sein Zugang zum Masters habe sich gegenüber den Vorjahren geändert. “Ich möchte dieses Turnier unbedingt einmal gewinnen. Aber wenn es heuer nicht klappt, werde ich es nächstes Jahr wieder versuchen.”

Der Par-72-Kurs kommt dem Spiel McIlroys perfekt entgegen. Das trifft bei Dustin Johnson (Sieger US Open 2016) weniger zu, dennoch zählt der Weltranglisten-Zweite wie sein US-Landsmann Justin Thomas (Sieger PGA Championship 2017) zu den chancenreichsten Teilnehmern im Feld. Erstmals seit 2014 ist kein Österreicher vertreten. Bernd Wiesberger war bei der Premiere 2015 22.

Für den 43-jährigen Tiger Woods (4 Siege) und den 48-jährigen Phil Mickelson (3) spricht vor allem die große Erfahrung in Augusta, gegen sie das Alter. Bisher ältester Sieger war 1986 der Rekord-Gewinner Jack Nicklaus (alle USA) mit 46 Jahren bei seinem sechsten Titel. Woods sagte, er habe nach seinem 14. Major-Titel vor elf Jahren geglaubt, er könne noch eine Menge dieser Top-Turniere gewinnen. “Aber ich habe es einfach nicht geschafft. Hoffentlich kann ich mich heuer in diese Position bringen und hoffentlich schaffe ich es.”

Matt Kuchar führt nach zwei Siegen und fünf Top-Ten-Platzierungen die PGA-Saisonwertung an, dem 40-Jährigen fehlt aber noch ein Major-Titel in seiner Sammlung. Am nächsten war er einem Erfolg als Dritter des Masters 2012 und Zweiter der British Open 2017 gekommen. Doch der US-Amerikaner muss sich bei seinem 13. Masters seit 1998 auch mit einer Gruppe hungriger Twens wie Jon Rahm (ESP/25) und Tommy Fleetwood (ENG/28) messen.

Während Vorjahressieger Reed nach den jüngsten Ergebnissen diesmal chancenlos scheint, glaubt sein 30-jähriger US-Landsmann Rickie Fowler, der Zweite von 2018, an seine Chance. “Ich sage nicht, dass ich gewinnen werde, aber ich bin mehr dazu bereit als je zuvor.”

Von: APA/ag.