Magdalena Lobnig kommt als Weltcup-Gesamtsiegerin nach Florida

Ruderin Lobnig geht auf ihre erste WM-Medaille los

Freitag, 22. September 2017 | 14:49 Uhr

Ruderin Magdalena Lobnig fühlt sich für ihren bisher größten Coup bereit. Den EM-Titel hat sie im Vorjahr eingeheimst, heuer folgte als erste Österreicherin der Weltcup-Gesamtsieg, nun stehen die Weltmeisterschaften in Sarasota an. Lobnig ist die Aussichtsreichste von zwölf nach Florida entsandten rot-weiß-roten Athleten. Sie geht am Montag in ihren Vorlauf, WM-Auftakt ist am Sonntag.

Dabei hat Lobnig ihren Fokus ganz auf den Gewinn einer Medaille ausgerichtet. “Die geht mir in meiner Sammlung, neben einer Olympia-Medaille, noch ab”, erklärte die Kärntnerin. “Ich bin ehrlich: Am Ende des Tages möchte ich in Sarasota schon auf dem Podium stehen. Alles andere wäre eine Enttäuschung.” Vierte (2013) und Fünfte (2014) war Lobnig in WM-Endläufen bereits, nun soll es zumindest auf Position drei gehen.

Aber selbst den WM-Titel sieht die 27-Jährige in Reichweite. “Im Finale ist immer alles möglich, jede Einzelne kann um den Sieg mitfahren.” Auch gebe es im Einer-Bewerb keine klare Dominatorin. Das seien gute Grundvoraussetzungen. “Andererseits kann man aber auch schnell einmal Sechste werden, denn es ist wirklich ein starkes Feld am Start.” Als Olympia-Sechste wird Lobnig auch international hoch gehandelt.

Die Anreise nach Florida erfolgte zwecks optimaler Vorbereitung bereits am vergangenen Wochenende. “Es ist unglaublich heiß hier”, berichtete Lobnig. “Vor allem die Luftfeuchtigkeit ist enorm hoch. Mein Puls ist mindestens zehn Schläge höher als sonst.” Die längere Akklimatisierungsphase ist auch deswegen wichtig, damit sich der Körper besser von den in Österreich schon kühleren Temperaturen umstellen kann.

Auch die Bedingungen auf dem Gewässer im Nahtan Benderson Park seien gewöhnungsbedürftig. Lobnig: “Auf dem Wasser ist es sehr wellig und schwierig zu rudern, da der Wind ständig aus einer anderen Richtung kommt. Aber das ist eben Outdoor-Sport, daran muss man sich anpassen.” Jedenfalls wäre es kein Nachteil, würde sich die ÖRV-Ahtletin als Siegerin von einem der vier Vorläufe direkt für das Semifinale qualifizieren.

Befürchtungen hatte es wegen eventueller Auswirkungen des Rekordsturms “Irma” gegeben, doch auf dem WM-Gelände kam es zu nur kleineren Schäden. Allerdings war die Ankunft der Boote verzögert, da das Container-Schiff nicht wie geplant im Miami anlegen konnte. Am Mittwoch war das Equipment der ÖRV-Equipe aber schon da, im Gegensatz zu dem einiger anderer Teams.

Neben Lobnig wurden zwei Vierer für die WM nominiert. Paul und Bernhard Sieber, Rainer Kepplinger und Julian Schöber bilden den Leichtgewichts-Doppelvierer. Im Vierer sitzen Christoph Seifriedsberger, Gabriel Hohensasser, Rudolph und Ferdinand Querfeld. Dieses Quartett holte im Juli in Plowdiw U-23-WM-Bronze. In den Para-Bewerben sind Klaus Dolleschal (Einer) und Johanna Beyer/Rainer Putz (Mixed-Zweier) im Einsatz.

Coach Fabio Becker bescheinigt dem LG-Doppelvierer eine gute Form. “Speziell die letzten Trainingseinheiten in Völkermarkt waren echt gut.” Der Trainer hat hohe Erwartungen. “Das klare Ziel ist immer das A-Finale. Dann sehen wir weiter.” Die Siebers hatten im LG-Doppelzweier das WM-Ticket verpasst, kamen nun im Vierer statt den U-23-WM-Silbernen Sebastian Kabas und Julian Brabec zum Zug.

ÖRV-Boote – Damen-Einer (Vorlauf Montag): Magdalena Lobnig; Vierer ohne (Sonntag): Christoph Seifriedsberger, Gabriel Hohensasser, Rudolph und Ferdinand Querfeld; LG-Doppelvierer (Montag): Paul Sieber, Bernhard Sieber, Julian Schöberl, Rainer Kepplinger. Para-Bewerbe (Dienstag) – Einer: Klaus Dolleschal, Mixed-Zweier: Johanna Beyer/Rainer Putz

Von: apa

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