Christopher Rothbauer gingen im Finish die Kräfte aus

Rothbauer bei Schwimm-WM 25. über 200 m Brust

Donnerstag, 27. Juli 2017 | 20:57 Uhr

Der Österreicher Christopher Rothbauer hat am Donnerstag bei den Budapester Schwimm-Weltmeisterschaften über 200 m Brust unter 40 Aktiven Rang 25 belegt. In 2:13,61 Minuten verpasste er seine Bestzeit um 1,08 Sekunden, das Semifinale um 2,61 Sek. Dafür hätte er den von Maxim Podoprigora gehaltenen OSV-Rekord aus 2001 verbessern müssen. Am Wochenende treten noch Felix Auböck und Patrick Staber an.

Rothbauers erste Rennhälfte hatte gepasst, da lag er 75/100 unter der Durchgangsmarke seiner Topzeit. Diese hatte er am 6. April in Eindhoven mit 2:12,53 aufgestellt. “Auch bis 150 m war es noch in Ordnung, aber insgesamt hat die zweite Hälfte nicht so hingehauen wie vorgestellt”, erklärte der SVS-Schwimmer nach der mit seinem Coach Balasz Fehervari erfolgten Analyse. “Da war dann die Kraft weg. Woran es gelegen ist, wissen wir noch nicht.”

Der Sohn des OSV-Vizepräsidenten Peter Rothbauer meinte, in der Regeneration vielleicht doch zu viel Fokus auf den am Sonntag bestrittenen 100er gelegt zu haben. Auch wenn der 200er seine Hauptdistanz sei, wollte er die 100 m Brust nicht bloß zum Einschwimmen verwenden. “Bei einer WM kann ich mir das nicht leisten”, meinte der Brustlagenspezialist. “Vor den 200 war das Training aber auch gut. Ein WM-Rennen auf der Bahn 0 ist dann aber doch etwas Anderes.”

Dass er die nicht so beliebte Außenbahn zugeteilt erhalten hatte, ist im Vergleich zum Erfahrungsdefizit aber nur eine Randnotiz. “Die ‘Großen’ sind viel routinierter und wissen, wie sie so ein Rennen anlegen müssen. Sie haben da eine innere Uhr”, erläuterte der Maturant. “Mir fehlt noch diese Routine.” In seinem Alter würden sich auch noch körperlich etwas ändern. “Wenn ich größer und stärker werde, ändern sich auch die Parameter.”

Schon ein kleiner Fehler könne dann auf das ganze Rennen Auswirkung haben. Grundsätzlich habe er von seinem ersten WM-Rennen profitiert. “Ich war viel entspannter als am 100er.” Da war Rothbauer 41. geworden. Ab Ende nächster Woche geht es für ihn beim Weltcup in Berlin (6./7. August) und Eindhoven (10./11.) weiter. Dabei soll es mit dem Limit für die Kurzbahn-EM im Dezember in Kopenhagen klappen. Davor rückt Rothbauer im Oktober beim Bundesheer ein.

Das US-amerikanische Team holte in der Finalsession drei von fünf vergebenen Goldmedaillen. Die Krönung war ein Doppelsieg über 100 m Kraul durch Calaeb Dressel und Nathan Adrian. Außerdem schlug Chase Kalisz über 200 m Lagen und bei den Damen die von Katie Ledecky angeführte Kraulstaffel über 4 x 200 m zu. Es war ihr in der Duna Arena viertes Gold.

Über 100 m Kraul fixierte Dressel den siebenten US-WM-Erfolg in diesem Bewerb, eine der “Königsdisziplinen”, aber den ersten seit 2001. Einen US-Doppelerfolg hatte es bisher auch 1978 gegeben. Dressel blieb in 47,17 Sekunden nur 26/100 über dem acht Jahre alten Weltrekord des Brasilianers Cesar Cielo und distanzierte Adrian um gleich sieben Zehntel. Bronze ging nur zwei Hundertstel dahinter an den Franzosen Mehdy Metella.

Kalisz setzte in 1:55,56 eine US-Erfolgsserie über 200 m Lagen fort, war es doch der achte US-Erfolg in WM-Endläufen in Folge. Davor hatten Michael Phelps dreimal und Ryan Lochte viermal in Serie triumphiert. Zuletzt hatte es übrigens bei Olympia und WM 2001 in Fukuoka einen anderen Weltmeister über 200 m Lagen als Phelps oder Lochte gegeben. Auch Markus Rogan versuchte da bei der WM 2011 und Olympia 2012 vergeblich, dazwischenzufunken.

Die lange Damen-Kraulstaffel entwickelte sich zum Duell Chinas mit den USA. Ledecky aber packte als Schluss-Schwimmerin die mit 1:54,02 (fliegend) klar beste Zeit des Feldes aus und brachte in 7:43,39 sicher ihr insgesamt 13. WM-Gold heim. Beim siebenten US-Titelgewinn in diesem Bewerb waren noch Leah Smith, Mallory Comerford und Melanie Margalis dabei. China kam in 7:44,96 an, das australische Quartett rettete in 7:48,51 um 8/100 vor Russland Bronze.

Über 200 m Delfin der Damen jubelte das ungarische Publikum über Katinka Hosszus insgesamt drittes WM-Bronze in diesem Bewerb nach 2009 und 2013. Im Gold-Duell kürte sich Olympiasiegerin Belmonte in 2:05,26 als erst zweite Spanierin überhaupt zur Weltmeisterin. Die Semifinal-Schnellste Franziska Hentke beendete 13/100 zurück die Medaillen-Durststrecke der deutschen Damen. Zuletzt hatte Britta Steffen 2009 mit Gold über 50 m Kraul zugeschlagen.

Eine hauchdünne Entscheidung gab es im Rückensprint der Damen. Die Brasilianerin Etienne Medeiros gewann in 27,14 Sekunden Südamerikas ersten WM-Rücken-Titel bei Damen und Herren gemeinsam. Chinas Titelverteidigerin Fu Yuanhui lag 1/100 zurück. Dahinter wurde die 31-jährige Aljaksandra Herasimenja zur ältesten WM-Medaillengewinnerin auf Rückenstrecken. In 27,23 egalisierte die Weißrussin den Europarekord der Deutschen Daniela Samulski von 2009.

Einen weiteren Europarekord gab es im Semifinale über 200 m Brust der Herren. Der Russe Anton Tschupkow drückte die vier Jahre alte Bestmarke des diesmal als 17. der Vorläufe ausgeschiedenen ungarischen Olympiasiegers Daniel Gyuarta in 2:07,14 Minuten um 9/100. Die USA führen die Medaillenwertung der Beckenbewerbe nach 23 Entscheidungen mit neunmal Gold bzw. 20 Medaillen überlegen an. China und Großbritannien folgen mit je drei Titeln.

Von: apa

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